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1
Augustinus'
Beschreibung des Lernens der Sprache.
Diese Auffassung ist einem großen Teil der Menschen die
natürliche.
Man denkt daran, wie das Kind die Namen von Personen & Worte wie
“Mann”, “Sessel”,
“Zucker”, lernt.
An Bestandteile der Sprache wie “jetzt”,
“nicht”, “aber”,
“alle”vielleicht denkt man dabei
nicht.
Augustin's
Auffassung des Lernens der Sprache könnte man
“unvollständig”, nennen
“lückenhaft nennen.
Als sähe jemand auf einen Wald aus von
Laubbäumen, Nadelbäumen, ˇSträuchern, Farnen &
anderem.,. & sagte, der Wald
bestehet aus
Kiefern.
Es ist aber wichtig, daß wir uns eine Sprache (System der
Verstän- digung) denken können, für die
Augustins Beschreibung
gilt.
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1)
Denken wir uns eine Sprache deren Funktion es ist, daß ein Bauender
A sich durch sie mit einem Handlanger B verständigt.
B soll dem A Bausteine zureichen.
Es gibt Quadern, Säulen, Platten, Balken,
usw..
Die Sprache besteht aus den Wörtern: “Quader”,
“Säule”, “Platte”,
“Balken”; A ruft dem B eines dieser Wörter zu,
B bringt darauf einen Baustein von bestimmter Form.
Das Kind lernt diese Sprache von den Erwachsenen; es wird zum Gebrauch der
Sprache abgerichtet.
Dabei wird auf einen Baustein hingewiesen, die Aufmerksamkeit des Kindes
auf ihn gelenkt, & ein Wort ausgesprochen.
Dies kann man “hinweisendes Wortelehren“ nennen.
Im eigentlichen Gebrauch dieser Sprache ruft der eine Teil die Worte, als
Befehle, der andere handelt nach ihnen; aber das Lernen im
Lernen der Sprache kann den Vorgang enthalten wird es
vorkommen daß der Lernende die
Dinge nur ‘benennt’, d.h., die
Wörter der Sprache sagt ausspricht wenn auf die Dinge
gezeigt wird.
Ja es gibt in diesem Lernen auch d[en|ie]
einfacheren Übung: der Lernende wiederholt die Wörter die der
Erwachsene ihm vor- spricht.
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2)
Betrachten wir eine Erweiterung dieser Sprache: Der Handlanger weiß
die Reihe der Wörter “eins” bis “zehn”
auswendig; auf den Befehl “fünf Platten!” geht er an
den Ort wo die Platten liegen, sagt die Reihe von “eins”
bis “fünf” & nimmt bei jedem Wort eine Platte auf;
dann bringt er die fünf dem Bauenden.
(Hier gebrauchen beide Teile die Sprache redend)
Beim Im Lernen dieser Sprache wird das
Memorieren der Zahlwörter einen bedeutenden Platz einnehmen. —
Die Anwendung der einzelnen Zahl- wörter wird wieder hinweisend
gelehrt werden.
Aber nun wird das gleiche Wort (etwa “drei”)
sowohl durch den Hinweis auf Platten, wie auf Quadern etc. gelehrt,
& anderseits verschiedene Zahlwörter durch den Hinweis auf
durch den auf verschiedene Gruppen der gleichen Art von
Steinen.
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3)
Führen wir weitere Vorrichtungen der Sprache ein: Einem bestimmten
Gegenstand (Baustein) wird — durch Hinweis — ein Name
(Eigenname) gegeben; wird der Name gerufen, so bringt B den
Gegenstand.
Das Hin- weisende Lehren ist hier wieder anders; vergleiche es mit dem
Früheren.
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4)
Auf den Befehl “Die Platte dort!” bringt
B die Platte auf welche gezeigt wird wurde; auf den
Befehl “Platte dorthin!” bringt er eine Platte an den
Ort, auf den gewiesen wird.
Wird der Gebrauch der Worte “dort” &
“dorthin” auch hinweisend gelehrt?
N.B., <:>
Bedenke: man gibt nicht einem Ort den Namen
“dort”.
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5)
Frage & Antwort.
A fragt “Wieviele Platten?”
— B zählt sie & antwortet die Zahl.
Jede dieser Formen des sprachlichen Verkehrs könnte man ein
“Sprach- spiel” nennen.
Sie sind dem, was wir gewöhnlich “Spiele” nennen, mehr
oder weniger, verwandt.
Das Kind lernt den Gebrauch die Sprache mittels
solcher Spiele.
(Und sie diese haben dann oft auch den unterhaltenden
Cha- rakter des Spiels.)
Die Sprachspiele wollen wir nicht als unfertige Teile, als
Bruch- stücke eines Ganzen, der Sprache, betrachten, sondern als in sich
ab- geschlossene Sprachen, Systeme menschlicher Verständigung.
Und hiezu ist es nützlich sich vorzustellen, ein primitiver Volksstamm
besitze so eine Sprache, die, z.B., nur
blos aus einem System von Befehlen zum
Gebrauch im Kriege besteht. —
Eine solche primitive Sprache ist dann unmittelbar verwandt einer
primitiven Arithmetik.
Auch wer der welcher die
chem Zeichenschrift der Chemie, darstellende
Geo- metrie, das Lesen der Wetterkarte lernt, etc.,
lernt neue Sprach- formen, Sprachspiele.
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6)
Ein weiteres Sprachspiel: Nach der Benennung fragen.
Es werden neue Formen von Bausteinen eingeführt.
B zeigt auf einen & fragt: “Was ist
das?” —
A antwortet “Das ist ein …”.
Ruft A später das so neu eingeführte Wort ˇ(etwa
z.B. “Sockel”) so
bringt B den Stein.
Die Worte “das ist…” mit der hinweisen- den
Gebärde heißen “hinweisende Erklärung”.
Erklärt wurde in diesem Fall ein Gattungsname (insbesondere ein
Formname).
Analog kann hinweisend nach dem Eigennamen eines bestimmten Dings
gefragt werden, & so auch nach dem Namen
der Benennung einer Farbe, einer Zahl, einer Richtung,
etc..
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7)
In einer Tabelle werden sind Schriftzeichen Abbildungen
gegenübergestellt.
B ist mit der Tabelle versehen; A schreibt eines der Zeichen;
B sucht es in der Tabelle, blickt ˇoder zeigt auf das
dazugehörige Bild & bringt den Gegen- stand, den es
darstellt.
Wir haben in jedem dieser Sprachspiele neue Zeichenarten
ein- geführt. —
Ich will vor allem zwischen Sätzen & Wörtern
unterschei- den.
“Satz” nenne ich hier jedes vollständige Zeichen
eines Sprach- spiels.
Seine Teilzeichen sind Wörter.
Ein Satz kann auch aus bloß einem Wort bestehen.
So sind im Sprachspiel (I) die Wörter
“Quader”, “Platte”, etc.
die Sätze. die Sätze des Sprachspiels (I) die Wörter
“Quader”, “Platte”,
etc..
Im zweiten Sprachspiel besteht ein Satz aus zwei Wörtern.
Je nach der Rolle, die ihnen in dem Sprachspiele zufällt können wir unter
den Sätzen Befehle, Fragen, Beschreibungen & andre Arten
unterscheiden.
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8)
Wenn in einem, No 1 ähnlichen, Sprachspiel der
Befehl Zuruf lau- tet “Quader,
Platte, Säule!”, worauf der Gehilfe eine
Quader, eine Platte & eine Säule zureicht, so kann man hier von drei
Befehlen (Sätzen), aber
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auch von einem (zusammengesetzten) sprechen.
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Soll aber
9)
durch die Ordnung der Wörter die Ordnung des Zureichens
angegeben werden, (“Quader, dann Platte, dann
Säule”), so werden wir sagen, A rufe einen Satz, der aus
drei Wörtern besteht.
Unter den Wörtern sehen wir ˇGruppen solcher mit gleichartigen
Funktionen
Wir sehen eine Analogie im Gebrauch der Wörter “eins”,
“zwei”, “drei”, etc.
& anderseits eine im Gebrauch Analogie in der Art des
Gebrauchs von “Quader”, “Säule”,
etc..
Wir unterscheiden daher Wortarten; —
z.B. Zahlwörter & Formwörter.
Man könnte aber, aus naheliegenden Gründen, das Wort
“eins”
Die Sätze in (8) bestehen aus mehreren Wörtern der gleichen
Wortart.
Die Funktion der eines
W[o|ö]rter kann
in einem andern Sprachspiel auf die Ordnung der übrigen Wörter des
Satzes übergehn.
Was hier ein Wort leistet wird in einem andern System ohne ein solches
getan.
Die Befehle im Sprachspiel (9) hätte man mit Hilfe von
Ordnungs- wörtern geben können; also etwa so:
“Zweitens Platte, erstens Quader, drittens
Säule!”; & diese Ordnungswörter kann man durch die
Ordnung der Formwörter eliminieren.
Eine solche Überlegung zeigt, wie viel weniger rigid die Funktion des
Wortes im Satz ist als die Logiker vielfach meistens
annehmen.
Wenn wir Wörter nach der Ähnlichkeit ihrer Funktion zusammen- stellen,
so werden sie sich nach verschiedenen Gesichtspunkten, verschieden
zusammenstellen lassen.
So könnte man, aus nahe- liegenden Gründen, das Wort
“eins” nicht mit “zwei”,
“drei”, etc. zusammen- fassen
wollen.
(Man sagt oft “zwei oder mehrere”.)
“Weiß ist keine Farbe”.
Wörter kann man in vielen Beziehungen mit Schachfiguren
vergleichen. —
Denke an die verschiedenen Möglichkeiten die Schachfi- guren nach
ihren Funktionen im Spiel in Gruppen zu sondern.
Es ist natürlich, zur Sprache, zum Ausdruck, auch die zeigen- de
Gebärde zu rechnen, die z.B. in (4) die Worte
begleitet.
Aber auch die Abbildungen in (7) sind solche
Sprachmittel.
Augustinus
Solche Abbildungen & andere ähnliche Mittel der Sprache nennen wir
“Muster”.
(Das ist eine vague Bestimmung; & soll
es sein.)
Muster & Wort haben ganz verschiedene
Funktion.
Mit dem Muster wird etwas verglichen, mit dem Wort nicht.
(Wird aber das ein Wort onomatopoetisch gebraucht, so
könnte man es auch ein Muster nennen.)
Wir haben mit dieser Unterscheidung aber nicht eine fundamentale,
letzte Dualität in der Logik festgestellt; sondern nur aus
de[m|n]
Mitteln unsrer Sprache zwei charakteristische Arten
hervorgehoben.
Man wird etwa “1”, “2”,
“3”, “4”, etc.
Wörter nennen; “|”,
“||”, “|||”,
“||||”, etc. dagegen
Muster.
Wenn nun in einer Sprache die Zahlwörter “eins”,
“eins eins”, “eins eins eins”,
etc. lauteten,— sollten wir “eins”
ein Wort nennen oder ein Muster?
Das gleiche Sprachelement kann hier als Wort & dort als Muster
fungieren.
Eine Kreisfigur kann der Name (Wort) einer das Wort für
eine Elipse sein, aber auch das Muster womit sie in einem
Sprachspiel nach bestimmter Projektionsmethode zu vergleichen ist.
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 141001
4
Wir nennen eine große Mannigfaltigkeit mit einander mehr oder weniger
verwandter Vorgänge den “Vergleich eines Gegenstands mit
einem Muster” & wir fassen Sprachelemente mit vielerlei
mehr oder weniger verwandten Funktionen unter dem Wort “Muster”
zusammen.
Im Sprachspiel In (7) vergleicht
B ein Bild auf einer Tabelle mit Ge- genständen, die er vor sich
hat.
Aber wie vergleicht er sie? —
Die Abbildun- gen Auf der Tabelle seien
in einem Fall (α) das die
Bild<er> eines Hammers, einer Zange, eines Meißels & einer
Säge, in einem anderen (β) zwanzig Abbildungen
ver- schiedener Schmetterlinge der Gattung Schwärmer.
Im zweiten Fall wird das Vergleichen von
der Abbildung mit den Gegenständen ein ganz ande- rer
Vorgang sein, als im ersten.
Wieder anders aber im Fall γ), wenn die Bilder die
Maßstabgetreuen Zeichnungen von Quadern
verschiede- ner Proportionen sind & das Vergleichen ˇetwa
mit dem Meßzirkel ge- schieht.
Etc., etc..
Die Aufgabe konnte sein einen Stoff von der Farbe des Musters zu
bringen.
Aber wie sind die Farben von Muster & Stoff zu vergleichen?
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10)
Etwa so: Man zeigt B das Muster, daraufhin holt er den
Stoff (“nach dem Gedächtnis”).
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11)
Oder: B erhält das Muster & blickt vom Muster auf die
Stoffe aus denen er zu wählen hat.
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12)
Oder: B hält das Muster der Reihe nach an die Stoffe &
wählt den, den er vom Muster nicht unterscheiden kann; für welchen, etwa,
der Ubergang vom Muster zum Stoff verschwindet.
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13)
Denken wir anderseits an den Vergleich der Farben, wenn der Auftrag
lautete: “Bringe einen Stoff, etwas dunkler als dieses
Muster”.
In (10) sagte ich, B hole den Stoff nach dem Gedächtnis; ich
bediente mich damit einer gebräuchlichen Redeweise.
Es konnte da aber verschiedenerlei geschehen. α) B
schwebt ein Erinnerungsbild des gesehenen Musters vor.
Er läßt beim Wählen des Stoffes abwech- selnd den Stoff vor seinen
Augen & das Erinnerungsbild auf sich ein- wirken, indem er auf
den Stoff sieht, dann die Augen schließt & sich das Muster
vorstellt.
β) B schwebt kein Bild des Musters vor.
Er sieht die Stoffe der Reihe nach an, er schüttelt jedesmal den Kopf,
empfindet eine gewisse Spannung, Unbefriedigung; endlich kommt er zu einem,
bei dessen Anblick sich die Spannung löst; er nickt mit dem Kopf &
zieht den Stoff aus dem Haufen.
γ) Die Vor- gänge sind die gleichen wie in (β),
aber ohne die Kopfbewegungen & ohne das Spiel der
Empfindungen.
“Aber warum hat er denn dann diesen Stoff gebracht?
Wie hat er ihn denn erkannt?
Woran?” —
Wenn Du “warum” fragst, fragst Du da nach der Ursache,
oder nach dem Grund?
Wenn nach der Ursache, — so läßt sich ja leicht eine physiologische
oder psychologische Hypothese ausdenken, nach der die Wahl unter diesen
& diesen Bedin- gungen so ausfallen mußte.
Im übrigen ist es Sache der experimentel- len Wissenschaft
solche Hypothesen zu prüfen.
Fragst Du nach dem Grund, so ist die Antwort: die Wahl muß keinen
Grund gehabt haben.
Ein Grund
5 wäre ein Schritt, vor dem Schritt
der Wahl, der den Wählenden dazu ge- bracht hat, diesen zu tun.
Aber warum soll einem Schritt immer ein
anderer
vorherangehecn?
“Dann hat aber B den Stoff, den er bringt, doch nicht als
den richtigen erkannt.” —
Aber warum sollen wir die Vorgänge γ nicht auch unter
das Erkennen rechnen? —
“Aber es fehlt ihn doch nun das Kriterium
zum Erkennen!
Im Falle α hatte er z.B. das
Gedächtnis- bild, & an der Übereinstimmung mit diesem erkannte
er den ver- langten gesuchten Stoff.” — Aber
hatte er auch ein Bild dieser Übereinstimmung bei sich, mit dem er die
Übereinstimmung verglei- chen konnte, um zu sehen, ob es die verlangte
Übereinstimmung war?
Und könnte es, anderseits, so ein Muster oder Bild der Übereinstimmung
nicht geben?
Erklärt man einem Menschen nicht das Wort
“Übereinstimmung” an Beispielen, & könnte ich dem,
der nach einem roten Gegenstand mit rotem Muster sucht, nicht außer diesem
zwei gleichfärbige Gegenstände mitgeben, damit er sich, sozusagen, daran
erinnert, was “gleichfärbig” heißt?
Ist irgend eine solche Erklärung wesentlich die letzte;
”?
Anderseits irgend eine wesentlich unumgänglich? —
Und wenn Du sagst, im Fall β habe B das Gesuchte durch das
Nachlassen der Spannung erkannt, so frage ich, woran er denn das Nachlassen
der Spannung als solches erkannt hat.
“Aber B handelt eben im Fall γ wie ein Automat, der
nicht weiß, was er tut.” — B hat im Fall γ
ein einfacheres Erlebnis, als in α & β.
Und Du wolltest wohl sagen, B weiß nicht, warum er so
handelt.
Aber, was die Ursache der Handlung anbelangt, so sind alle drei Fälle auf
der gleichen Stufe; & vom Grund kann man nicht sagen, B wisse
ihn nicht; sondern es ist kein Grund vorhanden.
“Aber wenn er nun den Stoff bringt & er stimmt mit dem
Muster nicht zusammen!” —
Aber das hätte auch im Fall α so geschehen können.
Man hätte dann vielleicht gesagt, sein Erinnerungsbild habe sich
verändert.
“Aber es ist doch ein wesentlicher Unterschied zwischen den
Fällen α und γ.”
Gewiß! eben der, den ihre Beschreibungen an- geben.
In (1) hatte B gelernt auf den Zuruf
“Quader” einen Stein von bestimmter Form zu
bringen.
Wir können uns ˇdenken, daß dies so vor sich ging: In
B wurde durch das Wort die Vorstellung einer Quader wachgerufen, das
Abrichten hatte, wie man sagen würde, diese Asso- ziation
hergestellt.
B hebt nun einen dieser Vorstellung entsprechen- den Baustein
auf, etc.. —
Mußte das aber der Vorgang sein? —
Wenn das Abrichten es bewirken konnte, daß die Vorstellung, —
automa- tisch, — auf den Zuruf entstand, warum nicht auch, daß
B auf das Wort nach dem Stein von dieser Form greift?
Das bedeutet ja nur eine kleine Variation des assoziativen
Mechanismus.
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Die Vorstellung, die so auf das Wort hin entsteht, wird ja nicht nach
diesem mittels einer Regel gebildet, sondern sie ist durchaus mit
einem Täfelchen zu vergleichen, das durch den Druck auf einen Knopf
hervorspringt.
Ja, wir könnten uns dieses Hilfsmittel statt desjenigen der Assoziation
auch wirklich im Gebrauch denken.
Das Sprachmittel der Vorstellung einer Farbe, einer Figur, eines
ˇräumlichen Ding's, eines Lautes,
etc ist durchaus dem einer wirklich gesehenen Farbe, Figur,
etc., etc. an die Seite zu stellen.
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14)
Das Abrichten kann darauf ausgehen, nicht nur die Verwen- dung
einzelner Tabellen beizubringen, sondern zu bewirken, daß
der Lernende Tabellen mit neuen
Zuordnungen von Schriftzeichen & Bildern anlegt &
verwendet.
Sprachspiel: “[l|L]eg eine andere
Tabelle an!”
Oder: “Gib den Dingen Namen!”
⇆
Im Abrichten zum Gebrauch einer
Tabelle kann die Übung vorkommen: mit dem Finger von rechts gerade
nach links zeigen, (sozusagen, mit dem Finger, parallele
horizontale Striche ziehn).
↺
Ich werde eine Tabelle<n> wie auch eine hinweisende
Erklärunge<n> & andere analoge Behelfe, in Übereinstimmung mit
dem allgemeinen Sprachgebrauch, “Regeln” nennen.
Zum Gebrauch einer Regel [D|d]ieses
Behelfs wird man abgerichtet.
Im Abrichten… ⇄
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Der Gebrauch der einer Regel kann auch durch
eine weitere Regel erklärt werden.
Es wird Beispiel: Es wird der
Gebrauch von Tabellen gelehrt, 15) die man von oben nach unten, statt von links
nach rechts abliest.
Wir stellen die Gebrauchsart der Tabellen durch Schemata dar; etwa:
 141002
oder  141003 oder
 141004
etc.
Solche Diese So ein Schemata
können kann nun als Regeln zum des Ablesen<s> einer Tabelle beigegeben
werden.
Könnte man nicht auch Regeln zum Gebrauch dieser Regeln
geben?
Gewiß. —
Ist das Lehren der Regeln unvollständig, wenn dies nicht
geschieht ˇIst es eine Unvollständigkeit
der Erklärung, wenn der Gebrauch einer Regel nicht durch die Angabe einer
Regel für ihren Gebrauch
bestimmt wird??
Nein.
Die Regeln haben einen Anfang.
Es wird eine Notation der Zahlwörter eingeführt in der man beliebig
weiter zählen kann, etwa die Dezimalnotation ⇆
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16)
Es wird die Dezimalnotation der Kardinalzahlen, oder eine ähn- liche
Zeichenreihe (Wortreihe) eingeführt.
Der Lernende aufgemuntert, die Reihe selbständig nach Analogie
weiterzuführen.
Befehl, : in der Reihe einen Schritt
weiter zu gehn;
oder,
weiterzuzählen bis
“Halt!” gerufen wird;
oder; schreib andere Zahlwörter
hinschreiben;
Gegenstände Dinge,
Glockenschläge, etc. zählen;
Dinge in Gruppen
zu so & so vielen ordnen.
Die elementare Arithmetik, wie sie in den Volksschulen wirklich gelehrt
wird, be- steht ganz aus solchen Sprachspielen.
7
In (7) holt bringt B Gegenstände
nach Befehlen mittels einer Tabelle.
Es kann nun sein, daß der Vorgang, etwa nach einigen Wiederholungen, dahin
abgeändert wird, daß B auf den Befehl hin den Gegenstand
ˇbringt, ohne die Tabelle zu verwenden,
bringt (also wie in (1)).
Man sagt in so einem Falle etwa, er habe sich nun die Bedeutungen der
Worte gemerkt. —
Aber hier gibt es wieder ver- schiedene
Fälle Möglichkeiten, ähnlich denen in
(10).
Statt der wirklichen Tabelle kann z.B. eine
vorgestellte verwendet werden, ehe dieser so ein Behelf
gänzlich fallen gelassen wird.
wegfällt.
Die Tabelle, Regel, ist nun ganz aus dem Spiel ausgeschieden.
Sie steht zu ihm nur mehr noch in der Beziehung eines Behelfs des Lehrens, Abrichtens, während
sie in (7) ein Instrument des Spiels ist.
Wir können also unterscheiden den Fall, in welchem das Spiel mit
Hilfe der Regel gespielt, wird, von dem Fall, in dem es in
Übereinstim- mung aber ohne mit der Regel aber ohne ihre
Hilfe gespielt wird.
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Das Schachspiel wird, in diesem Sinne, für gewöhnlich nicht mit
Hilfe der Schachregeln gespielt.
Wir könnten uns aber ein ähnliches Spiel
17) denken, in dem die Spieler mit Tabellen
versehen sind; in einer Kolum- ne stehen die Abbildungen der
verschiedenen im Spiel benutzen Steine, in der andern diesen Bildern
zugeordnet Schemata, welche die Freiheit (die erlaub- ten Züge)
der Steine darstellen.
Das Ablesen der Tabelle bei jedem Regeln von für
jede[m|n] Zug ist ein Teil des Spieles.
Das Spiel wird mit Hilfe dieser Regeln gespielt.
Wurden dem Lernenden ˇauch Regeln zum Gebrauche dieser
gegeben, so gehören jene (die Regeln ‘zweiten
Grades’) ˇhier nicht zu den Instrumenten des
Spiels.
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[Zu S. 6]
15'1) Sprachspiel:
Sich nach Zeichen bewegen.
Das Zeichen sei “— —
x”; man folgt ihm dadurch,
daß man eine bestimmte Weg- strecke geht, indem man immer nach je zwei
Schritten einmal hüpft.
Analog folgt man den Zeichen “— x x”,
“— — x x” & andern.
Das Abrichten zielt darauf hin, daß
neuen neue Zeichen dieser Art, solche, deren Befolgung das
Abrichten nicht eigens gelehrtbeigebracht hatte, ad
hoc gefolgt wird.befolgt werden.
Wir werden hier gewiß sagen, die ein Zeichen
— x x — seien Regeln … Regel,
die uns zeigent,
wie wir zu gehen uns zu bewegen haben.
15'2)
Anders wäre es, wenn unser Spiel nur darin bestünde Es
könnte aber unser Spiel hier darin bestehen, daß auf
das eine Zeichen “— — x” in der
beschriebenen Weise reagiert würde.
Oder auch, wenn
15'3)
sich das Spiel auf die Verwendung sagen wir
etwa ˇum 5 sol- cher Zeichen erstreckte. ein Spiel
könnte sich auf die Verwendung einer bestimmten Anzahl, sagen
wir etwa ˇum 5 sol- cher Zeichen
erstrecken.
Der Begriff des Folgens, der Regel, ist von dem Fall der nicht
begrenzten Anwendung hergenommen.
Es kann uns aber Manches veranlassen, den einen Fälle ˇder
begrenzten Anwendung wie 15'3, ja sogar wie
15'2, unter dem Gesichts- punkt ihrer Ähnlichkeit mit denen der
unbegrenzten Anwendung zu be- trachten & die Zeichen auch dort
Regeln zu nennen.
Denken wir uns die Zeichen im Spiel 15'1 dadurch gebildet, daß
Würfel, die Striche oder Kreuzchen tragen (quasi Lettern) zu dem
Zeichen zusammen- gesetzt werden. ⇄
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