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Dieses Buch kann allerdings gekürzt werden, aber es ist sehr
schwer es richtig zu kürzen.
Diese Bemerkung bezieht sich nicht auf den
‘“Versuch
einer Umarbeitung⇒”.
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Philosophische Bemerkungen
3
XI.
Fortsetzung von Band
X.⇒
1
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14.12.33.
Das Bild sagt mir also sich selbst.
Und daß es mir etwa sagt wird etwa darin bestehen, daß ich in
ihm Gegenstände in irgend einer charak- teristischen
Gruppierung wierdererkenne.
(Wenn ich sage: “ich sehe in diesem Bild einen
Tisch”, so charakterisiert das, wie gesagt, das Bild in einer
Weise, die nichts mit der Existenz eines
‘wirklichen’ Tisches zu tun hat.
“Das Bild zeigt mir einen Würfel”, kann
z.B. heißen: es enthält die Form
115001.)⇄
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Wir sind geneigt zu denken, es gäbe ein bestimm- tes Phänomen des
Wiedererkennens, das Ding als das zu erkennen.
Aber als was?
Als das, welches diesen Namen hat? oder so gebraucht
wird?
Denn ‘das Ding als sich selbst erkennen’ heißt
nichts.
Die Idee, die uns da vorschwebt, ist die des Ver- gleichs zweier
Bilder; es ist als trügen wir ein Bild des Gegenstandes mit uns herum,
& wenn wir ihn wiedersehen & wir er- kennen
einen Gegenstand als den, welchen das Bild darstellt
zeigt.
Es ist uns so, als ob unser Gedächtnis so einen Vergleich vermittelte;
indem es uns ein Bild des früher gesehenen aufbewahrt
oder uns erlaubt in die Vergangenheit zu sehen schauen,
<(>so<)>-daß wir
jedes Bild, oder das in der Vergangenheit
[g|G]eschau- te, das was uns das Gedächtnis
zeigt, mit dem gegenwärtig [g|G]esehenen vergleichen
können.
ˇAber Wwenn wir die Gegenstände die uns umgeben & die wir
unzählige Male gesehen
2 haben nicht
als fremde sondern als wohlvertraute behandeln, ja sogar wenn wir auf eine
Frage etwa antworten “ja, diesen Tisch kenne ich
gut wohl, ich bin immer ich sehe
ihn täglich”, so geht hier kein Vergleich zweier Eindrücke
(eines Erinnerungs- bildes & der Wirklichkeit) vor
sich.
Ja, nicht einmal dann, wenn wir sagen “ich erinne- re
mich, daß diese Farbe gestern etwas heller war”, es sind auch da
in den meisten Fällen nicht zwei Eindrücke. ⇄
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Ich leugne natürlich nicht, daß es Phä- nomene des Wiedererkennens
gibt[.| (]Wenn wir,
z.B.,
sagen: “das ist dasselbe Kästchen, das ich vor Jahren dort
gesehen habe”) auch nicht, daß unter den Phänomenen
des Wie <,> die wir
“Wiedererkennen” nennen, das
dasjenige ist, ein Vorstellungsbild mit der Wirk- lichkeit
ˇzu vergleichen.|
Wenn aber jemand auf meinen Schreibtisch zeigt &
ˇman mich fragt: “hast Du
ihn Deinen Schreibtisch wiedererkannt,
wie als Du ihn heute früh
früh wieder nach dem Aufstehen gesehen hast wie
Du heute morgens in Dein Zimmer getreten
bist?” so werde
würde ich zwar wohl sagen
“gewiß!” und doch ist es irreführend, das was
sich da abge- spielt hat ein “Wiedererkennen” zu
nennen.
Gewiß, der Schreibtisch war mir nicht fremd, ich war nicht überrascht ihn
zu sehn, wie ich es gewesen wäre wenn ein andrer dagestanden hätte oder
gar ein ˇfremdartiger Gegenstand<.>
desgleichen ich noch nie gesehen hätte.⇄
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Der Anblick meines Zimmers, einer Straße
3 voll Menschen, einer
Lan<d>schaft mit Häu- sern & Bäumen ist mir
wohlvertraut. ⇆<
⋎
S. 5 A
> ⇄
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“Was heißt es: ‘dieser Gegenstand ist mir
wohlbekannt?”
— “Nun, ich weiß daß er ein Tisch
ist.”
Das kann u.a. ˇaber alles mögliche heißen<,>
ˇu.a.:
“ich weiß, wie er gebraucht wird”,
“ich weiß daß, ˇer sieht wie ein Tisch aus
wenn man ihn aufklappt.“, er wie ein Tisch
aussieht“,
etc. “ich weiß, daß man das einen
‘Tisch’ nennt”.⇄
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Was ist das Wesens des ‘wohlbekannt
Sseins’?
Worin besteht es, daß ein Anblick mir wohlbekannt ist?
(Schon diese Frage ist eigentümlich; sie klingt nicht wie eine
grammatische Frage.)
Ich möchte sagen: “Ich sehe was ich
sehe.
Und die Wohlbekannt- heit kann nur darin liegen, daß ich in dem
Anblick ruhe.
⇄
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“Ich sehe, was ich sehe”, das sage ich darum, weil
ich nicht benennen will, was ich sehe.
Ich will nicht sagen, “ich sehe eine Blume”, denn
das setzt <ein> Sprachübereinkommen voraus & meine
Ausdrucksweise will sich nicht auf die Geschichte des Eindrucks
beziehen.⇄
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Ja, wenn ich sage das Wohlbekanntsein bestehe darin, daß ich
erkenne, was ich
4 sehe //daß ich erkenne, was das
ist was ich sehe//. ich sehe eine Blume, so wende ich die Sache nun so sehe
… so
an, <:> das Aussprechen
das Aussprechen der Worte des Erkennens “das ist eine
Blume” ist eine Reaktion auf den Anblick; man kann aber nicht
sagen, es sei das Kri- terium des Erkennens, daß ich den
Gegenstand richtig benenne; vielmehr muß es nun heißen, das
Erkennen ist dadurch charakterisiert, daß ich bei dem Anblick des
Gegenstandes eine Lautverbindung ausspreche, etwa mit gewissen
Empfindungen, ausspreche.
Denn daß diese Lautverbindung das richtige deutsche Wort ist, ja überhaupt
ein Wort einer bestehenden existierenden Sprache, liegt
nicht in der Erfahrung beim Aussprechen. ⇄
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Das Wohlbekanntsein bestehe darin, daß ich
erkenne, <:> was ich sehe sei eine
Blume.
Ich sehe sage nun die Sache so an: Das Aussprechen der
Worte des Erkennens “das ist eine Blume“ ist eine
die Reaktion ˇdes Erkennens auf den Anblick
<(>des
Gegenstandes<)>; ich sage aber
nicht, das Kriterium des Erkennens sei ist nicht, daß ich den Gegenstand richtig
benenne, sondern daß ich bei seinem Anblick eine Lautverbindung mit
be- stimmtem Erlebnis ausspreche.
Denn daß die Lautverbindung das richtige deutsche Wort ist, oder
überhaupt ein Wort einer bestehenden Sprache liegt nicht in dem
Erlebnis beim Aussprechen.
5 ⇄
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ˇ[Zu
S. 3] A
Prüfe: “Wohlbekannt ist das, wovon ich weiß,
was es ist”. ⇄ ⇄
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Ich will alles ‘Geschichtliche’ aus meiner
Betrachtungsweise des Bekannt- seins ausschalten.
Es bleiben dann Eindrücke (Erlebnisse, Reaktionen), & auch
wo die Sprache in unsere Erfah rungen eintritt betrachten wir
sie nicht als bestehende Einrichtung.⇄
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Die Multiplizität des Wohlbekanntseins, wie ich es verstehe, ist also die
des Ru- hens in einem Anblick.
Es könnte darin bestehen daß mein Blick auf dem Gegenstand nicht unruhig
<(suchend)> umherschweift, daß ich den Aspekt des Gesehenen
nicht wechsle sondern mich in einem Aspekt niederlasse
& bleibe. sogleich einen Aspekt ergreife
& festhalte.⇄
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Ich sehe das Bild eines dicken Rockes & habe ein Gefühl der Wärme
& Behag- lichkeit, ich sehe das Bild einer winter- lichen
Landschaft & friere.
Diese Reaktio- nen, könnte man sagen, sind durch frühere Erfahrung
gerechtfertigt.
Aber wir be- kümmern uns jetzt nicht um die
Geschich- te unserer Erfahrungen & also auch nicht um eine
solche Rechtfertigung.
6 ⇄
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Niemand wird sagen, daß jedesmal wenn ich in mein Zimmer komme, in die
altgewohnte Umgebung, sich ein Wiedererkennen alles dessen was ich sehe,
& hundertemale gesehen habe,
abspielt.⇄
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Wenn wir an unser Verstehen eines Bildes etwa eines Genrebildes
denken, so sind wir vielleicht geneigt anzuneh- men, daß es da ein
bestimmtes Phäno- men des Wiedererkennens gibt & wie
die gemalten Menschen als Menschen, die gemalten Bäume als Bäume
erken- nen,
etc.
Aber vergleiche ich den beim Anblick eines Genrebildes die
gemalten Men- schen mit wirklichen,
etc.?
Soll ich also sagen ich erkenne die gemalten Menschen als gemalte
Menschen<?> &
Und also auch die wirkli- chen Menschen als wirkliche?
⇄
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Freilich gibt es ein das Phänomen des Er- kennens,
wenn wir, etwa nach einem Vor- gang des Suchens, eine Zeichnung als
die Darstellung eines Menschen erkennen; aber was sich
hier abspielt geschieht eben nicht, wenn ich die Zeichnung
sogleich als die Darstellung eines Menschen sehe.
7 ⇄
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Der Anblick Das Bild
der einer menschlichen Gestalt
sowie die menschliche Gestalt selbst sind uns wohlvertraute
Gegenstände.
Von einem Wiedererkennen aber ist hier keine Rede.⇄
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Von den Vorgängen, die man “Wiedererken- nen”
nennt haben wir leicht einen falschen Begriff; als bestünden sie
das Wiedererkennen immer darin daß wir zwei Bilder
Eindrücke mit einander
vergleichen.
Es ist als trügen wir ich ein Bild des eines
Gegenstandes mit uns bei mir &
agnoszierte danach einen Gegenstand als den, welchen das Bild
darstellt.
Unser Gedächtnis scheint uns so einen Vergleich zu vermitteln, indem es
uns ein Bild des früher Gesehenen aufbewahrt oder uns erlaubt (wie durch
ein Rohr) in die Vergangenheit zu blicken.⇄
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In den meisten Fällen des Wiedererkennens findet kein solcher Vergleich
statt.
Jemand kommt mir auf der Gasse entgegen dessen Gesicht meinen Blick auf
sich zieht; vielleicht frage ich mich “wer ist
das?”; plötzlich ändert sich der Aspekt des Gesichtes in
bestimmter Weise, “es wird mir bekannt”; ich lächle
gehe auf ihn zu & begrüße ihn beim Namen; jetzt reden wir von
ˇder vergangenen Zeit & dabei schwebt mir vielleicht auch ein
Erinnerungsbild ˇvon ihm vor, & ich
8 sehe ihn ich sehe ihn in einer bestimmten
Situation.⇄
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Man sagt vielleicht: hätte ich nicht sein Bild in der Erinnerung
bewahrt, so könnte ich ihn nicht erkennen.
Aber hier gebraucht man eine Metapher, oder ˇman spricht eine
Hypothese aus.⇄
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Man könnte sagen: “sein Gesicht der
Anblick war erinnerungsbetont”.⇄
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Man sagt auch: “wir könnten Worte gar nicht gebrauchen,
wenn wir nicht sie & die Gegenstände die sie bezeichnen
wiedererkennten”.
Wenn wir die Farbe Grün nicht als solche wiedererkennten (wohl wegen
Mangels an Gedächtnis), so könnten wir also das Wort
“Grün” nicht anwenden.
Aber haben wir den ir- gend eine Kontrolle dieses
Wiedererkennens, so daß wir wissen daß es auch wirklich ein
Wiedererkennen ist?
Wenn wir von einem Wiedererkennen reden, so meinen wir, daß wir etwas als
das erkennen, was es, nach andern Kriterien, wirk- lich ist.
“Erkennen” heißt: erkennen, was
ist.⇄
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Die Wohlbekanntheit bestätigt den Aspekt Anblick ohne ihn
aber mit etwas [a|A]nderem zu vergleichen.
Sie stempelt ihn gleichsam ab.
9 ⇄
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Anderseits möchte ich sagen: “was ich hier vor mir sehe,
ist doch nicht irgend eine Form, die ich auf bestimmte Weise sehe,
sondern es sind eben meine Schuhe, die ich
kenne.
Aber hier bekämpfen sich eben zwei Ausdrucksweisen.⇄
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Diese Form, die ich sehe — möchte ich sa- gen — ist nicht
einfach eine Form, sondern sie ist eine von den mir
bekannten For- men; sie ist eine im vorhinein ausgezeich- nete
Form.
Sie ist eine von den Formen deren Bild schon früher in mir war &
nur weil sie so einem Bild entspricht, ist sie die wohlbekannte
Form.
(Ich trage gleichsam einen Katalog solcher Formen mit mir herum
& die Gegenstän- de die dort abgebildet sind, sind dann die
wohlbekannten.)⇄
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Aber daß ich das Bild schon früher mit mir herumgetragen habe wäre nur
eine kausale Erklärung des gegenwär- tigen Eindrucks.
Es ist, als sagte man: diese Bewegung geht so leicht, als wäre sie
eingeübt worden.
Und es ist ja nicht so sehr als [V|v]ergliche ich den
Gegenstand mit einem neben ihm stehenden Bild sondern als deckte
er sich mit dem Bild.
Ich sehe also nur Eines & nicht zwei.
10 ⇄
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Man sagt: “[D|d]ieses Gesicht hat einen ganz
bestimmten Ausdruck”, & sucht etwa nach
Worten, die ihn charakterisieren.⇄
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Hier ist es leicht in jene Sackgasse des Philosophierens zu geraten, wo
man glaubt die Schwierigkeit der Aufgabe liege
Er darin, daß schwer Erhaschba- res
erhaschbare Erscheinungen, die schnell entschlüpfende
gegen- wärtige Erfahrung, oder dergleichen, von uns beschrieben werden
soll<t>en.
Wo die gewöhnliche Sprache uns zu roh erscheint; & ˇes
scheint als haben wir es nicht mit den Phänomenen ˇzu tun, von
denen der Alltag redet, zu tun zu haben scheinen, sondern “mit den leicht
entschwindenden, die mit ihrem Auftauchen & Vergehen jene ersteren
annähernd erzeugen.”.⇄
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Und da muß man sich daran erin- nern, daß alle die
Phänomene, die uns nun so merkwürdig vorkommen, die ganz gewöhnlichen sind,
die, wenn sie geschehen, uns nicht im geringsten
auf- fallen.
Sie kommen uns erst in der selt- samen Beleuchtung, die
die merkwürdig vor, die wir ˇnun auf sie werfen, wenn wir
philosophieren.⇄
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“Das Bild sagt mir sich selbst”, möchte ich
sagen.
D.h., daß es mir etwas sagt, liegt
besteht in seiner eigenen
11 Struktur in seinen Formen & Farben.
So ein Fall wäre es
z.B., wenn der Satz
“es sagt mir etwas” oder “es ist ein
Bild” hieße: es zeigt irgend eine
Kombi- nation von Würfeln & Zyllindern.
⇄
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“Es sagt mir etwas” kann heißen: es erzählt
mir etwas, es ist eine Erzählung⇄
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Es sagt mir sich selbst, wie ein Satz, eine Erzählung mir sich selbst
sagt.⇄
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Ist denn der Begriff des erzählenden Bildes nicht ähnlich dem des
Genrebil- des (oder Schlachtenbildes).
Und wenn ich beschreiben wollte, was ein Schlach- tenbild ist, so
brauchte ich mich nicht auf eine Realität außerhalb des Bildes zu beziehen
sondern nur von gemalten Menschen, gemalten Pferden, ˇgemalten
Kanonen
etc zu reden.⇄
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“Das Bild sagt mir etwas”: es gebraucht,
sozusagen, Worte[.|;] Ich
vergleiche das Hier hier sind Augen, Mund, Nase,
Hände,
etc.
etc..
Ich vergleiche das Bild mit einer Kombination sprachlicher Formen.
⇄
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Aber das System der Sprache ist nicht von der Kategorie
des eines Erlebnisses<.>
& ¿ [e|E]¿in
Erlebnis
Das typische Erlebnis beim Gebrauch eines Systems nicht das
System.
12
(Vergleiche: Bedeutung des Wortes “oder”
& Oder-Gef Oder-Gefühl.)⇄
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“Jetzt sagt mir diese Zeichenfolge etwas; früher, ehe ich die
Sprache lernte, hat sie mir nichts gesagt”.
Nehmen wir an wir meinten meinen damit, daß der Satz
jetzt einen bestimmten Eindruck auf mich
macht. mit einem bestimmten Erlebnis gelesen
wird.
Gewiß, diese Zeichenfolge hat, ehe ich die Sprache verstehen lernte, nicht
diesen Eindruck auf mich
hervorgebracht. diesen Eindruck
gemacht.
Der Eindruck ist natürlich, wenn wir vom Kausalen absehen vom System der
Sprache ganz unabhängig.
— Und nun wehrt sich etwas in mir dagegen, zu
sagen:: daß der Satz etwas sagt, be- steht
darin, daß er mir diesen Ein- druck macht.
“Etwas ist ein Satz nur in einer Sprache”, will
ich sagen.⇄
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‘Sprache’, das sind doch die
Sprachen.
Auch solche die ich nach Analogie bestehender erfinde.
Die Sprachen sind Systeme.⇄
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“Ein Satz ist ein Satz einer
Sprache”,
Aber das heißt eben,: “Sätze”
nenne ich Glieder der Sprachen.⇄
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Aber achten wir auf den Gebrauch des Wortes
“deutsche Sprache”, sonst fragen wir etwa:
“Was ist die Sprache? alle ˇihre Sätze die
je
13 gesprochen worden sind? ˇ[D|d]ie
Klasse [I|i]hre<r> Regeln ˇ& Wörter ?
etc.
etc..”
“Was ist das System?
Wo ist es?
Was ist das Schachspiel? alle Partien?
Das Regelverzeichnis?⇄
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“Satz ist das Glied einer
Sprache”.”
“Es ist doch offenbar die Kombination von Wör- tern die
auch anders kombiniert werden könnten können, was den Satz
ausmacht”.
D.h. aber: was ihn für mich
ausmacht.
So betrachte ich die Sprache⇄
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Wir wollen eben auf das System der Sprache achten.
⇄
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Gewiß, ich lese eine Geschichte & kümmere mich den
Teufel um ein System der Sprache.
Ich lese einfach, habe Eindrücke, sehe Bilder vor mir,
etc..
Ich lasse die Geschichte an mir vorüberziehen wie Bilder, wie eine
Bildergeschichte.
(Damit will ich natürlich nicht sagen, daß jeder Satz in mir ein
visuelles Bild oder mehrere hervorruft, & daß das etwa der Zweck
eines des Satzes sei.)⇄
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Denken wir uns eine Bildergeschichte in S
schematischen Bildern, also ähnlicher der Erzählung in einer Sprache als
eine Folge realistischer Bilder.
Man könnte in so einer Bildersprache etwa insbesondere den Gang von
Schlachten festgehalten haben.
(Sprachspiel.)
Und ein Satz unserer Wort- sprache kommt kommt so einem Bild
dieser Bildersprache viel näher als man meint.
14 ⇄
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Denken wir auch daran, wie daß wir uns solche Bilder
[ 115002] nicht erst in
rea- listische übertragen, um sie zu
‘verstehen’, sowenig wir uns je Photographien oder
die Bilder des Films in färbige Bilder über- tragen obwohl uns
schwarz-weiße Men- schen oder Pflanzen
etc. in der
Wirklich- keit unsagbar fremd & schrecklich
vorkämen.
Wie, wenn wir nun hier sagten: “ein Bild ist etwas nur
in einer Bildersprache”?⇄
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Ein Satz einer Erzählung gibt uns dieselbe Befriedigung, wie ein
Bild.⇄
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Wir können uns
<(>anderseits<)>
eine Sprache denken, in deren Verwendung der Ein- druck, den ein
Zeichen uns macht, , den wir von den Zeichen erhalten,
in keiner Weise eintritt nicht eintritt
keine Rolle spielt; in der es ein Verste- hen im Sinne
eines solchen Eindrucks nicht gibt. //; in der ein
Verstehen im Sinne eines solchen Eindrucks nicht in Frage
kommt.//
Die Zeichen werden uns etwa geschrieben übermittelt & wir können
sie uns nun merken.
(
D.h. der einzige Eindruck von dem da die Rede
ist, ist das Bild des Zeichens.)
Wenn es nun ein Befehl ist, so übertragen wir nach Regeln, Tabellen, das
Zeichen in Handlung.
Zum Eindruck ähnlich dem eines Bildes kommt es gar nicht & man
schreibt auch nicht Erz
Geschichten in dieser Sprache.
Es gibt
15 aber etwa eine Art Unterhaltungslektüre, die darin besteht, daß
man gewisse Zeichenfolgen in Körperbewegungen über- setzt die eine Art
Tanz bilden.
(Verglei- che die Bemerkung über Verstehen &
Chiffre.) ⇆•⇄
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Es wäre natürlich auch denkbar, daß wir einen Satz der
Wortsprache, um von ihm einen Eindruck zu erhalten, nach Regeln in
ein gezeichnetes Bild über- tragen müßten.
(Daß erst dies Bild eine Seele hätte)
⇄
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(Ich könnte meinem Schüler sagen: Du wirst anders denken, wenn Du
durch diese Übungen gegangen bist.)⇄
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↺
In diesem Fall könnte man ˇwirklich sagen:
“Die Zeichenfolge ist tot ohne das
System”. //“Das Zeichen
lebt nur im System.”// ⇄ ⇄
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Aber auch in unserer gewöhnlichen Spra- che können wir von dem
Eindruck des Satzes oft ganz absehen & wichtig ist nur, wie wir mit
dem Satz operieren.
(Frege's
Auffassung der Logik.)⇄
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“Es gibt keinen alleinstehenden Satz”.
Denn was ich “Satz” nenne ist eine Spielstellung
in einer Sprache.
16 ⇄
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Ist das Verwirrende nicht, daß ich eine Spielstellung betrachten kann so
ge- nau ich will, aber dadurch nicht heraus- finde, daß es eine
“Spielstellung ist?
Es verwirrt uns hier etwas in an der Gram- matik des
Wortes “Spielstellung”.⇄
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Das Denken heißt eine Tätigkeit, wie das Rechnen.
Niemand wurde rech- nen
einen Zustand nennen, oder Schach spielen.⇄
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Denken wir uns eine Art Vexierbild, worin nicht ein bestimmter
Gegenstand aufzufinden ist, sondern das uns auf den ersten Blick als ein
Gewirr nichtssagender Striche erscheint & nach einigem
Suchen erst als, sagen wir, ein Lan<d>schaftsbild.
— Worin besteht der Unterschied zwischen dem Anblick des Bildes vor
& nach der Lösung
//Auflösung//.
Daß wir es beidemale anders sehen ist
klar.
Inwiefern aber kann man nach der Auflösung sagen, jetzt sage uns das Bild
etwas, früher habe es uns nichts gesagt?⇄
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Wir können diese Frage auch so stellen: Was ist das allgemeine
Charakteristikum dafür, daß die Lösung gefunden ist?
17 ⇄
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Als das Kriterium der Auflösung könnte ich alles mögliche
bestimmen.
Ich will annehmen, daß ich, sobald es gelöst ist, die Lösung dadurch
dar- stelle kenntlich mache,
indem daß ich gewisse Striche des Vexierbildes
stark nachziehe <&> etwa Schatten eintrage.
Warum nennst Du nun das Bild das Du eingezeichnet hast eine
Auflösung?
a) Weil es die klare Darstellung einer Gruppe
dreidi räumlicher Gegenstände
ist.
b) Weil es ˇdie Darstellung eine[n|s]
regelmäßigen Körper<s> darstellt ist.
c) Weil es eine symmetrische Figur ist.
d) Weil es eine Figur ist die mir eine[m|n]
or- namentalen Eindruck macht.
e) Weil es die Darstellung eines Körpers ist der mir
bekannt vorkommt
f) Weil es eine Liste von Auflösungen gibt & diese
Figur (dieser Körper) auf der Liste steht.
g) Weil es eine Art von Gegenstand darstellt, die ich wohl
kenne: denn sie er macht mir den
augenblicklichen Eindruck der Wohlbekanntheit, ˇich verbinde
augenblicklich alle möglichen Assozitionen mit ihm, ich
weiß, wie er heißt, ich weiß, daß ich ihn oft gesehen habe, ich weiß, wozu
man ihn gebraucht,
etc.
etc.
h) Weil es ein Gesicht darstellt, welches mir bekannt
vorkommt
i) Weil es ein Gesicht darstellt welches ich erkenne:
α) es ist das Gesicht meines Freundes so & so β) es
ist ˇein Gesicht welches ich oft abgebildet gesehen habe.
etc.
k) Weil es einen Gegenstand darstellt,
18 den ich mich erinnere, einmal gesehen zu haben.
l) Weil es ein Ornament ist das ich gut kenne (obwohl
ich nicht weiß, wo ich es gesehen habe).
m) Weil es ein Ornament ist das ich gut kenne: ich
kenne seinen Namen, weiß wo man es finden kann ich es
schon gesehen habe.
n) Weil es einen Einrichtungsgegenstand meines Zimmers
darstellt.
o) Weil
u.s.w. ich instinktiv diese Striche
nachgezogen habe & mich nun beruhigt fühle.
p) Weil ich mich erinnere, daß mir dieser Gegen- stand
beschrieben worden ist.
g1) Weil ich den Gegenstand wohl zu kennen
meine //scheine//: ich
es fällt mir sogleich ein Wort als sein Name ein (obwohl das Wort keiner
bestehenden Sprache angehört), ich sage mir: “natürlich
das ist ein α wie ich es oft in β gesehen habe.
Man γt damit die δ bis sie
εen.”
So etwas kommt
z.B. im Traum vor.
q)
u.s.w. ⇄
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(Wer nicht versteht, warum wir über diese Dinge reden, muß, was wir
sagen, als leere Spielerei empfinden.)⇄
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Der Eindruck ist [e|E]ins, & die Bestimmt- heit des
Eindrucks etwas Anderes.
Was ich den Eindruck der Wohlbekanntheit nenne ist von
der hat die Multiplizität
19 einer Bestimmtheit.⇄
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Wir können in ein menschliches Gesicht schauen das wir genau kennen ohne
irgend einen Eindruck zu erhalten haben, so- zusagen
ganz stumpfsinnig; & von da bis zu einem starken Eindruck gibt es
alle Stufen.⇄
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Denken wir uns ˇder Anblick eines ein
Gesicht<s> machte brächte uns einen
starken Eindruck auf uns hervor
//ergriffe uns stark// ˇes flößt uns etwa Furcht ein.
Soll ich dann sagen: vor allem muß hier
da ein der Eindruck der
[w|W]ohlbekanntheit sein
statthaben, ich muß muß in dem
Anblick des Gesichts ruhen, oder dergleichen; die Form des
menschlichen Gesichts als solche muß mir den Eindruck der Bekanntheit
machen; & zu diesem Eindruck kommt nun der der
Furcht.
— Ist es nicht
<(>vielmehr<)>
so, daß, was ich den Eindruck der Artbekannt- heit nenne, ein
Chara[k|c]teristicum
eines jeden starken Eindrucks ist den ein Ge- sicht auf mich
macht.
Etwa das Chara- cteristicum
der Bestimmtheit.
Ich sagte ja der Eindruck der Wohlbekanntheit bestehe etwa darin daß wir
in einem An- blick ruhen, den Aspekt nicht wechseln &
dergleichen.⇄
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Kann ich mir den Eindruck der indi- viduellen Bekanntschaft wegdenken,
wo er ist, & hinzudenken wo er nicht ist?
Und was heißt das?
Ich sehe
20
z.B. das Gesicht eines Freundes an
& frage mich: wie schaut dieses Gesicht aus wenn ich es als
ein mir unbe- kanntes Gesicht sehe (als sähe ich es etwa jetzt zum
ersten mal)?
Was bleibt sozusagen von dem Anblick des Gesichts wenn ich den Eindruck
der Bekanntheit wegdenke, abziehe?
— Hier bin ich nun geneigt zu sagen: “es ist
sehr schwer die Bekanntheit von dem Eindruck des Gesichts zu
trennen”.
Aber ich fühle auch daß das eine irreführende Aus- drucksweise
ist.
Ich weiß nämlich gar nicht wie ich es auch nur versuchen soll diese beiden
zu trennen.
Der Aus- druck “sie trennen” hat für mich gar
keinen klaren Sinn.
Ich weiß was es heißt: “stelle Dir diesen
Tisch vor aber schwarz, obwohl er blau<n> ist” das heißt etwas
[a|A]hnli- ches wie:
“ze male ein Bild dieses
Ti- sches aber schwarz statt braun”; ˇoder
analog: “zeichne diesen Menschen aber mit länge- ren
Beinen als er hat”.⇄
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Wie, wenn man sagte: “denke Dir diesen Schmetterling,
genau so wie er ist, aber häßlich statt
schön”?!⇄
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Die Ausdrucksweise “[e|E]s
ist sehr schwer …
wegzudenken”, : hier scheint es als
handle es sich um eine ˇpsychologische Schwierigkeit, ˇeine
Schwierigkeit der Introspektion
219 einer Bestimmtheit oder
dergleichen.
(Dies trifft für ein großes Gebiet von philosophischen Problemen
zu: Denke an das Problem der genauen
Wiedergabe<,> ˇBeschreibung<,> des im Gesichts- feld
gesehenen; an die Beschrei- bung der immer
fließenden Erschei- nung; auch an die Frage
daran: “wie- viel Regentropfen siehst Du, wenn Du
in den Regen schaust”.) <
Vergleiche: “Es ist schwer diesen Tisch aus der
Ferne bewegen zu wollen”. >⇄
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Wir haben in diesem Fall nicht bestimmt, was es heißen
soll sich die Wohl- bekanntheit wegzudenken.
Es könnte etwa heißen, sich des Eindrucks zu entsinnen den ich hatte als
ich das Gesicht zum ersten Male sah.
Und hier wieder muß man wissen was es heißt zu
“versuchen” sich an den Eindruck zu
erinnern.
Denn das hat mancherlei Bedeutung.
Fragen wir uns: welche Tatigkeiten nennen wir
“ver- suchen uns an etwas zu
erinnern”[. W|; w]as tun wir wenn wir uns daran erinnern wollen was
wir gestern zu Mittag geges- sen
haben[?|;] ; gibt es so
eine diese Methode auch für die ˇfrühen
Kindheitserinnerungen eines Erwachsenen; kann man versuchen, sich
an seine die eigene Geburt zu
erinnern?⇄
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Ich sage mir: ich will versuchen ein gedrucktes deutsches
Wort anzuschauen und mir vorzu es so zu sehen
als hätte ich nicht lesen gelernt & a[s|l]s seien
202
die schwarzen Figuren auf dem
Papier sonder- bare Zeichnungen de[sse|ren]n Zweck ich mir nicht denken kann, oder nicht
ahne.
Da geschieht nun dies, daß ich das gedruckte Wort nicht
anschauen kann ohne da[s|ß] mir das Lautbild des Wortes oder der
Buchstaben die ich gerade an- schaue vorschwebt.⇄
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Die Eine
Zeichnerische Darstellung des In- nern eines
Radioempfängers wird für den
Einen <den> der nicht das Geringste vom Radio
weiß den keine Kunde von solchen Dingen
hat, ein Gewirr sinnloser Striche sein.
Lernt Hat er aber den Apparat & seine Funktion
kennenˇgelernt so wird jene Zeichnung ˇfür ihn ein
sinnvolles Bild sein.
Gegeben nun eine bestimmte mir jetzt Gegeben irgend eine
mir jetzt … sinnlose körperliche Gestalt ( etwa im
Bild), kann ich nach Belie- ben sie sinnvoll
vorstellen?
Das wäre, als fragte man: kann ich mir einen beliebig geformten
Gegenstand Körper als Gebrauchsgegenstand
vorstellen?
Aber zu was für eine[n|m] Gebrauch?
Nun man kann ja wenigstens eine Klasse von Körperformen sich
metho- disch als Wohnungen von Tieren oder Menschen
denken.
Eine andere Klasse als Waffen.
Eine etwa als Modelle von Landschaften
etc.
etc..
Und hier weiß ich also, wie ich einer sinnlosen Form Sinn
geben //andichten//
kann.
23 ⇄
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Wenn ich sage,, dieses Gesicht hat den Ausdruck der Milde,
Güte, Feigheit, so scheine ich nicht nur zu meinen daß wir die & die
Gefühle mit dem G An- blick des
Gesichts assoziieren, sondern ich bin versucht zu sagen, daß das
Gesicht ein Aspekt der Feigheit, Güte,
etc.,
selbst ist.
(ˇVergleiche
z.B.
Weininger.)
— Man kann sagen: ich sehe die Feigheit in dieses Gesicht
hinein (& könnte sie auch in ein anderes hineinsehen), aber
jeden- falls scheint sie mit dem Gesicht nicht bloß assoziiert,
äußerlich ver- bunden, sondern die Furcht hat die Multiplizität der
Gesichtszüge.
Und wenn sich
z.B. die Züge ein wenig
ändern, so können wir von einer entsprechenden Ände- rung der
Furcht reden.
Würden wir gefragt: “kannst Du Dir dieses Gesicht auch
als Ausdruck des Mutes denken”, so wüßten wir, gleichsam, nicht,
wie wir den Mut in diesen Zügen unter- bringen sollten.
Ich sage dann etwa: “Ich weiß nicht, was das
hieße, wenn dieses Gesicht ein mutiges Gesicht
ist
wäre”. ist”.
[Diesen Satz kann man nicht richtig stellen indem man statt
“wenn” “daß” setzt, oder
statt “ist”
wäre”.]
Aber wie s<i>eht die Lösung so einer Frage aus?
Man sagt ˇetwa: “Ja, jetzt
verstehe' ich
es; : das Gesicht ist sozusagen gleichgültig gegen die
Außenwelt”.
Wir haben also Mut hineingedeutet.
Der Mut, könnte man sagen, paßt jetzt wieder auf das
Gesicht.
Aber was paßt hier worauf?
24 ⇄
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Es ist ein verwandter Fall (obwohl es vielleicht nicht so scheinen
möchte) wenn wir uns
z.B. darüber wundern, daß die
Franzosen nicht ˇeinfach sagen “der Mann ist
gut” sondern ein attri- butives [a|A]djektiv
dorthin setzen, wo ein prädikatives stehen sollte; und wenn wir das Problem
uns dann da- durch lösen daß wir sagen sie mein- ten
“der Mensch ist ein guter”.⇄
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Könnten verschiedene Deutungen eines Gesichtsausdrucks nicht
darin bestehen, daß ich mir zu ihm jedesmal eine
Andere Fortsetzung //eine andere
Art Weise der Fortsetzung// denke?
So ist es gewiß oft.
Ich sehe ein Bild das einen lächelnden Kopf darstellt.
Was tue ich, wenn ich das Lächeln ein- mal als freundliches einmal als
böses auffasse?
Stelle ich es mir dann nicht in einer räumlichen & zeitlichen
Umgebung vor die ich freundlich oder boshaft nenne?
Ich So könnte ˇich mir zu dem Bild vorstellen daß der
Lächelnde auf ein spielendes Kind herniederlächelt oder ˇaber auf das
Leiden eines Feindes.
Daran wird nichts geändert dadurch, daß ich mir auch die auf den ersten
Blick liebliche Situation durch eine weitere Umgebung wieder anders
deu- ten kann.
Ein gewisses Lächeln werde ich, wenn keine besondern Umstände meine
Deutung umstellen, als freund-
25 liches auffassen, ein freundliches nennen,
entsprechend reagieren.
⇆<
⋎
S. 27 A >
⇄
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Was heißt es: “Freundlichkeit in das Lächeln
hineinlesen”?
Es heißt vielleicht, ich mache ein dem lächelnden Gesicht auf
ˇeine bestimmte Weise koordiniertes Gesicht.
Ich nehme etwa den gleichen Gesichtsausdruck an
Ich ordne etwa dem andern Gesicht meines in der Weise zu daß es
den einen oder andern Zug des andern übertreibt.⇄
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Ein freundlicher Mund, ein freundliches Auge.
Wie denkt man sich eine freund liche Hand?
— Wahrscheinlich geöffnet & nicht als Faust.
— Und könnte man sich die Haarfarbe des Menschen als Ausdruck der
Freundlichkeit, oder des Gegenteils, denken?
Aber, so gestellt, scheint dies diese
Frage zu fragen, ob uns das gelingenc
wird //gelingen kann//.
Die Frage soll //sollte// lauten:
Wollen wir etwas eine freundliche, oder unfreundliche Haarfarbe
nennen?
Wollen wir solchen Wor- ten Sinn geben, so würden wir uns etwa einen
Menschen denken dessen Haare dun- kel werden, wenn er böse
zornig wird.
Das Hinein- lesen des bösen Ausdrucks in die dunklen Haare aber
geschähe mittels einer schon fertigen Idee.
Man kann sagen: das freundliche
26 Auge der freundliche Mund, das Wedeln des Hundes sind ˇunter
anderm primäre & von einan- der unabhängige Symbole der Freund- lichkeit, ich meine
damit: sie sind Teile der Phänomene die man Freundlichkeit
nennt.
Will man sich andere Erscheinun- gen als Ausdruck der Freundlichkeit
denken so sieht man jene Symbole in sie hinein.
Wir sagen “er macht ein finsteres Gesicht”;
vielleicht weil die Augen durch die
<(>heruntergezogenen<)>
Augenbrauen ˇstärker beschattet werden; & nun übertragen wir
die Idee der Finsternis auf die Haarfarbe.
Er macht finstere Haare.
Fragte man mich ob ich mir einen Sessel mit freundlichem Ausdruck
den- ken kann, so ich würde ich mir ihn gewiß vor allem mit
einem freundlichen Gesichtsausdruck vorstellen wollen, ein
freundliches Gesicht in ihn hineinlesen.⇄
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Ich sage: “dieses Gesicht (was
das zuerst den Eindruck der Furchtsamkeit
macht) kann ich mir auch als ein mutiges denken”.
Damit meinen wir nicht, daß ich mir vorstellen kann, wie jemand
mit diesem Gesicht ˇetwa einem Andern das Leben retten kann (das
kann man sich natürlich zu jedem Gesicht vorstellen).
Ich rede vielmehr von einem Aspekt des Gesichtes selbst.
Was ich meine ist auch nicht, daß ˇich
ˇkönne mir vorstelle, daß dieser Mensch sein Gesicht
in ein, im gewöhnlichen geläufigen Sinne, mutiges
veränd //in ein, nach der gewöhn- lichen
Auffassung// mutiges<,> ˇim gewöhnlichen
Sinn<,> verändern
27 kann wird;
wohl aber, daß es auf eine ganz bestimmte Art in ein solches übergehen
kann.
Die [u|U]mdeutung eines Gesichts- ausdrucks ist
ˇaber //wohl// zu
vergleichen mit der Umdeutung eines Akkordes in der Musik, wenn wir ihn
einmal einmal als Überlei- tung in
die<se> eine ei ˇeinmal in oder
jene Tonart ‘hören’
ˇ//empfinden//.
(Vergleiche auch den Unterschied Mischfarbe, Zwischenfarbe.)
⇄
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[Zu
S. 25] A
Das [H|h]ängt mit dem Gegen- satz von sagen
& meinen zusammen.
“Jeder Ausdruck kann
<(>doch<)>
lügen”: [a|A]ber denke doch nur was Du
mit “lügen” meinst.
Wie stellst Du Dir die Lüge vor? setzt Du nicht einen Ausdruck
einem andern entgegen?
Doch gewiß dem Ausdruck einen Vorgang, der auch Ausdruck sein
könnte.
⇄⇄
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Wenn wir uns fragen “welcher
ˇPersonen[N|n]ame
würde den Charakter dieses Menschen treffen” — klanglich
abbilden — so ist es gl steht gleichsam die
Projek tionsmethode, mittels
nach der wir abbilden, fest ˇ(So könnte sich etwa ein
Dichter fragen welchen Namen er einer Person geben
will.).
Manchmal aber projizieren wir den Charakter in den ˇgegebenen
Namen.
So scheint es uns, daß die großen Meister gerade die Namen haben die
einzig zu ih dem Charakter ihrer
Werke passen.⇄
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Erlebnis der wirklichen Größe.
Wir sähen
28 ein Bild da[ß|s] uns die Form eines Sessels
zeigt; man sagt uns, es stelle eine Konstruktion von Hausgröße vor.
Nun sehen wir es anders.⇄
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Was geschieht wenn wir lernen den Schluß einer Kirchentonart als Schluß zu
empfinden?⇄
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Denke an die Vielgestaltigkeit dessen was wir
“Sprache” nennen.
Wortspra- chen, Bildersprachen,
Gebärdensprachen,
Tonsprache.⇄
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Die philosophischen Schwierigkeiten, etwa das Wiedererkennen betreffend,
sind nicht solche die wir zwar in praxi übersehn
nicht merken, die sich aber zeigen wenn
sowie man die Phänomene Vorgänge
genauer betrachtet.
Sie zeigen sich vielmehr nur, wenn wir sie durch ein vorgefaß- tes
Schema ⇄
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Ich bin versucht zu sagen:
“‘[d|D]iesen Gegenstand kenne ich
wohl’”, das ist als sagte ich:
‘dieser Gegenstand ist in meinem Katalog
abgebildet’”.
Dann bestünde es also darin, daß so ein Bild in einem bestimmten Umschlag
mit andern zusammengebunden wäre; in dieser Lade läge.
—
Aber wenn ich mir das wirklich vorstell[t|e]e, & denke
29 ich vergliche einfach den gesehenen Gegenstand mit Bildern in
meinem Katalog & fände, daß er mit einem von ihnen übereinstimmt, so
wäre das eben nicht ähnlich dem Phänomen der Wohlbekanntheit.
Man nimmt nämlich an es ↻sei uns das
Bild in unse- rem Katalog • wohlbekannt.
Wäre es uns fremd, so würde die Tatsache daß es in die- sem Umschlag,
in dieser Lade ist liegt gar nichts für uns
bedeuten.⇄
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Wenn ich nun von dem Vorbild im Katalog meines Geistes rede oder
dem Futeral in worein in welches
der Körper Gegenstand paßt, wenn er mir wohlbekannt
ist, so möchte ich, daß das Futeral in meinem Geist sozusagen
als “Form der Vorstellung” ist, sodaß ich nicht
sagen kann, ein Vorbild sei in meinem Geiste, welches
<(>wirk- lich<)>
nicht dort ist.
— Das Vorbild zieht sich sozusagen in meinen Geist zurück, ist also
kein Objekt mehr für mich ihn.
Das heißt aber ˇnur: Das aber heißt
nur: es Es hatte keinen Sinn von einem
Vorbild überhaupt zu reden.
(Vergleiche ˇdamit die Idee [der|Die]
Raumbrille die man wir nicht ablegen kann.
können.)⇄
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Wenn wir von der Wohlbekanntheit als von einem Passen ˇdes
Gegenstandes in ein Futeral reden, so ist das nicht ganz
so als verglichen wir das Gesehene mit einem Abbild.
Wir meinen dann eigentlich das Gefühl, wie
wenn ein der Gegenstand ohne Widerstand in die
Form des Futerals gleitet.
Aber dieses Gefühl könnten wir auch
30 haben, wenn gar kein genau passendes Fu- teral
vorhanden wäre.
Wir könnten uns auch
jeden Gegen- stand in einem unsichtbaren Futeral denken
& das ändert gar nichts an unseren Erfahrungen & ist nun
eine leere Form der Darstellung⇄
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(Die Darstellung der Philosophie kann nur gedichtet werden.)
⇄
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(Philosophie dürfte man eigentlich nur dichten.
Daraus muß sich, scheint mir, ergeben, wie weit mein Denken der
Gegen- wart, Zukunft oder der Vergangenheit an- gehört:
Denn ich habe mich damit auch als einen bekannt, der nicht ganz kann,
was er zu können wünscht.⇄
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ˇ[Zu
S. 53] <A>
Die Beruhigung in der Philosophie tritt ein, wenn das erlösende Wort
gefunden ist. ⇄ ⇄
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“Es sollte eigentlich nicht heißen:
“ja, ich erkenne es, es ist ein Gesicht”
sondern: “ich erkenne es, ich sehe es als
Gesicht” sehe ein Gesicht”.
(Das Wort Gesicht könnte für mich hier das bloße Ornament
 115003
bedeuten
ˇ(ohne irgend eine Beziehung zum Geicht des
Menschen), wäre also auf derselben
gleicher Stufe wie irgend eine andere mir
wohlbekannte uns bekannte Figur,
z.B. ein Hakenkreuz.)
Denn die Frage ist
<(>hier<)>:
Was erkenne ich hier als was?
Denn, <“>ein Ding als
31 sich es selbst
erkennen<”>, heißt nichts.⇄
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Das Gedächtnis mit einem Notitz- buch verglichen:
Einerseits dient dieser Vergleich als Bild dessen was bewußt vorgeht;
anderseits gibt er ein psychologisches Modell.
(Und das Wort “bewußt” verweist hier auf einen
Abschnitt der Grammat<i>k & ist nicht der eine Teil des
psychologischen Gegensatzes “bewußt” —
“unbewußt”)⇄
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Die Vorgänge des Erinnerns sind sehr mannigfach.
“Bist Du gestern an bei
Deinem Tisch ge- sessen in Deinem Zimmer
gewesen?”
— “Ja.”
— “Bist Du sicher?”
— “Ich sitze jeden Tag an diesem Tisch &
ich wüß- te [es|doc]h
wenn [es|ich] gestern nicht geschehen hier
gewesen wäre!”
Dabei brauche ich mich keinen Augenblick vor dem
Tische sitzen
sehen in der Erinnerung in meinem Zimmer
sehen.
Aber nehmen wir an ich sähe mich während ich so spräche in meinem Zimmer
am Fenster stehen; wie zeigt mir das Bild das es
ges- tern war.
Freilich, das Bild könnte das auch zeigen, wenn ich
z in ihm etwa einen
Wandkalender mit dem gestrigen Datum sähe.
Wenn das aber nicht der Fall war, wie las ich dann aus dem Erinnerungsbild
ˇoder der Erinnerung ab daß ich gestern so am Fenster
stand, wie übersetzte ich die Erinner das
Erleb-
32 nis der Erinnerung in Worte?
— Aber über- setzte ichc sie denn
ein Erlebnis in Worte?
Sprach ich nicht einfach die Worte aus[?|;] War
das nicht und zwar in bestimmtem Tonfall & dergleichen
ˇErlebnissen der Sicherheit?
War das nicht aber das Erlebnis der Erinnerung?
(Das Erlebnis der Überzeugung ist von der Art des Erlebnisses des
Tonfalls.)
Aber was machte Dich so sicher als Du diese Worte sprachst?
Nichts; ich war sicher.
Ich kann freilich, was ich so aus- sprach, nun auf andere Weise —
wie man sagen würde — nachprüfen.
Das heißt: ich kann nun versuchen mich an
bestimmte spezielle Geschehnisse des gestrigen Tages
zu erinnern & mir Bilder vor's Auge zu rufen
etc..
Aber das mußte jedenfalls nicht geschehen sein ehe ich antwortete.
⇄
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Wenn wir einen Vorgang aus der Erinne- rung erzählen so sehen wir wohl
manchmal Erinnerungsbilder vor uns; meistens aber sind sie nur in der
Erin- nerung verstreut wie Illustrationen in einem
Märchenbuch.⇄
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Es sagt mir jemand: “stelle Dir auf dieser weißen Wand
einen Fleck vor von der Farbe die man ‘rot’
nennt”.
Ich tue es; — soll ich nun sagen ich habe mich daran
erinnert welche Farbe ‘rot’
heißt.
Wenn ich von diesem Tisch rede, erinne- re ich mich, daß
dieser Gegenstand ‘Tisch’
ge-
33 nannt wird.⇄
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Könnte man nicht einwenden: “So kann also der
gewisse Erinnerungen nicht haben, der keine Sprache gelernt
hat?”
Freilich, — er kann keine sprachlichen Erinnerun- gen,
sprachlichen Wünsche,
etc. haben.
Und sprachliche Erinnerungen,
etc., sind
Erinnerungen in der Sprache,
etc. sind … ja
nicht bloß<e> Übersetzungen fadenscheinige
Schema- ta; ist denn das sprachliche Erlebnis kein
Erlebnis? //Und Erinnerungenˇ,
etc., in der Sprache sind ja nicht bloß die
fadenscheini- gen Darstellungen wirklicher
eigentlicher //für
eigentliche// Erlebnisse; ist denn das Sprachliche
kein Erlebnis?//
(Worte sind Taten.) ⇄
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Manche Menschen erinnern sich an ein musikalisches Thema in der Weise, daß
das Notenbild vor ihnen auftaucht & sie es herunterlesen.
Es wäre denkbar daß, bei gewissen Menschen das Gedächtnis darin
bestün was wir das
“Gedächtnis Erinnern”
bei einem Menschen nennen, darin bestünde, daß er
sichˇ im Geiste, ein Buch Notizbuch
nachschlagend, sähe & daß was er in diesem Buch liest eben
das Erinnerte wäre.
(Wie reagiere ich auf eine Erinnerung?)
⇄
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Ubrigens, denke ich denn, wenn ich die
Ge- genstände meiner Umgebung als wohlbekann- te behandle, an diesen
Vergleich.
Natür- lich nicht.
Das tue ich erst, wenn ich den Akt des Erkennens (Wiedererkennens)
nachträglich
34 betrachte; & zwar nicht so sehr indem ich zu sehen
trachte, was dabei tatsächlich vorgegangen ist, als indem ich es durch ein
vorgefaßtes Schema betrachte.
(Fluß der Zeit.)
(Das Prob- lem vom Wesen der Zeit & dem Fluß der Zeit ist
diesem sehr ähnlich.)
<
[Von da an wieder auf
S. 155
Bd.
X] >
⇄
|
| |
|
|
ˇ[Zu
S. 161
Bd
X] <A)>
Ich nenne Regeln der Darstellung nicht Konventionen, wenn sie sich
ˇdadurch recht- fertigen lassen, daß die Darstellung,
mit wenn sie ihnen gemaß ist, mit der
Wirk- lichkeit übereinstimmt.
So ist die Regel, “male den Himmel heller als irgend
et- was, was von ihm sein Licht empfängt” keine
Konvention.
Die Regeln der Grammatik lassen sich nicht dadurch rechtfertigen, daß man
zeigt, ihre Anwendung führe zu einer Über- einstimmung der Darstellung
mit der Wirklichkeit.
Denn diese Rechtfertigung müßte das Dargestellte selbst
beschrei- ben. ⇄
|
| |
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|
<B)>
Kann aber die Rechtfertigung nicht einfach auf die Wirklichkeit
zeigen?
Inwiefern ist dieses Zeigen aber eine Recht- fertigung?
Hat es denn die Multiplizität einer Rechtfertigung?
Es mag freilich die Ursache sein
<(>davon<)> sein,
daß wir Ursache sein, warum wir … diesen Satz statt
jene[¿m¿|s]
sagen.
Aber gibt es einen Grund dafür?
Nennen wir das
35
“Rechtfertigung”?
⇄
|
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|
[Zu
S. 171
Bd X]
<A>
“Sprache” das ist ein Wort wie
“Tastatur”.
Es gibt Maschinen die eine Tastatur enthalten.
Nun könnte ich mich aus irgendwelchen Gründen für Formen von Tastaturen
interessieren (wirklich verwen solche
die im Gebrauch sind & auch andere bloß von mir
ersonnene).
Und eine Tasta- tur erfinden könnte heißen etwas erfinden was die
gewünschte Wirkung hat; aber auch auch neue Formen ersinnen die
den alten auf mannigfache Weise analog sind.
⇄
|
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|
|
[Zu
S. 172
Bd.
X.] <B>
“Die Regeln eines Spiels sind willkürlich”
heißt: der Begriff “Spiel” ist nicht durch die
ps Wirkungen, die das Spiel auf uns haben
soll, definiert. ⇄
|
| |
|
|
[Zu
S. 175
Bd
X] A C
Ist die Philosophie ein Geschöpf der Wortsprache?
Ist die Wortsprache eine Bedingung für die Existenz der
Philosophie?
Richtiger würde man fragen: Gibt es außer- halb des
Gebietes unserer Wortsprachen auch etwas der Philosophie
analoges?
Denn die Philosophie,
<(>das<)> sind die
philosophi- schen Probleme,
d.i. die bestimmten
indivi- duellen Beunruhigungen, die wir
“philoso- phische Probleme” nennen.
Das ihnen Gemeinsame reicht soweit als wie das
Gemein- same zwischen verschiedenen Gebieten.
<unserer Sprache>
36
Betrachten wir nun ein bestimmtes philosophisches Problem, etwa das:
“Wie ist es möglich einen Zeitraum zu messen da
<(>doch<)>
Vergangenheit & Zukunft nicht ge- genwärtig sind &
die Gegenwart nur ein Punkt ist” —; so ist das
Charakteristische da- ran, daß ˇsich hier eine Verwirrung in Form
einer Frage äußert, welche die diese Verwir- rung nicht
anerkennt.
Daß er //der
Fragen- de// der Frager//
durch eine bestimmte Ände- rung seiner Ausdrucksweise von seinem Problem
erlöst wird.
⇄
|
| |
|
|
[Zu
S. 175
Bd X]
A
Ein dem philosophischen analoges Problem, oder eine
Beunruhigung, könnte etwa dadurch entstehen, daß je- mand auf allen
Tasten des Manuals spiel- te, daß das Ergebnis nicht wie Musik
klänge, & daß er doch versucht wäre zu glauben
denken, es müsse Musik sein.
etc..
⇄
|
| |
|
|
<
[Etwas, was auf den ersten Blick ausschaut wie ein Satz &
keiner ist]
[Zu
S. 175
Bd X]
B >
Ich möchte hier Der folgende die Erfindung ein
einen Vorschlag zur Konstruktion einer
Mo- tor[s|S]traßenwalze ˇwurde mir
mitˇgeteil[e|t]n we der & scheint
mir philosophisches Interesse zu haben<. > scheint. ˇ
Der Irrtum des Erfinders hat mit einem philosophischen Irrtum
Verwandtschaft.
Das Wesentliche [der|Die] Erfindung
war ist ˇbesteht darin, daß
der Motor sich im [i|I]nneren der hohlen Walze
befinde[n|t] sollte.
Die Kur- belwelle läuft durch die Mitte der ˇhohlen Walze
& ist an beiden Enden durch Speichen mit dem
Walzenrand¿e¿ ihr verbunden.
Der Zylinder des Benzin- motors ist an der Innenseite der Walze
befestigt.
Auf den ersten Blick sieht diese
37 Konstruktion wie eine Maschine aus.
— Aber sie ist //Tatsächlich aber ist
sie// ein starres System & der Kolben kann sich im
Zylinder nicht aus & einc noch bewegen.
Wir haben sie ihn selbst jeder der
Bewegungsmöglichkeit beraubt & wissen es nicht.
 115004
⇄
|
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Wir sagen: “der Hahn ruft die Hühner durch sein Krähen
herbei”; aber liegt dem nicht schon der Vergleich mit unserer
Sprache (Wortsprache) zugrunde?
— Wird der Aspekt nicht ganz verändert, wenn wir uns vorstellen durch
irgend eine phy- sikalische Einwirkung ziehe das Krähen die Hühner
an?
Wenn aber gezeigt würde in welcher Weise die Worte “komm zu
mir!” auf den Angesprochenen einwirken, so daߡ, unter
gewissen Bedingungen, am Schluß gewi[ß|s]se Muskeln
innerviert werden & er zu mir kommt, — würde damit
jener Satz den Charakter des Satzes verlieren?
|
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Unsere Sprache, unsere Wortsprache, ist vor allem <das>
was wir “Sprache nennen”, & dann Anderes
nach seiner Analogie oder Vergleich- barkeit mit ihr.
|
| |
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Das Achselzucken, wenn wir es (etwa in einem Gespräch)
meinen, als Antwort
38 geben, wird allerdings anders erlebt als ein
Achselzucken das etwa durch dieselbe Bewegung wenn sie durch
… einen Schmerz in der Schulter bewirkt wird.
Und wir fragen auch etwa:
“war das ein Achselzucken oder hat es nur so
ausge- schaut”. “war das als
Achselzucken ge- meint, oder war es nur eine zufällige
Bewegung?”
— Würden wir aber das Achsel- zucken ein Zeichen nennen, wenn wir
es nicht in Verbindung mit der Wortsprache gebrauchten?
|
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ˇDer Fall //Die
Fälle//:
“[J|j]emand<em> ein Zeichen geben
wollen.”.
— Ich bedeute jemand mit einer Bewegung der Hand, daß er sich setzen
soll; unmittel- bar neben ihm steht ein Anderer; aus der Richtung meines
Blicks & meiner Ge- bärde ist nicht zu entnehmen welchem von
Beiden ich das ein Zeichen gebe.
Nun fragt man mich<:> ,
“welchen hast Du gemeint”,, &
ich antworte: “den A”.
Worin lag bestand dieses Meinen?
Oder: Worin lag der Unterschied zwischen den Vorgängen, mit
diesem Zeichen den A & den B zu meinen.
Mußte das Kriterium darin liegen daß irgend
etwas Unterscheidende ein Vorgang sein welcher den des
Zeigens der //die// Handbewegung, des
Blickes //den Blick//,
etc., begleitete? konnte es nicht darin
liegen, daß ich auf <ich> mich ärgerte wenn sich
auf mein Zeichen der A stehen blieb; oder darin, daß ich auf
die Frage “wen hast Du gemeint” antwortete:
“den A”?
Oder in einer Kombina- tion dieser & andrer?
39
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|
|
Mache diesen [v|V]ersuch: Sage
“hier ist es kalt” & meine
“hier ist es warm”.
Kannst Du es?
— Und was tust Du dabei?
Und gibt es nur eine Art das zu tun?
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|
“Der Hund meint etwasˇ damit, wenn er mit dem
Schweif Schwanz wedelt”.
Was betrachten wir als Kriterium dafür?
Wie würden können wir das
begründen? //Wie könnte man das
begrunden?”//
|
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⇐
Wir würden kaum fragen, ob das Krokodil etwas damit meint, wenn es mit
offenem Rachen auf einen Menschen zukommt.
Und wir würden erklären: das Krokodil könne nicht denken &
darum sei eigentlich hier von einem Meinen keine Rede.
|
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|
|
Wenn wir die Achsel zucken, so sind die begleitenden psychischen
Erlebnisse, dabei die seelischen Erlebnisse, …
nicht wesentlich verschieden die
Meinungs erlebnisse, //, was man die
Meinungserlebnisse nennen könnte,// nicht wesentlich
ver- schieden von denen beim [a|A]ussprechen eines Wortes
ode[i|r] Satzes: “vielleicht —
”, “ich weiß nicht”, “weiß
Gott”
etc.
—
Diese Worte können gewiß so unwillkürlich (ich meine aber nicht
papageienhaft) ausgesprochen werden wie eine Geste gemacht werden
kann.
40
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|
Ad hoc “erfunden” sind natürlich
meine Wörter & Gesten nicht; aber nicht alles, was nicht erfunden
ist, ist von früher vereinbart.
“Contract
sociale” Auch hier
ist in Wirklichkeit kein Vertrag geschlossen worden; aber die
Situation ist mehr oder weniger der ähnlich, analog, der, in
welcher wir wären, wenn ….
Und sie ist ˇvielleicht mit Nutzen unter dem Gesichtspunkt eines
solchen Ver- trages zu betrachten.
|
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|
|
Was heißt es, zu wissen, was eine Pflanze ist?
Was heißt es, es zu wissen & es nicht sagen zu können?
(Socrates: “Du weißt es, & kannst
hellenisch reden, also mußt Du es doch sagen
können.”)
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Hat dieses Wissen die Multiplizität eines Satzes, der nicht ausgesprochen
wurde?
So daß, wenn der Satz ausgesprochen würde, ich ihn als den Ausdruck meines
Wissens anerken- nen würde?
— Ist es nicht vielmehr so, daß jede exacte
Definition als Ausdruck unseres Verstehens abgelehnt werden müßte?
D.h.: müßten wir nicht von so einer sagen, sie
bestimme zwar eine[m|n], dem unsern verwandten Begriff, aber
nicht diesen selbst?
Und die Verwandtschaft sei etwa die zweier Bilder, deren eines aus
unscharf begrenzten Farb- flecken, das andere aus ähnlich geformten
41 & verteilten, aber scharf begrenzten
bestün- de?
Die Verwandtschaft wäre dann eben- so unleugbar, wie die
Verschiedenheit.
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|
Vergleiche:
<1> “Wissen was eine Pflanze ist”
⇆ <3>
“Wissen wieviel 25 × 25 ist” wie
hoch der Stephansturm ist” <4>
“Wissen wie eine Klarinette klingt”
↺ <2> “Wissen
wie man das Wort ‘Pflanze’
gebraucht”. ⇄
Im dritten Fall wäre es allerdings seltsam zu sagen,
man wisse es, könne es aber nicht sagen. Wenn wir uns
darüber wundern daß [e|E]iner etwas wissen, & es nicht
sagen kann, werden wir da nicht durch eine scheinbare Analogie mit einem
Fall wie
No 3 geleitet?
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“Ich weiß, was eine Pflanze ist: , was
Pflanzen sind: ich kann [d|D]ir
w Pflanzen welche
zeigen, aufzeichnen, beschreiben.”
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Was nennen wir denn <eine>
“die “Antwort auf die Frage:
‘was ist eine Pflanze’”.
Nun etwa: “[s|S]iehst Du, das, das,
& das sind Pflanzen”.
Auch eine Verbaldefinition ˇder Botanik etwa, würden wir eine
“Antwort” nennen; aber sie wäre eine andere
Antwort und nicht mit der ersten äquivalent.
Sowenig, wie die Erklärung ˇdes Schrittmaßes, die etwa vor einigen
hundert Jahren ein Vater seinem Sohn gegeben hat mit
der: “ein Schritt = 75
cm”.
Diese Antworten sind verwandt aber nicht äquivalent & die zweite
ist nicht vielleicht die eigentlich richtige, die die erste
ungenaue selbstver-
42 ständlich ersetzt wenn wir nur einmal die richtige
kennen.
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Ich sage: “der Boden war ganz mit Blu- men
bedeckt”.
Wollte jemand eine Erklä- rung dessen was ich meine so wäre etwa die
gemäßeste ich könnte ihm ein ˇgemaltes Bild eines solchen Bodens
zeigen.
Und ich würde ihm sagen: “siehst Du, so hat es
ausgesehen”.
Will ich nun, daß er versteh[t|e], jede Blüte & jedes Gras sei genau in der Lage
& von gewesen, wie es sie auf dem Bild zu
sehen sind?
— Und wenn das nicht, ist es das ein Fehler des
Bildes & meine ich, daß ein anderes mög- lich wäre welches die
genauen Lagen zeigte?
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“Ist ein verschwommener Begriff überhaupt ein
Begriff?”.
Ist eine unscharfe Photo- graphie das ein Bild eines
Menschen?
Kann man ein unscharfes Bild überall immer mit Vorteil
durch ein scharfes ersetzen?
Ist das unscharfe nicht oft ˇgerade das was wir brauchen man
braucht?
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“Was ist eine
‘exacte’ Definition im
Gegen- satz zu einer
unexacten?”
Nun, etwa, eine Definition in der die Wörter nicht das
Wort “ungefähr”,
“beiläufig”, & oder
ähnliche vorkommen.
43
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Denken wir an ein anderes Beispiel: den Gebrauch des Wortes
“eiförmig” oder
“Osterei”.
Wir würden einen Gegenstand von dieser Gestalt
 115005
nicht mehr
als Osterei gelten lassen & doch nicht sagen können bei welchem
Verhältnis der Länge S & Breite etwas anfängt ein Osterei zu
sein.
Ja, wenn Einer nun ein solches Ver- hältnis angäbe, so könnten wir es
nie als die richtige Begrenzung unseres Begriffes angeben
anerkennen.
Sondern wir müßten
//würden// entweder sagen:
“Nein, das nenne ich kein Osterei,
das es ist zu schlank (oder zu dick,
etc.)” — oder: “ja,
das ist ein Osterei, aber der Grenzfall ist es nicht
gerade”.
Diesen gibt es eben nicht in unse- rem Kalkül & wer einen
Grenzfall einführte, führte einen neuen Kalkül ein.
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Beim Fürs Preisschießen gibt es Statuten, welche
be- stimmen wie die Preise nach der Lage der Schüsse auf der Scheibe zu
verteilen sind.
Muß es nun auch für alle denkbaren vorstellbaren
Grenzfälle Regeln geben.
Würde man sagen, die Preisverteilung gelte nicht, weil für diesen Fall in
den Regeln nicht vorgesehen
//vorgesorgt// war; selbst wenn dieser Fall beim
Preisschießen gar nicht eingetreten ist.
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Wenn man sagt “Moses hat nicht
existiert, so kann das verschiedenerlei
bedeuten.
Es kann heißen: die Is[t|r]aeliten haben
keinen nicht einen
44 Führer gehabt als sie vonc aus
Aegypten
auscgezo- gen
sind: — oder: ihr Führer hat nicht
“Moses” geheißen
— oder: es hat keinen Menschen gegeben der alles das
voll- bracht hat, was die Bibel von Moses erzählt.
etc.,
etc..
— Russell würde
sagen, daß der Name “Moses” durch verschiedene Beschreibungen definiert
werden sein kann.
(
Z.B.: “der Mann welcher
zu dieser Zeit & an diesem Ort lebte & damals
‘Moses’ genannt
wurde”, “der Mann, welcher die Israeliten durch die
Wüste führte”, “der Mann, welcher als Kind von der
Tochter des Pharao Pharaos aus dem Nil gefischt
gzogen wurde”
etc..
Und je nachdem wir die eine oder andere Defini- tion annehmen bekommt
der Satz “Moses hat
existiert” einen andern Sinn & ebenso jeder andere Satz
der von Moses handelt.
Man wird auch, wenn uns jemand sagt “
N existiert
nicht”, fragen: “Was meinst Du?
willst Du sagen, daß …, oder daß …,
etc.?”
<Wenn ich nun ˇ
z.B. sage
Oder wenn ich sage “
N ist
gestorben”, so> <hat kann es mit dem Gebrauch
der Bedeutung des Namens <’N’ >> Wenn ich nun sage
“N“ gewöhnlich unge etwa fo diese Bewandtnis haben: Ich glaube, daß ein Mensch
gelebt hat, den ich 1.) dort & dort gesehen habe, der
2.) so & so ausschaut, 3.) das &
das ge- tan hat & 4.) in der bürgerlichen Welt den
Namen ‘
N’ führt.
Gefragt, was ich unter ‘
N’ verstehe,
würde ich [a|A]lles das, oder [e|E]iniges davon,
& bei verschiedenen Gelegenheiten Verschiedenes
aufzählen. —
45
und ebenso Meine Definition von
‘
N’ wäre also etwa: “der
Mann, von dem das alles das stimmt”.
Wenn aber nun etwas davon sich als falsch erwiese, —
wäre ˇwerden wir nun den der Satz
“
N ist gestorben“ nun als falsch anzusehen? auch,
wenn ansehen; auch, wenn etwas was uns uns ganz
nebensächlich ist werden wir ich nun den Satz “
N ist
gestorben” für falsch er- klären auch wenn sich ˇnur
etwas mir ganz Nebensächliches, was ich in die Erklärung des Namens
‘
N’ hineingenom- men habe, als falsch
herausstellt.
Ich werde dann meistens ohne weite- res bereit wohl
bereit … sein die Definition etwas abzuändern.
Das kann man nun so ausdrücken, daß ich den Namen
‘
N’ ohne eine feste Bedeutung
gebrauche.
(Was seinem Ge- brauch so wenig Eintrag tut wie einer Brücke, daß
sie kein absolut starrer Körper ist.)
Sol Heißt das nun daß ich nicht Soll man
nun sagen das heiße, daß ich ein Wort gebrauche dessen Bedeutg ich nicht
kenne,
daß also, was ich sage Unsinn ist?
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Und hier erinnere ich mich daran, daß Ram- sey einmal betont hat, die Logik sei eine
“normative Wissenschaft”.
Die genaue Idee, welche ihm dabei vorgeschwebt hat, kann ich nicht
sagen. //Ich weiß nicht die genaue Idee,
…
hat.”//
Sie war aber zweifellosc gewiß eng
verwandt ˇmit der, welche mir erst später klar wurde, daß wir nämlich
in der Philo- sophie den Ge Gebrauch der Worte mit
Spielen nach niedergelegten Regeln Kalkülen nach festen
Regeln vergleichen, aber nicht sagen können, wer die Sprache
gebrauche, spiele
46 müsse
ein Spiel nach irgend einen Kalkül nach festen Regeln
betreiben.
— Sagt man nun aber, daß unsere Sprachgebrauch sich solchen
Kalkülen nur nähert, so stehen wir steht man damit
unmittelbar am Rande einer Reihe von Konfusionen.
Denn nun kann es scheinen, als redeten wir in der Logik von einer
idealen Sprache.
Als wäre unsre Logik gleichsam eine Logik für den luftleeren Raum.
Während man die Logik doch nicht von einer Sprache
redet (wie die Physik von einer Naturerscheinung), & man also
höchstens sagen kann, wir konstruierten ideale Sprachen.
Aber hier ist wieder das Wort “ideal” irreführend,
denn es scheint nun als wären diese Sprachen besser, vollkommener, als die
Umgangsspra- che & als brauchte es also den Logiker damit der
den Menschen endlich zeige, wie sie einen richtigen Satz sprechen
sollen. wie ein richtiger Satz ausschaut.
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Unsere Untersuchung trachtet nicht die eigentliche, exakte Bedeutung der
Wörter zu finden; wohl aber geben wir den Wörtern im
Verlauf unsrer Untersuchung oft exakte Bedeutungen.
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Denn was soll ich die ‘Regel’ nennen,
‘nach der er vorgeht’?
Die Hypothese, welche seine Spielhandlungen, soweit ich sie kenne,
zufriedenstellend beschreibt, — oder die
47 Regel, die er beim Spielen nachschlägt, — oder die Regel
die er mir, wenn ich ihn nach seiner Regel frage, zur Antwort gibt.
Wie aber, wenn die Beobachtungen c der
Spielhandlung des Spiels keine klare Regel zeigt
//erkennen läßt// , wenn man aus der
Beobachtung des Spiels keine klare Regel entnimmt, & er
keine Regel nachschlägt, & die Frage keine Regel zu Tage
fördert?
Denn er gab mir zwar auf meine Frage, was er unter
‘
N’ ver- stehe, eine Erklärung, war
aber bereit diese Erklärung zu widerrufen &
abzuän- dern.
Wie soll ich also die Regel be- stimmen, nach der er spielt? er
weiß sie selbst nicht.
Oder richtiger: Was soll der Ausdruck “Regel nach
welcher er spielt” hier noch besagen?
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Wir können uns doch sehr wohl vorstellen, daß sich Menschen auf einer
Wiese damit unterhielten, mit einem Ball zu spielen, & zwar
so, daß sie verschiedene ˇgeregelte Spiele anfin- gen, manche
davon nicht beendeten, dazwi- schen den Ball auch planlos in die
Höhe würfen & auffingen, dann ˇwieder würden sie
einige versu- ch[en|ten], wie hoch jeder
sie den Ball werfen k[a|ö]nnen oder einander mit dem
Ball im Scherz bewerfen
etc..
Und nun sagte Einer: die ganze Zeit hindurch spielen die Leute ein
Ballspiel & richten sich daher nach bei jedem Wurf nach
bestimmten Regeln.
Und wäre es anderseits richtig zu sagen: “sie
spielen also nicht mit dem
Ball.”
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Welches ist die Bedeutung eines Wortes wenn der Redende sie nicht angeben
kann?
Nun, wir
48 werden ˇvielleicht sein
<(>tatsächliches<)>
Verhalten als ein Schwanken zwischen mehreren verwandten Bedeutungen
beschreiben können.
Ich frage ihn: “was hast Du eigent- lich
gemeint?” — und als Antwort wird er mir
verschiedenes angeben & sich vielleicht an mich
wenden, daß ich ihm ein sein
Regel- verzeichnis einrichte, daß seinem Zweck
entspricht.
— Es wird sich dann in un- serm Gespräch oft die Redensart
finden: “Du wolltest also eigentlich sagen
…”.
Und diese kann ˇleicht ganz mißverstanden wer- den:
sie ist ˇmuß nämlich keine Beschreibung des
seines Geisteszustandes als er eines Vorgangs ˇsein der etwa darin besteht daß
man das eine sagt während man das andere sagen will; als wäre, was man
“eigentlich sagen wollte” damals schon irgendwie,
wenn auch nicht in lauten Worten, ausgedrückt ge- wesen.
<
⇆⋎ [neuer Absatz
S. 53
A] >
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(Eine der irreführendsten Redeweisen ist die Frage “was
meinst Du meine ich damit?”
—
Man könnte in den meisten Fällen darauf antworten:
“Gar nichts — ich sage
…”)
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[Gehört nicht hierher] Was
geschieht, wenn wir uns bemühen, etwa beim Schreiben eines Briefes, den
richtigen Ausdruck unserer Gedanken zu finden?
Diese Redeweise vergleicht den Vorgang dem einer Übersetzung
oder Beschreibung: [D|d]ie Gedanken sind da,
49 etwa schon vorher & wir suchen nur noch nach ihrem
Ausdruck.
<(>Und<)>
dDieses Bild trifft
in verschiedenen Fällen mehr oder weniger zu.
— Aber was kann hier nicht alles geschehn!
Etwa: ich gebe mich einer Stimmung hin, & der Ausdruck
kommt; oder: es schwebt mir ein Bild vor & ich
trachte es zu beschreiben , das ich …; oder: es fiel mir ein englischer Ausdruck ein
& ich will mich auf den entsprechenden deutschen besinnen;
oder: es kommt mir eine Gebärde & ich frage mich,,
“welches ist denn der Satz, der dieser Gebärde
ent- spricht?”
Endlich fällt mir einer ein & scheint der Gebärde angemessen;
etc.
etc..
Wenn man nun fragte: “hast Du den Gedanken, ehe Du den
Ausdruck hattest”, was müßte man da antwor- ten?
Und was auf die Frage: “worin bestand der Gedanke, wie
er vor dem Aus- druck vorhanden war?”
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[Ich glaube, dieser Satzˇ, oder ein ähnlicher
gehört zu einer Untersuchung was ¿er¿ <…>
Frage des augenblicklichen Verstehens
etc.]
⇆
Bd
X /109 /1 <ˇ
gehört zu¿:¿ “Was ist ein
Satz? [w|W]as ist ein
Wort? Unsere
alltä- glichen Begriffe “Satz”,
“Wort”
etc sind viel zu
wüst, zu ungeklärt. Sollte man nicht von den
Sinnesdaten der Sätze
etc reden?>
⇐Hier ist es schwer gleichsam den Kopf
oben zu behalten, — zu sehen, daß wir bei den Dingen des alltäglichen
Den- kens bleiben müssen & nicht auf den Abweg zu geraten, wo es
scheint, als müßten wir letzte //die
letzten// Fein- heiten beschreiben, die wir doch wieder
mit unsern Mitteln gar nicht be- schreiben könnten.
Es ist ˇuns, als sollten wir ein zerstörtes Spinnennetz mit
un- seren Fingern
zurecht richten in Ordnung
bringen. //wieder
herstellen//. <//wieder
richten//> <//wieder in
Ord nung bringen//>
⇄
50 <
{Diese Bemerkung bezieht sich auf den Fall, wenn wir scheinbar von den
Dingen des Alltags zu immer schwerer fassbaren
hinabsteigen & in den brauenden Nebeln zu ertrinken
drohen} >
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Was versteht man unter “allen Regeln des
Tennisspiels”?
Alle Regeln die in einem bestimmten Buche stehn, oder alle, die der
Spieler im Kopf hat, oder alle, die je ausge- sprochen wurden, oder gar,
alle, die sich angeben lassen?
— Daher wollen wir lieber nicht so vag von ‘allen
Regeln’ re- den, sondern nur von bestimmten Regeln, oder
allen Regeln eines Verzeichnisses; und dergleichen.
Und das Gleiche gilt von den Regeln über die Verwendung eines
Wortes.
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Es ist nicht unsere Aufgabe, unsere Sprache die
Wortsprache zu verbessern, exacter zu machen,
oder gar <(>zu
versuchen,<)> an ihre Stelle eine
‘ideal exkte’ zu setzen.
Wir haben von einer solchen gar keinen Begriff.
Damit sage ich nicht, daß wir für unsere Zwecke nicht auf
pr[e|ä]ziseren als Ausdruck dringen, als
dringen müssen als … den üblichen
gebräuchlichen.
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Die Verkehrsregelung in den Straßen erlaubt & verbietet
gewisse Verkehrshandlungen
Handlungen (der Fahrer & Fußgänger); aber sie
versucht nicht ihre sämtlichen
Bewe- gungen der Fußgänger & Fahrzeuge durch Vor- schriften zu regeln
//durch Regeln zu leiten//.
Und es wäre unsinnig von einer idealen Verkehrs- ordnung zu reden, die
das täte; wir wüßten nicht, wie wir uns dieses Ideal zu denken hätten
//; wir wüßten nicht, was wir uns unter diesem Ideal zu
denken hätten//.
Wünscht Einer die Verkehrsordnung in irgendwelchen Punkten
51 strenger zu gestalten, so bedeutet das nicht, er wünsche
sich sie so einem Ideal zu nähern anzunähern.
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Wir verstehen was es heißt: eine Taschenuhr wird auf die genaue
Stunde gestellt, — oder: sie wird gerichtet daß sie genau
geht.
Wie aber wenn man fragte: ist diese Genauig- keit eine
ideale Genauigkeit, oder, wie weit nähert sie sich
ihr? , wie nahe kommt sie ihr?
— Wir können freilich von Zeitmessungen Gehe
reden, bei welchen es eine andere &, in
ˇeinem gewisse[m|n] Sinne, größere Genauig- keit gibt als
bei der Zeitmessung mit der Taschen- uhr.
Wo die Worte “die Uhr auf die genaue Stunde
stellen” eine andere (wenn auch verwandte) Bedeutung
haben, & die Uhr ablesen ein anderer Prozess
ist,
etc..
Wenn ich nun jemandem sage: “Du solltest pünktlicher zum
Unterricht Essen kommen, Du weißt daß es genau
um 1 Uhr anfängt”, — wird man sagen, daß die Genauigkeit,
von der hier die Rede ist, hinter der idealen, der sich die
zurücksteht, der sich die Zeitmes- sung im Laboratorium
zunähert?
Gibt es ein Ideal der Genauigkeit?
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Gibt es ein komplettes Regelverzeichnis für die Verwendung eines
Wortes?
Wie hat man sich das vorzustellen?
Gibt es ein komplettes Regelverzeichnis für die Verwendung einer Figur im
Schachspiel?
Könnten wir uns nicht Zweifel konstruie- ren die das normale
Regelverzeichnis nicht beseitigt //nicht zweifelhafte
Fälle Zweifel<s>fälle konstruieren in de- nen
das die das normale Regelverzeichnis nicht
ent- scheidet//?
Fragen wir etwa: Denke etwa an so eine
Frage: wie ist es festzustel-
52 len wer zuletzt gezogen hat, wenn die
Zuver- lä[ß|ss]igkeit des Gedächtnisses der Spieler
ange- zweifelt wird.
Macht aber die Möglich- keit eines solchen Zweifels das
Schach- spiel zu einem nicht ganz idealen Spiel? und welchen
Begriff haben wir von diesem Ideal?
Es scheint da fast als wären alles was wir ein
‘Ideal’ nennen nur ein ange- nähertes Ideal
gegen das ideale Ideal.
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Man kann fragen: Wenn wir nicht eine ideale Exaktheit im
Gegensatz zu der alltäglichen anstreben, wozu a<r>beiten wir an der
Grammatik unserer Sprache überhaupt herum?
Und die Antwort ist: Wir wollen nicht das
Verwirrungen & Beunruhigungen be- seitigen die aus der
Schwierigkeit entspringen, das System unsrer Ausdrucksweise zu
übersehen.
Wir werden dazu Unterscheidungen hervorheben, die in
den Formen unserer Sprache unserer gewöhnlichen Notation
nur einen schwachen, schwer sichtbaren Aus- druck
finden.
Dadurch kann es allerdings den Anschein haben als setzten wir uns vor die
Sprache zu reformieren.
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Wir wollen nicht das Regelsystem in unerhörter Weise
[f|v]erfeinern oder komplettieren.
So eine Reform für bestimmte praktische Zwecke<,> ist wohl
denkbar die Verbesserung unserer Terminologie zur Vermeidung von
Mißverständnissen ˇ[kein Beistrich] ist wohl
denkbar.
53
(Wenn zwei Mitglieder einer Familie
‘Paul’ heißen, so ist es oft zweckmäßig,
den einen von ihnen bei einem andern Namen zu nennen.)
Aber das sind nicht die Fälle, mit denen wir es zu tun haben.
Die Konfusionen die uns beschäftigen entstehen, gleichsam, wenn die
Sprache feiert, nicht wenn sie ar- beitet.
(Man könnte sagen: “wenn sie
leer- läuft”.)
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Wir wollen nicht das Regelsystem in unerhör- ter Weise verfeinern oder
komplettieren. vervollständigen.
⇆
⋎ [in dieser Zeile:
S. 30 A]
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|
[Zu
S. 48] A
“Du wolltest also eigentlich sagen” mit
dieser Redeweise leiten wir jemand von einer Ausdrucksform zu einer
andern.
Man ist, wie gesagt, versucht zu meinen, das, was er eigentlich
“sagen<…> wollte”, was er
“meinte” sei als er es meinte noch ehe
wir es aussprachen in seinem Geist ausgedrückt gewesen.
(Man sagt in gewissen Fällen, es habe ihm vorgeschwebt: auch
dieser Ausdruck beschreibt sehr
mMannigfa- ches Vorgänge.)
Was uns dazu bewegt einen Aus- druck aufzugeben & statt
seiner an seiner Stelle einen andern z
anzunehmen kann sehr von man- nigfacher Art sein.
Um [d|D]as zu verstehen, ist es sehr nützlich, das Verhältnis
zu betrach- ten, in welchem d[ie|er] Lösung eines mathema- tischen Problems zum
ˇursprünglichen Sinn der Fragestellung zu betrachten.
//Das zu verstehen, ist es nützlich das Verhältnis zu
betrachten, in welchem die Lösun-
54 gen mathematischer Probleme zum
ursprün- glichen Sinn zum Anlaß & Ursprung der
Fragestellung stehen.//
Das Verhältnis der Begriffe ‘regelmäßiges Fünfeck’
in der Frage.
Das Verhältnis der Begriffe ‘Dreiteilung des Winkels mit
Lineal & Zirkel’, wenn Einer nach der Dreiteilung sucht,
& anderseits, wenn bewiesen wird ist, daß sie
unmöglich ist.
⇄
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Nehmen wir an, es fragt mich jemand (wie oben):
“was verstehst Du unter ‘Moses’?”
Ich erkläre nun: “unter
‘Moses’
ver- stehe ich den Mann, wenn es einen sol- chen gegeben hat, der
die Israeliten aus Ägypten geführt hat, wie immer er damals
genannt worden sein mag & was immer er sonst getan oder nicht getan
haben mag”.
Aber über die Worte dieser über den Gebrauch der Worte dieser
… Erklärung sind ganz analoge
ähnliche Zweifel möglich wie über den Namen den Gebrauch
des Namens “Moses”.
(Was nennst Du
“Ägypten”<;> ?
wen, “die Israeliten”?
etc..)
Ja diese Fragen kommen auch nicht zu einem Ende, wenn wir etwa bei
Wörtern, wie “rot”,
“dunkel”, “süß”, angelangt
wären.
“Aber wie hilft mir dann eine Erklärung zum Verständnis, wenn
sie doch nicht die letzte ist?
Dann komme stehe ich ja also nie auf festen festem Grund<!> ?
Die Erklärung ist dann ja nie beendetc, ich verstehe also nie
was er meint.// ichc
Ich verstehe also noch immer nicht, & nie, was
er meint.//”
Nun, “Ver- ständnis” nenne ich ˇaber
gerade, was mir eine Er- klärung gibt[,|.] sie
hat sollte nur die Schwierigkeit beseitigt
beseitigen die ich
hatte.
Als ich nach einer Erklärung fragte,
55 war es das, was ich brauchte. Die
Antwort hat fragte ich gerade nach einer solchen Antwort.
Sie hat … die Schwierigkeit beseitigt, die
ich hatte.
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“ Ist der Begriff ‘rot’
un[f|d]efinierbar?
“Undefinierbar”, darunter stellt man sich etwas
wie vor wie unanalysierbar; & zwar so, als wäre
der betreffende hier ein Gegenstand
unanalysierbar (wie ein che- misches Element).
Dann wäre die Logik also doch eine Art sehr allgemeiner
Na- turwissenschaft.
— Aber die Unmöglich- keit der Analyse entspricht einer von uns
angenommenen
<(>festgesetzten<)>
Weise Art & Weise der Darstellung.
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Wir könnten sagen fragen:
“Wie denn,
‘undefinierbar’!
Könnten Können wir denn versuchen es zu
definieren?
Und wie?”—
↺
⇆⋎ [Hierher gehört
als eigener Absatz ein Satz aus
Bd
X. der ungefähr lautet: “Das einzige
Korrelat zu ˇin unserer Ausdrucksweise zu einer
Naturnotwendigkeit ist eine willkürliche
Regel.”] ⇄
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Es ist von der größten Bedeutung, daß wir uns zu einem Kalkül der Logik
immer ein Beispiel seiner Anwendung denken, auf welches der Kalkül
wirklich eine Anwendung findet, & ˇdaß wir nicht
Beispiele, von denen wir geben & sagen,
sie seien eigentlich nicht die idealen, diese ˇaber hätten wir noch
nicht.
Das ist das Zeichen einer falschen Auf- fassung.
(Russell &
ich haben, in verschiedener Weise an ihr laboriert.
Vergleiche was ich in der
“Abhandlung⇒”
“
Log. phil.
Abh.”⇒ über Elementarsätze
56 & Gegenstände sage.)
Kann ich den Kalkül überhaupt verwenden, dann ist dies auch die ideale
Verwendung, & die Verwendung um die es sich
handelt.
Einerseits will man nämlich das Beispiel nicht als das eigentliche
anerkennen, weil man in ihm eine Mannigfaltigkeit sieht, der der Kalkül
nicht Rechnung trägt.
An- derseits ist es doch das Urbild des Kal- küls & er
davon hergenommen, & auf eine geträumte Anwendung kann man nicht
warten.
Man muß sich also eingestehen, welches das eigentliche
Urbild Vorbild des Kal- küls ist.
Nicht ˇaber, als habe man damit einen Feh- ler begangen, den
Kalkül von daher genom- men zu haben; sondern der
Fehler . Der Fehler … liegt darin, dem Kalkül
seine wirkliche eigentliche Anwendung jetzt nicht
zuzugestehen & sie , sondern sie
in einer für eine nebulose Ferne einen
idealen Fall zu versprechen.
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Denken wir Spengler
sagte: “[i|I]ch vergleiche
verschiedene Kulturperioden dem Leben von Familien; innerhalb einer Familie
gibt es eine Familienähnlichkeit, während es auch zwischen Mitgliedern
verschiedener Familien Ähnlichkeiten gibt; die Familien- ähnlichkeit
unterscheidet sich von der andern so & so.
etc..”
Das Vergleichsobjekt Vorbild, der Gegenstand, von welchem
eine diese Betrachtungs- weise abgezogen ist, soll uns
angegeben werden, damit die Betrachtungen nicht
unge- recht werden wird.
Denn nun wird alles was vom Vorbild gilt auch vom Gegenstand unserer
57 Betrachtung behauptet; & behauptet:
“es müsse immer ….
Das ist der Ursprung einer Art von Dogmatismus.
Man vergißt die Stellung des Urbilds in der Betrach- tung:
Es ist gleichsam die Maßeinheit mittels mit der
wir das Betrachtete messen.
Und [d|D]er Dogmatismus ˇaber
behauptet, daß jeder der gemessenen
Gegenst[ä|a]nde genau eine ganze Zahl von Maßeinheiten lang
sein muß.
Es ist allerdings freilich wahr, daß
die eine Maßeinheit ˇfür einen bestimmten
Zweck gut gewählt war, in welchem wenn
ˇsich viele der Längen, die wir messen wollen sich mit
ihr in angenähert in ganzen Zah- len angeben lassen.
//wenn mit ihr// wenn sie viele der Längen,
die wir messen wollen,
<(>an- genähert<)>
in ganzen Zahlen ausdrückt.//
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Regel & Erfahrungssatz.
Ist eine Re- gel ein Erfahrungssatz — etwa über den Gebrauch der
Sprache?
Ist eine Regel des Schachspiels ein Satz darüber, der
sagt, wie die Menschen seit dem Ereignis der Erfindung des
Schachspiels es gespielt haben;
d.h.
d.h. etwa mit den Schachfiguren gezogen
haben.
Denn wenn davon die Rede ist daß die Men- schen das Schachspiel
so gespielt ha- ben so muß
“Schachspiel” so definiert sein, daß es Sinn hat
davon auszusagen es sei einmal anders gespielt worden.
(Es ist etwa durch seine mit [h|H]ilfe seiner
historische Konti- nuität definiert.)
Sonst nämlich gehören die Regeln zur Definition des Schachspiels.
Daß jemand d[er|ie]<ser> Regel gemäß spielt, das ist eine
Erfahrungstatsache; oder: “A spielt dieser
58 Regel gemäß”, “die
meisten Menschen spielen dieser nach dieser
Regel”, “niemand spielt nach dieser
Regel” sind Erfahrungs- sätze.
Die Regel ist kein Erfahrungssatz<…>; sie ist in unsern Beispielen
ein Teil solcher Sätze.
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Wenn die Definition des Meters die Länge des Pariser Urmeters
ist, so sagt der Satz “dieses Zimmer ist 4
m
lang” dasselbe wie: “dieses Zimmer ist
4
m lang & die ¿Lan¿
1
m = die Länge des Pariser
Urmeters”.
Die Legende zu auf einer Landkarte ist ein Verzeichnis
von Regeln, die der Beschreibung des Landes beigefügt
sind. , welche der einer geographischen
Beschreibung beigefügt sind.
Sie sagen nichts über die Geographie des Landes aus; sowenig wie
der Satz die Erklarung
“1
m ist die Länge des Pariser
Urme- ters die Länge e<i>nes
Gegenstandes angibt.
Wenn man die Regel dem ˇbeschreibenden Satze beifügt so ändert sich
der Sinn des Satzes nicht.
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Ich könnte auch sagen: Ich will ˇnur das mitteilen, was
der Satz der Sprache mitteilt; & die Regel ist nichts als ein
Hilfsmittel dieser Mitteilung.
Die Regel ist keine Mit- teilung[,|:]
[w|W]enn sie die Regel dem Satz beigefügt wird, fügt sie seiner Mitteilung nichts
hinzu.
Sie ist <(>also<)>
keine ????
Mitteilung über den Sprachgebrauch.
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Denken wir uns
<(>etwa<)> ein
Bild, einen Boxer in bestimmter Kampfstellung darstellend.
<Dieses>
59 Dieses Bild kann nun dazu
gebraucht wer- den um jemandem mitzuteilen, wie er stehen, sich halten
soll; oder, wie er sich nicht halten soll; oder, wie ein bestimmter Mann
dort & dort gestanden hat; oder
etc.
etc..
Man könnte dieses Bild (chemisch gesprochen[)|)] ein
Satzradikal nennen.
Die Eine Regel ist quasi ein
Satzradikal.
In diesem Sinne ist auch
die Regel ein Satzradikal. <//In diesem Sinne
kann man auch die Regel …
nennen.//>
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Man könnte die Regeln Regeln die Beschreibung eines Spiels nennen, oder die
Vorschrift, die sagt befielt, wie man es
spielen soll.
Aber merken wir wohl: die Regel Regeln
[B|b]eschreibt sagt
//sagen// nicht ˇdaß
& wie eine Partie des dieses Spiels
je gespielt wurde, oder daß sie gespielt wurde
worden ist wurde [. A|,
a]uch
befielt befohlen sie niemandem, so
zu spielen.
Sie beschreiben das nicht ein Spiel nicht, sondern sie definieren
es. eines.
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Die Beschreibung einer Notation fängt charak- teristischerweise oft
mit den Worten an: “Wir können auch so
schreiben: …”.
Man könnte fragen: Was ist das für eine Mitteilung:
“wir können …”?
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Sagte ich nicht, die Vorschriften, die den Gebrauch eines Wortes regeln,
gäben ihm damit seine Bedeutung?
(Konstituierten seine Bedeutung.)
Könnte ich nun aber nicht sagen zwei Wörter —
schreiben wir sie “non” &
“ne” — hätten dieselbe Bedeutung, sie
sind seien beide
60 Verneinungszeichen, aber
non non p = p
&
ne ne p = ne p
— In den Wortsprachen vielen Sprachen
bedeutet eine doppelte Verneinung ˇsehr oft eine
Verneinung. —
Warum nenne ich dann aber beide
“Verneinungen”?
Was haben sie mit einan- der gemein?
Nun es ist klar, daß sie einen ein große[n|r]
Teil ihres Gebrauchs bei- den gemeinsam ist.
Das löst aber unser Problem noch nicht.
Denn wir möchten doch sagen: Auch daß die doppelte
Ver- neinung eine Bejahung ist, muß für beide stimmen, wenn wir nur die
Ver- doppelung entsprechend auffassen.
Aber wie?
Nun so, wie es
z.B. durch Klammern ausgedrückt
werden kann.
(ne ne) p = ne p,
ne (ne p) = p
Es bietet sich uns gleich ein analoger (oder besser,
spezieller) Fall der Geometrie an: :
Wir denken gleich an einen analogen Fall der Geometrie:
“Zwei halbe Drehungen ad- diert heben
sich einander auf”,
“Zwei halbe Drehungen addiert
gebe sind eine habe
Drehung”.
 115006,  115007
Es kommt eben darauf an, wie wir sie addieren.
(Ich könnte es ebensowohl “sie addieren” nennen
einen Gegenstand nach dem Schema I bewegen zweimal
zu drehen, wie das Schema I zeigt; oder auch ihn einmal um
180˚ zu drehen, & dann, gleich- sam um diese
Drehung zu bekräftigen,
61 ihn in die erste Stellung zurück &
nocheinmal im ersten Sinn zu drehen. (II.)
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Hier stoßen wir auf eine merkwürdige & charakteristische
Erscheinung in philo- sophischen Untersuchungen: Die
Schwierig- keit — könnte ich sagen — ist nicht, die Lösung zu
finden, sondern, etwas als die Lösung anzuerkennen, was aussieht, als wäre
es erst eine Vorstufe zu ihr”.
“Wir haben schon alles gesagt. —
Nicht etwas, was daraus folgt, sondern eben das ist die
Lösung!”
Das hängt, glaube ich, damit zusam- men, daß wir fälschlich
[keine Beistriche] eine Erklärung erwarten;
während eine Beschreibung die Lösung der Schwierigkeit ist, wenn wir sie
richtig in unsere Betrachtung einordnen.
Wenn wir bei ihr verweilen & nicht versuchen, über sie
hinauszukommen.
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Die Schwierigkeit ist hier, — : Halt zu
machen. >
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“Das ist bereits alles, was sich darüber sagen
läßt.”
— “non non p” als
Verneinung des verneinten Satzes auffassen, das ist
für uns das Gleiche wie etwa: eine
Erklärung der Art “non non p =
non (non p)” zu geben.
//das Gleiche, wie zu schreiben:
“non non p = non
(non p)”.//
“Wenn ‘ne’ eine Verneinung
ist, so muß [“|‘]ne
ne p’, wenn es nur richtig aufge- faßt wird
gleich p sein.”
“Wenn man ‘ne ne
p’ als Negation von p nimmt, muß man die Verdoppelung
anders auffassen.”
Man möchte sagen[;|,] “die
‘Verdoppelung’
62 heißt dann etwas anderes,
darum ergibt sie jetzt eine Verneinung”, also:
daß sie jetzt eine Verneinung ergibt, ist die Folge ihrer ihres
anderen Bedeutung Wesens.
“Ich meine sie jetzt als Verstärkung”, würde man
sagen.
Wir setzen statt der Meinung den Ausdruck der Meinung.
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Worin mag das gelegen haben, daß ich, ˇzur Zeit
als ich die doppelte Verneinung sagte, ˇich sie als
verstarkte [v|V]erneinung & nicht als Bejahung
Verstärkung <ge>meinte <war>?
In den Umständen unter denen ich den Ausdruck gebrauche, im Bild, das mir
etwa dabei vorschwebt ˇoder mit dem ich bereit bin die doppelte Negation
zu vergleichen, im Ton meiner Rede (so wie ich auch im Ton die
Klammern in “ne (ne
p)” wiedergeben kann).
“ne ne”
Die Verdoppelung als Verstärkung meinen, ist
kann von der Art sein ist dann von der
Art, es ˇsie ˇunter gewissen Umständen
als Verstärkung aussprechen.
Die Verdoppelung als Aufhebung meinen, heißt
z.B.
Klammern setzen (auch im mündlichen
gesprochenen Ausdruck).
— “Ja, aber diese Klammern selbst können doch
verschiedene Rollen spielen; denn wer sagt, daß ˇsie in
“~(~p)” im
gewöhnlichen Sinn als Klammern aufzu- fassen seien & nicht
irgendwie anders; etwa die erste als Trennungsstrich zwischen den beiden
‘~’, die zweite als Zugehör des
‘p’ //als Schlußpunkt des
Satzes//?”
Niemand sagt es.
Und Du hast ja Deine Auffassung wieder durch Worte ersetzt.
Was die Klammern bedeuten, wird sich in ihrem Gebrauch zeigen &,
in anderm Sinn, liegt es etwa im Aspekt (gese henen
Rhythmus) des Gesichtseindrucks von
“~(~p)”.
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Soll ich nun sagen: die Bedeutung Bedeutungen von
“non”
63 & “ne” sei seien etwas
verschieden?
Sie seien ver- schiedene Abarten der Verneinung?
— Das wür- de niemand sagen.
Denn, würde man einwenden, heißt dann “geh nicht in dieses
Zimmer!”
<(>etwa<)>
am Ende vielleicht nicht ganz
genau dasselbe, wenn ich “nicht
nicht” <p”> als Bejahung
gebrau- che //Denn, würde man einwenden heißt
denn “geh nicht in dieses Zimmer!”
wenn wir die Regel aufstellen “nicht nicht” solle
verneinen als Verneinung gebraucht werden & nicht als
Bejahung?
— Dagegen aber möchte man einwenden: “Wenn
d[er|ie] <beiden> S[a|ä]tz<e> ’geh
nicht in dieses Zimmer’ dasselbe heißt wie “ne p“ und
“non p“ ˇganz dasselbe sagen, wie kann dann “ne ne”
nicht dasselbe bedeuten wie “non
non”?
Aber hier setzen wir eben einen Symbolismus voraus,
d.h., nehmen ihn zum Vorbild, in welchem aus
ne p = non p folgt, daß die beiden Wörter in
allen Fällen gleich verwendet werden.
Die Drehung um 180˚ & die [N|V]erneinung sind
im besonderen Fall tatsächlich dasselbe, & die Anwendung des Satzes
~~p = p von der Art der Anwendung einer
Geometrie.
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Denken wir, ich fragte: “Zeigt es sich
uns klar, wenn wir die Sätze aussprechen “dieser Stab ist
1
m lang” & “hier steht 1
Soldat”, daß wir mit ‘1’ verschiedenes
meinen, daß ‘1’ verschiedene Bedeutungen
hat?
— Es zeigt sich uns gar nicht.
Besonders Gar, wenn wir
etwa einen Satz sagen ˇwie: “auf der
Fläche “auf je 1
m steht 1 Soldat, auf
2
m 2 Soldaten
usw.”
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Gefragt “meinst Du dasselbe mit den beiden
Einsern” würde man etwa antwor- ten:
“freilich meine ich dasselbe: —
eins!” (wo- bei man
<(>etwa<)> einen
Finger in die Höhe hebt).
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Was meint man damit: ‘ne ne
p’, auch wenn es, nach dem Übereinkommen,
‘ne p’ bedeutet, könnte
auch als aufgehobene Verneinung gebraucht werden?
— Man möchte sagen:
“‘ne’ könnte, mit
der Bedeutung, die man wir ihm gegeben hat haben, ˇkönnte
sich selbst aufheben, wenn wir es nur richtig applizieren
anwenden.”
Was meint man damit?
(Die beiden halben Drehungen ˇin der gleichen Richtung könnten
einander aufheben, wenn sie richtig entsprechend
zu- sammengesetzt würden.)
“Die Bewegung der Verneinung
‘ne’ kann ist im
Stande sich selbst aufˇzuheben”.
Aber wo ist diese Bewegung?
Man möchte natürlich von einer geisti- gen Bewegung der
Verneinung reden, zu deren Ausführung das Zeichen
‘ne’ nur das Signal ist
gibt.
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[Denk an andere Mittel der Verneinung, etwa durch die
Tonhöhe.]
Wir können uns ganz leicht Menschen mit einer
‘primitiveren’ Logik mit
‘primitiverer’ Logik denken, in der es etwas
unserer Verneinung entsprechen- des nur für gewisse
Sätze gibt; für solche etwa, die keine Verneinung enthalten.
In dieser der Sprache ˇdieser Menschen könnte man
dann einen Satz wie “er geht in dieses Haus”
verneinen; würde man ˇihnen aber einem von ihnen einen Satz sagen in
welchem zwei sie würden aber eine Verdopplung der Verneinung immer nur
als Wiederholung
65 der Verneinung nie als ihre Aufhebung
verstehen.
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Zu fragen Die Frage, ob für diese
Menschen die Negation Verneinung dieselbe Bedeutung hat,
wie für uns wäre dann analog der, ob die Ziffer ‘2’
für Menschen deren Zahlenreihe nur bis 5
geht // mit 5 endigt// dasselbe
bedeu tet wie für uns.
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Wer “~~p = p”
(oder auch “~~p ≡
p”) einen “notwendigen Satz der
Logik” nennt<(>, aber und nicht
geneigt ist, ihn eine Bestimmung über die von uns angenommene
Darstellungs- art<)> zu nennen, der hat auch <die>
Tendenz zu sagen, dieser Satz gehe aus der Bedeu- tung der Verneinung
hervor.
Wenn in einer dialektischenc Redeweise ˇdes
Dialekts die doppelte Vernei- nung als Verneinung gebraucht
wird, wie in “er hat nirgends nichts gefunden”, so
sind wir geneigt zu sagen: eigentlich heiße das, er habe
überall etwas gefunden.
Überlegen wir was dieses “eigentlich”
heißt! —
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Unser Problem könnte man sehr klar so stellen: Angenommen wir
hätten zwei Systeme der Längenmessung; eine Länge wird in beiden durch ein
Zahlzeichen ausgedrückt<,> ,
& ihm diesem folgt ein Wort, welches
das Maßsystem bezeichnet. angibt.
Das eine System bezeichnet eine Länge als “n
Fuß” & Fuß ist eine Längeneinheit im gewöhn- lichen
Sinne; im andern System wird eine Länge mit “n
W” bezeichnet & 1 Fuß = 1 W.
Aber
66 2 W = 4 Fuß, 3 W = 9 Fuß,
u.s.w..
— Also heißt der Satz “dieser Stock ist 1 W
lang” dasselbe wie, “dieser Stock ist 1 Fuß
lang”.
Frage: Hat in diesen beiden Sätzen
“W” & “Fuß”
dieselbe Be- deutung?
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Die Frage ist falsch gestellt.
Das sehen wir, wenn wir sieht man, wenn wir …
Bedeutungsgleichheit durch eine Gleichung ausdrücken.
Die Frage kann dann nur lauten: “ist W = Fuß,
oder nicht?” — die Die Sätze,
in denen diese Zeichen stehen, verschwin- den in dieser
Betrachtung. —
Ebensowenig kann man natürlich in dieser Termino- logie fragen
“ist, ob “ist” das gleiche bedeutet
wie “ist”; wohl aber, ob “ε“
die Copula das gleiche bedeu- tet wie “=“ das
Gleichheitszeichen.
Nun, wir sagten ja: 1 Fuß = 1 W; — aber Fuß ≠
W.
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Unsere Schwierigkeiten können gelöst werden; & sie brauchen zu
ihrer Lö- sung nicht neuer & feine Entdeckungen, tiefer
dringende Analysen & dergleichen, so<n>dern eine
Zusammenstellung der rich- tigen Beispiele. <
(Das erlösende Wort.) >
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Wenn man sagt “ne ne p”
könnte auch als aufgehobene Verneinung gebraucht werden, so soll das doch
wohl heißen, daß der Kalkül mit ˇder Regel ne
ne p = p sich ganz in einen mit der Regel ne
ne p = ne p übersetzen läßt.
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Hat nun “ne” dieselbe Bedeutung wie
“non”?
— Kann ich “ne” statt
“non” setzen?
— “Nun, an
67 gewissen Stellen ja wohl,
an andern nicht.”
— Aber danach fragte ich nicht.
Meine Frage war: kann man, ohne weitere Qualifikation ne
statt non gebrauchen?
— Nein.
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“‘ne’ &
‘non’ heißen in diesem Fall
genau dasselbe.”.
— Und zwar, wasc?
“Nun, man solle das & das nicht
tun.”
Aber hier damit hast Du ja nur gesagt,
daß in diesem Fall ne p = non p ist &
das läugnen wir
<(>ja<)>
nicht.
Wenn Du erklärst ne ne p = ne p,
non non p = p, so gebrauchst Du die
bei- den Wörter eben in verschiedener Weise; & hält
man dann an der Auffassung fest, daß, was sie in gewissen Kombinationen
ergeben von ihrer Bedeutung ‘abhängt’, der
Bedeutung, die sie mit sich herumtragen, dann muß man also sagen, sie müssen
verschiedene Bedeutungen haben, wenn sie, auf glei- che Weise
zusammengesetzt verschiedene Resultate ergeben können.
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D.h., man muß dann sagen:
ne ne p kann nicht etwas Anderes ergeben als
non non p wenn die Bedeutungen von
“ne” &
“non” wirklich dieselben
sind.
Und wir drücken das nur anders aus. c
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Man möchte etwa von der Funktion des Wortes in diesem Satz reden.
Aber worin besteht diese Funktion?
Wie tritt sie zu Tage?
Denn es ist ja nichts verborgen; , wir sehen ja
den ganzen Satz!
Die Funktion muß sich im Kalkül //im Laufe des
Kalküls// zeigen.
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Man will ˇnun aber
sagen:
“[“|’]non[“|’]
tut dasselbe mit ‘p’, was
‘ne’ tut, — es kehrt ihn
um”.
Aber das sind nur andere Worte für “non p =
ne p” (welches was
nur stimmt gilt, wenn
“p” nicht selbst
selbst ein verneinter Satz ist).
Immer wieder der Gedanke, daß, was wir vom Zei- chen sehen nur eine
Außenseite zu einem Innern ist, worin sich die eigentlichen
Operationen Prozesse des Sinnes & der Bedeutung
abspie- len //die [E|e]igentlichen Operationen
der Meinung abspielen//.
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Ist es nun nicht merkwürdig, daß ich sage das Wort
“ist” werde in zwei ver- schiedenen Bedeutungen
(als ‘ε’ &
‘=’) gebraucht, & nicht sagen möchte,
seine Bedeutung bestehe darin, daß es wie
‘ε’ & wie
‘=’ ge braucht werde?
sei sein Gebrauch als ‘ε’ &
‘=’? //seine
Bedeutung sei sein Gebrauch als ‘ε’
& als ‘=’?//
Man will möchte sagen diese beiden Arten des Gebrauchs
geben nicht eine Bedeutung; sie die Personalunion
durch das gleiche Wort sei ist ein bloßer
unwesentlicherc Zufall.
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Aber wie kann ich entscheiden, welches ein wesentlicher & welches
ein unwesent- licher<,> ˇzufälliger Zug der Notation
ist?
Liegt den<n> eine Realität hinter der Notation nach der sich
ihrec Strukturc Grammatik
richtet?
Denken wir an einen ähnlichen Fall im Spiel: Im Damespiel wird
eine Dame dadurch gekennzeichnet, daß man zwei Spielsteine
auf- einanderlegt.
Wird man nun nicht sagen, daß es es sei für das
Spiel unwesentlich ist , daß … eine
69 Dame aus zwei Steinen besteht?
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Sagen wir: die Bedeutung eines Steines (einer Figur) ist ihre
Rolle im Spiel.
— Nun werde vor Beginn einer jeder
Schachpartie immer durch das Los entschieden ˇwelcher der
Spieler wer [w|W]eiß erhält<.>
indem man die der eine die beiden Schachkönige Dazu
halte der ein<e> ˇder Spieler in jeder
ˇgeschlossenen Hand einen Schachkönig hält & der andere
wähle ˇauf gut Glück eine der beiden Hände<.>
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