Title:  [Work in progress] (2008-) Wittgenstein Ms-153a: Ms-153a.xml - Diplomatic edition
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Author:  Ludwig Wittgenstein
Editor:   Alois Pichler
Organization: Wittgenstein Archives at the University of Bergen (WAB)
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Source:  The text has not been proofread since the production of the Bergen Electronic Edition (2000), though some corrections have been made. For corrections we are grateful to Almut Kristine v. Wedelstaedt and Herbert Hrachovec. Dating from Alois Pichler's “Untersuchungen zu Wittgensteins Nachlaß“, p.76.



     



Ms-153a,FC


Ms-153a,FC-v


0.3.153a
Ms-153a,1r


1
Anmerkungen
     

L. Wittgenstein
     

Trinity College
Ms-153a,1v


     

Ich kann mich doch
offenbar von der
Farbe führen lassen
zwar wie ich mich
durch Worte nicht
führen lassen kann
weil ich nicht für
alle Schattierun
gen Worte habe.
     

Die Bedeutung — etwa —
des Wortes — “Sessels” ist
vielfach verankert.
     

Was immer beiläufi
ges beim [a|A]ussprechen
des Satzes vor sich
geht, ich muß mich
dann nach ihm rich
ten können Und daher
Ms-153a,2r


2
wird sich die Bedeu
tung der Wörter
zeigen; aber nicht
so als ob sie
nun erst in der
Handlung zum
vorschein Vorschein käme.
Denn sie kommt ja
nur bei der Handlung
zum Vorschein die dem
Satz entspricht. Und
ob sie ihm entspricht
kann ja wieder erst
nur aufgrund der
Bedeutung der Wörter
entschieden werden.
Sondern bei der En
tscheidung
ob die
Handlung dem
Satz entspricht
Ms-153a,2v


zeigt sich die Wort
bedeutung.
     

“Bedeutung” kommt
von “deuten”.

D.h. beim Colla
tionieren ergibt
sich
der Tatsache
gegen den Satz, zeigt
sich die Bedeutung.
     

Aber dieses Colla
tionieren ist ¿eben¿
unabhängig davon
ob der Satz stimmt stimmt
oder nicht.
     

Nun ist aber dieses
Collationieren wie
Ms-153a,3r


3
auch der Begriff
der Bedeutung
ein primitives
Überbleibsel einer
primitiven Anschau
ung.
     

Wenn ich etwa die
wirkliche Sitzord
nung an einer Tafel
nach einer Auf
schreibung colla
tioniere so hat
es einen guten Sinn
bei jedem Namen
(auf dem Papier)
auf einen bestimm
ten Menschen zu
zeigen. Sollte ich aber
etwa die Beschrei-
Ms-153a,3v


bung eines Bildes
mit dem Bild
vergleichen &
außer dem Personen
verzeichnis sagte
die Beschreibung
auch daß A den B
küßt, so wüßte ich
nicht worauf ich
als Korrelat des
Wortes “küssen” zeigen
sollte. Oder wenn
etwa stünde “A [sei|ist]
größer als B” worauf
soll ich beim Wort
größer zeigen?
Ganz offenbar
kann<…> ich ja gar
nicht auf etwas
diesem Wort <…> ent-
Ms-153a,4r


4
sprechendes in dem Sinne
zeigen, wie ich etwa
auf die Person A
im Bild zeige.
     

Der Satz das Wort
habe nur im
Satzverband Be
deutung muß
natürlich auch correkt gefaßt
ganz anders
lauten. (Natürlich
als Regel der Sprache)
     

Die deutsche ˇund jede Sprache
legt nicht nur
Sprachformen fest
sondern sagt auch
was sie bedeuten
Ms-153a,4v


sollen fixiert
ihre Bedeutung.
     

10.5.
[Die liebliche Tempe
raturdifferenz der
Teile eines menschli
chen Körpers]
     

“Ich kann das Wort
‘gelb’ anwenden”
ist das auf einer
anderen Stufe als
“ich kann Schach
spielen” oder “ich
kann den König
im Schachspiel
verwenden”?
     

Denken wir wieder
an die Intention
Ms-153a,5r


5
Schach zu spielen.
Ich setze mich
hin & sage “nun
wollen wir Schach
spielen”. In gewissem
Sinne habe ich mir
dann vorgenom
men die Regeln des
Schachspiels
zu befolgen. Aber
habe ich diese
Regeln alle an
mir vorbei passieren
lassen? Nein. Ich
habe z.B. nicht
an die Regel des
Rochierens gedacht.
Nun kommt es
aber zum Rochieren.
Warum erkenne ich
Ms-153a,5v


diese Regel als eine
Regel des Schach
spiels an? Weil
sie im Schachbuch
steht? Weil <…>
Nein. Ich könnte
mir ja denken daß
sie wenn ich nachse
hen will in keinem
Buch steht. Weil
ich sie mir vorgesetzt
hatte? Nein denn
ich hatte nicht an
sie gedacht. Es wird
also auf andere
Weise entschieden,
ob eine Regel zum
Schachspiel gehört,
ob ich also meinem
Vorsatz gefolgt bin
Ms-153a,6r


6
oder nicht.
     

Wenn ich nun sage:
das Schachspiel
besteht in den
Regeln: wo sind
denn diese Regeln
vorhanden. Ich
erkenne ja die
Autorität der
Schachbücher nicht
an da ich es für
möglich halte
daß sie ˇnicht die Regeln
enthalten die ich
¿nicht als¿ meine.
Und mein Vorsatz
wird ein Anderer
wenn ich mir vor
nehme die Regeln
Ms-153a,6v


zu befolgen welche
immer es sein mögen
die ich in einem be
stimmten Buche
finde.
     

Kann man nun
etwa sagen, mein
Vorsatz sei der
zu tun was ich an
einer bestimmten
Stelle meines Gedächt
nisses finde?
     

Das heißt es wird
im Vorsatz ein bestimm
tes Criterium gegeben
wonach dann ent
schieden wird ob eine
Regel
etwas einer
Ms-153a,7r


7
Regel Schachregel
gemäß ist.
(Quasi der Begriff
der Schachregel.)
     

Wenn ich daher sage
ich verstehe das
Wort “gelb” so
werde ich auch
erst später ent
scheiden ob diese
Verwendung der
ursprünglichen
Bedeutung gemäß
ist oder nicht.
Denn nach einem
Regelverzeichnis
kann ich mich
auch hier nicht
richten. Denn wer
Ms-153a,7v


weiß was ich darin
finde.
     

Ich kann nichts
tun als Regeln
in einem Buche
niederlegen.
     

Und das zeigt das
Verhältnis, welches
meine Tätigkeit zum
Unmittelbaren hat.
     
Wenn ich z.B. sage
von der Verneinung
gelten diese Regeln
so darf es keinen
Sinn haben zu
fragen: woher weißt
Du daß Du noch
Ms-153a,8r


8
immer vom [s|S]elben
(der Verneinung im
selben Sinne) sprichst.
Denn in diesem
Sinne
konstituie
ren die Regeln die
Verneinung wie die
Regel Schachregeln
das Schach.

     

Ich glaube, wenn
einer sagt “ich
weiß doch was
das Wort ‘gelb’
bedeutet so ruft
er sich dab eine
Vorstellung hervor,
oder er meint gar
nichts, oder aber
er meint es ganz so
Ms-153a,8v


wie man sagt: “ich
kann Schach spie
len aber nicht
Dame.”
     

Wie wenn man fragte:
wann kannst Du
Schach spielen?
Immer? oder während
Du es sagst? aber
während des ganzen
Satzes? Und wie
seltsam das Schach
spielen — können so
kurze Zeit dauert
& eine Schachpartie
so viel länger!
     

Beschreibst Du
damit eine Constitution Disposition?
Ms-153a,9r


     

9
Wenn, nun “das Wort
‘gelb’ verstehen” heißt
es anwenden zu kön
nen. So besteht ist
die gleiche Frage:
wann kannst Du
es anwenden. Redest
Du von einer Disposition?
Ist es eine Vermutung?
     

“Ich kann Schach
spielen, — aber
in dem Moment
habe ich ganz
vergessen wie, —
aber ich habe es
unzählige Male
gespielt”.
Ms-153a,9v


     

Inwiefern ist eine rote
Tafel ein besseres Zeichen
für rot als das Wort
‘rot’?
            Oder: heißt es etwas
daß zu sagen daß das
Wort ‘rot’ um ein
brauchbares Zeichen
zu sein ein Suplement
etwa im Gedächtnis
braucht?

            D.h. in wiefern ist
d.h. es allein
nicht Zeichen & besteht
nicht ein Irrtum wenn
wir glauben daß noch
etwas außer diesem
Zei
zur Ergänzung
dieses Zeichens
nötig ist.
Ms-153a,10r


     


10
Ich möchte sagen der
Schritt den wir bei
der Erfüllung des
Zeichens machen
kann auch nur
beschrieben & nicht
bezeichnet werden.
     

Oder will ich sagen: die
Identifizierung ist
nur durch eine Be
schreibung möglich.
     

“What's red like?”
     

“Was ist weiß?”— “[e|E]in
Schwan ist weiß”.
Ms-153a,10v


     

Ja, was einen Satz
erfüllt kann
in der Sprache nur
durch einen Satz
niedergelegt werden.
Und wenn durch ein
gemaltes oder
gestelltes Bild
so ist dieses Bild
ein Satz.
     

(Ich will sagen, ich
kann mich auch
nicht darüber be
schweren daß dieses Zeichen
nicht die nötige Multi
plizität hat, außer
in einer Sprache die sie
hat.)
Ms-153a,11r


     

11
Wenn ich die Bedeu
tung (eines Zeichens)
festlegen will so
muß ich sie allge
mein d.i. durch eine
Beschreibung fest
legen & nicht gleichsam
für den besonderen
Fall.
     

Der besondere
Fall läßt sich
in gewissem Sinne
als solcher nicht
beschreiben.

(Das ist natürlich
alles ganz unkorrekt
ausgedrückt aber
der richtige Ausdruck
dafür ist was ich suche)
Ms-153a,11v


     

D.h. Aus der speziel
len Übersetzung, der
Handlung die ich auf
das Zeichen notatio153a-11v.bmp hin<…>
mache, ist nicht
zu ersehen — — —
     

Denken wir uns
es wären jemandem
täglich gewisse Hand
lungen vorgeschrie
ben durch Zeichen
in einem Kalender (etwa
was er zu mittag essen soll)
— — —
     

Wenn ich eine Erfah
rung besch mit
den Worten be-
Ms-153a,12r


12
schreibe “vor mir
steht ein blauer
Kessel”, ist die
Rechtfertigung
dieser Worte, außer
der Erfahrung noch
die in den Worten
beschrieben wird
noch eine [a|A]ndere,
etwa die Erinnerung
daß ich das Wort
blau immer für
diese Farbe ver
wendet habe? , etc.?
     

Oder umgekehrt: Was
außer dem Befehl
rechtfertigt die
Handlung die ihm
folgt?
Ms-153a,12v


     

[Es ist beschämend
sich als leerer
Schlauch zeigen zu
müssen der nur
vom Geist aufgebla
sen wird.]
     

Wenn ich jemandem
sage: Wenn ich
leute, komm
zu mir so wird
er zu erst wenn
er leuten hört
sich diesen Befehl
in Worte über
setzen & dann erst
den übersetzten
befolgen. Nach
einiger Zeit aber
wird er auf das
Ms-153a,13r


13
Leuten ohne [i|I]nter
vention andrer
Zeichen in die
Handlung übersetzen.
             Und so wenn
ich sage “zeige auf
einen roten Fleck”
befolgt er diesen
Befehl ohne daß
ihm dabei zuerst
das Phantasiebild
eines roten Flecks
als Zeichen für ‘rot’
erscheint.
     

Die Multiplizität
hängt davon ab
zwischen welchen
Möglichkeiten
eine Wahl ist.
Ms-153a,13v


     

Wenn er leutet
so komme ich
zu ihm; ohne mir
erst ein Bild
meiner Bewegungen
vorzustellen wo
nach ich handle.
     

Wenn er nun heute
leutet so kann
⋎ich (nicht muß) mich doch d¿a¿nn
erinnern daß er
das auch gestern
getan hat & ich
auch gestern zu
ihm gegangen bin.
(Wie ich mich auch
erinnern könnte
gestern auf das
Ms-153a,14r


14
Leuten ˇhin etwas andres
getan zu haben) Und
dann wäre diese
Erinnerung auch
ein Zeichen dem ich fol
gen kann.— Der Be
fehl könnte auch
lauten: tu heute was
Du gestern auf das
Leuten hin getan hast.
Und nun kann
ich mich nach
dem Erinnerungs
bild richten; aber
jetzt hat es keinen
Sinn eine weitere An
weisung dafür zu ver
langen wie ich mich
nach [dem|diesem] Bild
richten soll.
Ms-153a,14v


Und darin besteht
eigentlich, was
ich sagen will.
     

Wenn ich sage je
des Bild braucht
noch eine Inter
pretation, so
heißt dies
jedes Bild
Inter
pretation die
Übersetzung in ein
weiteres Bild oder
in die Tat.
     

Aber wie stimmt
das mit der Behau
ptung überein, daß
der Befehl seine
Befolgung be-
Ms-153a,15r


15
stimmt — wird dem
nicht dadurch wider
sprochen daß man
sagt d[as|er] Befehl
müsse noch immer
interpretiert werden
(auch wenn er in Form
eines Models der Tat
gegeben wäre)? Nein;
[B|b]estimmt wird die
Tat durch den
Befehl nur in
sofern als sie
aus ihm ableit
bar ist wie 5² aus
¿;¿ [5|x] = 5
     

Du beziehst von dem
Befehl die Kenntnis
dessen, was Du zu
Ms-153a,15v


tun hast.
             Und doch gibt dir
der Befehl nur
sich selbst &
seine Wirkung ist
gleichgültig.
     

Dann ist aber damit
doch alles gesagt
& — — —
     

Der Befehl sagt
mir was ich zu tun
habe; er kann
es mir nur in durch
sich selbst mitteilen.
     

D.h. er muß alles
was wir mit dieser
Mitteilung meinen
Ms-153a,16r


16
in sich haben.
     

Ich weiß was ich zu
tun habe heißt
eben nicht daß es
geschieht.
     

Das wird erst
dann seltsam wenn
der Befehl etwa
ein Glockenzeichen
ist.— Denn in welchem
Sinne mir dieses Zeichen
mitteilt was ich zu
tun habe außer
daß ich es einfach
tue & das Zeichen
da war — —. Denn
es ist auch nicht das
daß ich es erfahrungs-
Ms-153a,16v


gemäß immer tue
wenn das Zeichen
gegeben wird.
     

Darum hat es
ja auch ohne
weiteres keinen
Sinn
zu sagen:
Ich muß gehen
weil die [g|G]locke ge
läutet hat. Son
dern dazu muß noch
etwas anderes gegeben
sein.
     

|| ( Normal — abnormal:
wir setzen die Norm fest
& betrachten sie dann
als etwas a priori
gegebenes. Es ist eine
Ms-153a,17r


17
gegebene Form der Darstel
lung ||
     

Dieses andere ist, oder
hängt damit zu
sammen, daß ich
es mir — z.B. — vor
genommen habe
auf das Glockensig
nal <…> so zu
handeln. Aber
in dem Vornehmen
geschah es ja
auch nicht, daß
ich so handelte
oder wenn es auch
geschah so hatte
diese Handlung die
Bedeutung eines
Symbols für die
¿Zukunft.¿
Ms-153a,17v


Ich meine: Ich
rede hier immer
von “dieser Hand
lung” aber damit
kann ich doch
höchstens ein
Bild von ihr geben,
ja wenn ich sie selbst
ausführte so hätte
das sie hier nur als
Bild Sinn.
     

D.h. Das Vornehmen
konnte entweder
in Worten oder Phan
tasiebildern bestehen
oder auch darin
daß ich die fragliche
Handlung selbst
ausführte — d.h.
Ms-153a,18r


18
eine solche Handlung.)
     

| Wie unterscheidet sich
denn das Vornehmen
dieser Handlung vom
Vornehmen einer ande
ren. |
     

Wenn ich nun bei
einem weiteren Glocken
zeichen wieder so
handle so ist
diese Wiederholung
nicht keine hypotheti
sche sondern ich
wiederhole die Hand
lung bewußt. D.h.
¿ich¿ richte mich
nach meiner Erinnerung.
Ms-153a,18v


     

[Niemand will den
Andern gerne ver
letzt haben; darum
tut es jedem so gut
wenn der Andere
sich nicht verletzt
zeigt.] Niemand will
gerne eine beleidigte
Leberwurst vor sich
haben. Das merke
Dir. Es ist viel<…>
leichter dem Belei
diger geduldig — & dul
dend — aus dem Weg
gehen, als ihm freund
lich entgegengehen.]
Dazu gehört auch Mut.]
     

Wenn immer ich
über die Erfüllung
Ms-153a,19r


19
eines Satzes [R|r]ede,
rede ich über sie
im Allgemeinen.
Ich beschreibe sie
in irgend einer
Form. Ja es liegt
diese Allgemeinheit
schon darin daß
ich die Beschreibung
zum Voraus geben
kann & jedenfalls
unabhängig von
dem Eintreten
der Tatsache.
     
Wenn ich sage: ich
rede über die Erfül
lung des Satzes
im allgemeinen
so merke ich, ich
Ms-153a,19v


rede mit Worten
die nicht für diese
bestimmte spezielle Gele
genheit gemacht
sind

     

“Ich habe ihm p
befohlen” — “Nun &
was hat er getan” —
“p” —. Nun dann ist
es ja in Ordnung”.
     

“Ich sagte, ‘geh aus
dem Zimmer’ & er
ging aus dem Zimmer”.
— “Ich sagte ‘geh
aus dem Zimmer’ &
er ging langsam
aus dem Zimmer”
— “Ich sagte ‘geh
Ms-153a,20r


20
aus dem Zimmer’ &
er sprang aus
dem Fenster”.
Hier sind Vergleiche ist eine Rechtfertigung
möglich auch wo
die Beschreibung
der Handlung nicht
die ist die der Befehl
gibt.
     

Ich kann gewiß
sagen: “Tu jetzt,
was Du gestern
um diese Zeit getan
hast”. Und wenn
er sich daran er
innert kann er
seiner Erinnerung
folgen. Erinnert
er sich aber nicht
Ms-153a,20v


so hat der Befehl
keinen Sinn für ihn.
     

“Sage, was Du mir
gestern gesagt
hast”.
     

Ist es nicht so:
wenn ich das Signal
für eine Tätigkeit
setze so mußte
ich mir vornehmen
können dieses Signal
so zu gebrauchen.
Aber damit mußte
ich es bereits mit
einem andern Sym
bolismus zusammen
bringen.
Ms-153a,21r


     

21
Aber auch wenn
dieses Vornehmen so
geschah daß
ich sagte dieses
Signal heißt
das & führte dabei
eine gewisse Tätigkeit
aus so muß die
Erinnerung an die
Tätigkeit später
mit dem Zeichen
zusammenwirken.
     

Der Knopf im
Taschentuch.
Er ist [S|s]innlos wenn
ich mich nicht tat
sächlich an etwas
erinnere, wenn ich
ihn anschaue. Er
Ms-153a,21v


ist daher auch
allein nicht Sym
bol. Oder bedeu
tet er: “[e|E]rinnere
Dich an etwas!”?
Jedenfalls würden
diese Worte densel
ben Dienst leisten.
     

Ich kann vergessen
welche Farbe ein
Wort bedeutet &
auch wie [d|e]ine bestimm
te Farbe (etwa auf Englisch)
heißt.
     

Ich werde aufge
fordert mir die
Farbe Orange vorzu
stellen & habe
Ms-153a,22r


22
vergessen was ‘orange’
heißt. Was geschieht
hier? Und was
geschieht wenn ich
mich nun wieder
daran erinnere.
Die Frage ist näm
lich: Wovon hängt
es ab daß ich
der Aufforderung
mir die Farbe A
vorzustellen folgen
kann?

     

Noch eine Frage: kann
man von verschiedenen
Interpretationen des
Gedächtnis[ses|bildes] spre
chen?
Gewiß nicht. Aber
warum nicht?
(?)
Ms-153a,22v


     

Wenn man irgend
wo von Vorurteilen
gehemmt ist wird, dann
in der Philosophie?
     

“Male einen roten
Streifen”, — “ich habe
vergessen was
rot heißt, das
Wort sagt mir
nichts”.
     

Wenn das Wort
rot ˇum Bedeutung zu haben eine Vorstellung
hervorrufen muß
die erst das eigent
liche Bild ist
warum sollte es
da nicht genügen
Ms-153a,23r


23
wenn das Wort,
mit einer [F|w]irklichen
Farbe confrontiert,
ein bestimmtes
Gefühl etwa einer
Befriedigung aus
löste.
     

Die Rechtfertigung
“Du hast mir
gesagt ‘bring etwas
Rotes’, das heißt
doch ‘rot’” ist
allgemeiner in dem
früheren Sinn.
     

Sagte ich nicht
die Rechtfertigung
mußte immer von
der Art sein
Ms-153a,23v


schwarz notatio153a-23v-a.bmp, also;
mach einen ¿schwarzen¿
Kreis notatio153a-23v-b.bmp
     

Könnte denn die
Rechtfertigung lau
ten: „Du hast ge
sagt ‘bring etwas
rotes’, und dieses
hat mir ˇdaraufhin ein Ge
fühl der Befriedigung
gegeben & so habe
ich es gebracht?
     

Könnte Müßte man da
nicht antworten:
Ich habe Dir doch
nicht geschafft
mir das zu bringen
was Dir auf
Ms-153a,24r


24
meine Worte hin ein
solches Gefühl geben
wird!
     

Aber gälte dieser
Einwand nun auch
wenn ich geantwor
tet hätte „Du
hast doch gesagt
ich solle etwas ‘Rotes’
bringen & da habe
ich mich erinnert
daß Du das früher
‘rot’ genannt hast”
Ich glaube hier
gälte der Einwand
nicht.
     

Ich könnte mich
auf jeden Fall
Ms-153a,24v


zur Rechtfertigung
auf eine Tabelle
der Farben ˇmit & ihr[e|en]
Namen berufen.
     

Es könnte aber
auch sein daß ich
mich so einer Tafel
widersetze & mich
auf mein Gedächtnis
(oder ist es etwas ¿A¿ndres)
berufe.
     

Heißt das nun
daß ich in meinem
Gedächtnis gleich
sam eine andere,
anders lautende,
Tafel habe?
Und was rechtfer-
Ms-153a,25r


25
tigt die Wahl zwi
schen diesen beiden?
     

Wenn ich jemandem
sage “male das
Grün deiner Zimmertür
nach dem Gedächt
nis” so bestimmt
das was er zu tun
hat nicht eindeu
tiger als der Befehl
“male das Grün
was Du auf dieser
Tafel siehst”.
     

“Der Wind trägt meine
Gedanken weg”.— “Ge
wicht einer Energiemenge”.
     

Wenn es bei der Bedeu-
Ms-153a,25v


tung des Wortes “rot”
auf das Bild an
kommt das mein
Gedächtnis beim
Klang dieses Wortes
automatisch re
produziert, so
muß ich mich auf
diese Reproduction
geradeso verlassen
als wäre ich deter
miniert die Bedeut
ung durch nach
schlagen in einem
Buche zu bestimmen
wobei ich mich
diesem Buche quasi
auf Gnade & Ungnade
ergeben ausliefern würde.
Ms-153a,26r


     

26
Das würde aber
heißen: Die Bedeu
tung des Wortes ist,
was mir in einer
Besti bestimmten
Weise dabei einfällt.
     

Ich bin dem Gedächt
nis ausgeliefert.
     

In irgend einem Sinn
heißt es nichts
“eine Farbe wieder
erkennen”.
     

Und doch kann
ich sagen: “wo habe
ich nur dieses Grün
schon gesehen”,
oder “diese Farben-
Ms-153a,26v


zusammenstellung”.
     

Ich möchte sagen:
Wiedererkennen
läßt sich nur
was sich beschrei
ben läßt.
     

Und nun scheint
“grün” die Beschrei
bung einer Farbe zu
sein!
     

“Bring mir eine gelbe
Blume”. Wie rechtfertigst
Du was Du mir bringst?”
     

Wenn Du sagst “ist heißt
denn diese Farbe
nicht gelb so bezieht
Ms-153a,27r


27
sich Deine Frage
nur auf ein speziel
les Sprachübereinkom
men (ist also trivial).
     

Wenn ich mit einem ¿gefärbten¿ gelben
Täfelchen in der Hand
nach der einer gelben
Blume suche so
ist das analog
dem Ausrechnen einer
Multiplication wie 164 × 280
gehe ich aber mit
dem Wort “gelb” suchen,
so ist es analog
einem Arithmetischen
Satz 2 + 3 = 5, wo nichts
eine interne Relation
zeigt.
Ms-153a,27v


     

Es ist doch offen
bar nicht unmög
lich undenkbar daß einer die
gelbe Blume so
mit sei einem Phan
tasiebild sucht
wie ein andrer mit
dem farbigen Täfelchen;
oder ein dritter in
irgend einem Sinne
mit dem Bild
einer Reaktion die
durch das was er
<…> sucht hervor
gerufen werden soll
(Klingel).
Womit immer aber
er suchen geht (mit
welchem Paradigma
immer) nichts zwingt
Ms-153a,28r


28
ihn das als das ge
suchte anzuerkennen
was er am Schluß
wirklich anerkennt,
& die Rechtfertigung
in Worten ˇoder andern Zeichen die er dann
von dem Resultat
gibt rechtfertigt
wieder nur in Bezug
auf eine ˇandere Beschreibung
in derselben Sprache.
     

Die Schwierigkeit ist
aufzuhören, ‘warum’
zu fragen (ich meine
sich dieser Frage
zu enthalten.)
     

Es ist offenbar ein
Unterschied: ob ich
Ms-153a,28v


sage “dieser ↑ Streifen
ist weiß” oder “die
Farbe dieses Streifen
werde ich ‘A’ nennen”.
     

Wir können uns
denken daß jemand
die Bedeutungen
der Farbnamen
aus einer Tabelle
entnimmt wo sie
bei den entsprechenden
Farben stehen bis er
wie man sagt die
Tabelle im Kopf hat.
     

Das heißt doch wohl
daß etwas diese Tabelle
jetzt ersetzt hat.
Ms-153a,29r


     

29
Könnte nicht,
was ich früher gegen
den Gebrauch einer
solchen Tabelle
eingewendet habe, ge
gen jede Rechnung
eingewendet werden?
     
Wie ist es mit den beiden
Sätzen<…>: „dieses Blatt
ist rot” & „dieses
Blatt hat die Farbe
die auf Deutsch rot
heißt”? Sagen beide
dasselbe?

     

Hängt das nicht davon
ab was das Criteri
um dafür ist daß
Ms-153a,29v


eine Farbe auf Deutsch
‘rot’ heißt?
     

Kann man auch
statt „hol' mir
eine gelbe Blume”
sagen: „hol mir eine
Blume deren Farbe
Du ‘gelb’ nennst”?
     

Wird der Ausdruck
der Beschreibung nun
von dem Beschriebenen
abgeleitet oder außer
dem ¿man¿
aus diesem
& einer Tabelle oder
etwas ˇdem Analogem?
     

[ˇZu [D|d]em der Dich nicht
mag gut zu sein
Ms-153a,30r


30
erfordert nicht nur
viel Gutmütigkeit son
dern auch viel
Takt.]
     

Du befielst mir
„bringe mir eine gelbe
Blume” ich bringe
eine & Du fragst:
„warum hast Du
mir so eine gebracht?”
Dann hat diese Frage
nur ˇeinen Sinn, wenn sie
zu ergänzen ist „und
nicht eine von
dieser (anderen) Art”.
     

D.h. diese Frage
bezieht sich schon
auf ein System; und
Ms-153a,30v


die Antwort muß
sich auf das gleiche
System beziehen.
     

Auf die Frage „warum
tust Du das auf
meinen Befehl?” kann
man fragen: „Was?”
     

Da wäre es nun ab
surd zu fragen „wa
rum bringst Du
mir eine gelbe Blume
wenn ich Dir befohlen habe
mir eine gelbe Blume
zu bringen” eher
könnte man fragen
„warum bringst Du
eine rote Blume wenn
ich sagte Du sollst

Ms-153a,31r


31
eine gelbe bringen”
oder „warum bringst
Du eine dunkelgelbe
auf den Befehl ‘bring
eine gelbe’.”
     

Wie kann man die
Handlung von dem
Befehl „hole eine gelbe
Blume” ableiten?—
Wie kann man das
Zeichen „5” aus dem
Zeichen „2 + 3” ableiten?
     

Wie verhält es sich
denn mit der Bezeich
nung eines ganz bes
timmten Tones
von gelb. Da scheint
es doch klar daß
Ms-153a,31v


die Wortsprache
nicht genügt jeden
solchen Ton zu be
schreiben obwohl
sie sagen kann
ein rötliches oder
grünliches gelb u.s.w.?
  Anderseits: gib
diesem Ton einen Namen
( & er steht
auf gleicher Stufe, ist
in keiner anderen Lage,
als das Wort „gelb”
oder „rot”.
     

Ist es denn nicht
denkbar daß ein
gramm. System in
der Wirklichkeit zwei
(oder mehr) Anwendun-
Ms-153a,32r


32
gen hat?
     

Ja, aber wenn wir
das überhaupt
sagen können, so
müssen wir die bei
de Anwendungen
auch ˇdurch eine Beschreibung unterschei
den können.
     

Denken wir an zwei
Anwendungen des
Farbenschemas, so
können wir diese Be
schreiben. Aber das
wesentliche dieser
Beschreibung ist,
daß sie nur eine
reine Multiplizität
von Zeichen beschreibt
Ms-153a,32v


& nicht in irgend
einem Sinne mit
der Realität an
knüpft in einem
Sinne in welchem das
Zeichen mehr als
ein Zeichen wäre.
     

Woher aber (über
haupt
) der Begriff
eines solchen Sinns?
     

Kommt das nicht
daher daß wir
wie ich sagen möchte
mit gewissen Zeichen
ganz vertraut sind.
Abgesehen von den
Sprachen die wir ge
läufig sprechen
Ms-153a,33r


33
sind uns ˇviele Gebärden in
diesem Sinne vertraut.
Aber worin besteht
diese Vertrautheit?
   Ich winke winke einem
& er kommt zu
mir. Nehmen wir
aber an er verstün
de<…> diese Sprache
nicht so leicht
nach einer Überlegung
aber w deutete er
sie doch ˇrichtig so hätte
er sie in Gedanken
in eine Sprache über
setzt die ihm geläufig vertraut
ist.
     

Mit einem Draht nach
einem Kurzschluß
Ms-153a,33v


suchen; er ist gefunden
wenn es läutet.
Aber suche ich dabei
auch nach etwas
was dem Klingeln
der Idee des Klingelns
gleich ist u.s.w.
u.s.w.?
     

Ich kann doch
sagen: „mische die Farben
nach denen die ich
Dir vormale”, aber
nicht: „mische Farben
nach den Wörtern
die ich dir ansage”—
wenn diese Wörter mir
nicht schon bekannt
sind.— Ich kann
ebenso sagen „Zeichne
Ms-153a,34r


34
die Kurven die ich
Dir vorzeichne” aber
nur in gewissen Fällen
„zeichne die Kurven
die ich dir ansage”.
Ist das aber
nicht der Fall
den wir hätten wenn
wir verschiedene
complizierte ¿Wahr
heitsfunktionen¿
einerseits mit neuen
Namen anderseits
durch die WF Nota
tion bezeichnen?
     

Mische Farben nach
den Wörtern die ich
Dir sage kommt
natürlich auf
Ms-153a,34v


dasselbe hinaus
wie: „Mische eine
Farbe nach dem
Wort ‘A’.”
     

Das heiß doch eine
Farbe die sich mit
dem Wort A recht
fertigen läßt.
Inwiefern läßt
sich denn aber
eine Farbe durch
diese Farbe rechtfer
tigen?
     

Erklärung des
Sinnes eine Pfeiles.
     

Paradox des Suchens.
Ms-153a,35r


35
     

Wir kämpfen mit der Sprache.
     

Wir stehen im Kampf mit
der Sprache.
     

„Ein Ereignis tritt ein”
„Ein Mensch tritt ein”
     

Das ganze Problem
der Bedeutung
der Worte ist in darin
aufgerollt daß
ich den A suche ohne
ehe ich ihn gefunden
habe.— Es ist darü
ber zu sagen daß
ich ihn suchen kann
auch wenn er in ge
wissem Sinne nicht
Ms-153a,35v


existiert.

  Wenn wir sagen
ein Bild ist dazu
nötig wir müssen
in irgend einem
Sinne ein Bild von
ihm herumtragen,
so frage sage ich:
vielleicht, aber
was hat es für einen
Sinn zu sagen es
sei ein Bild von
ihm. Das hat also
auch nur einen
Sinn wenn ich ein
weiteres Bild von
ihm habe, das dem
Wort „ihm” entspricht.
     

Die Lösung philo-
Ms-153a,36r


36
sophischer Probleme
verglichen mit
dem Geschenk
im Märchen das
ˇim Zauberschloß zauberisch erscheint
und wenn man
es draußen beim
Tag betrachtet
nichts ist als
ein gewöhnliches
Stück Eisen (oder
dergleichen)
     
Man sagt etwa:
wenn ich von der
Sonne spreche, muß
ich ein Bild der
Sonne in mir haben.—
Aber wie kann
man sagen daß
Ms-153a,36v


es ein Bild der Sonne
ist. Hier wird doch
die Sonne wieder
erwähnt im Gegen
satz zu ihrem
Bilde. Und damit
ich sagen kann: „das
ist ein Bild der Sonne”
müßte ich ein weite
res Bild der Sonne
besitzen etc. u.s.w..
   Zu sagen die Erin
nerung ist ein Bild
dessen was war
hat nur [s|S]inn, wenn
ich das was war
diesem Bild gegen
überstellen kann
& die beiden etwa
vergleichen. Das ist
Ms-153a,37r


37
auch möglich wenn
man unter dem
was war das Hypo
thetische versteht
aber nicht wenn
man darunter
eben das versteht
was in der Erinne
rung gegeben ist.

     

Man könnte uns nur
sagen: wenn er
von der Sonne spricht
muß er ein visu¿ell¿es
Bild (oder Gebilde von
der & der Beschaffen
heit — rund, gelb etc.)
vor sich sehen. Nicht
daß das war ist
aber es hat Sinn &
Ms-153a,37v


dieses Bild gehört
ist dann ein Teil
des Zeichens.
     

Ich gehe die gelbe
Blume suchen,
auch wenn mir
während des Gehens
ein Bild vorschwebt,
brauche ich es denn
wenn ich die gelbe —
oder eine andere — Blume
sehe?! Und wenn
ich sage, so
bald ich eine gelbe
Blume sehe schnappt
— gleichsam — etwas in
der Erinnerung ein:
Kann ich denn dieses
Einschnappen eher
Ms-153a,38r


38
voraussehen, erwar
ten als die gelbe
Blume? Ich wüßte
nicht warum. D.h.
wenn es in einem
bestimmten Fall
wirklich so ist
daß ich nicht die
gelbe Blume sondern
ein anderes (indirektes)
Criterium erwarte
so ist das jedenfalls
keine Erklärung
des Erwartens.
     

Aber geht nicht
mit dem Eintreffen
des Erwarteten immer
ein Phänomen der Be
jahung Zustimmung (oder Befriedi-
Ms-153a,38v


gung) Hand in Hand?
Dann frage ich: Ist
dieses Phänomen
ein anderes als das
Eintreten des Erwarteten?
Wenn ja, dann weiß
ich nicht ob so ein an
deres Phänomen, die
Erfüllung immer
begleitet.— Oder ist es
dasselbe wie die Er
füllung? Wenn ich
sage: Der dem die
Erwartung erfüllt
wird muß doch nicht
sagen „ja, das ist es”
oder dergleichen, so
kann man mir antwor
ten: „gewiß, aber er
muß doch wissen, daß
Ms-153a,39r


39
die Erwartung er
füllt ist.”— Ja,
soweit das Wissen
dazu gehört daß
sie erfüllt ist.
In diesem Sinne:
wüßte er's nicht
so wäre sie nicht
erfüllt.— Wohl
aber, wenn einem eine
Erwartung erfüllt
wird so tritt doch immer
eine Entspannung
auf! — — —
     

Es Es ist vielleicht
am page 195 instruktivsten
zu denken, daß wenn
wir mit einem gelben
Täfelchen die Blume
Ms-153a,39v


suchen uns jedenfalls
nicht die Relation
der glei Farbengleich
heit als weiters
Bild vorschwebt. gegenwärtig ist.
sondern wir sind
mit dem einen ganz
zufrieden.
     

(So wie wir nicht für
einen Augenblick
daran dächten ein
Kind die Gebärden
sprache zu lehren)
     

Freilich kann man
sagen: das gelbe Tä
felchen ist in Wirk
lichkeit auch nicht
maßgebend, weil
Ms-153a,40r


40
das Gedächtnis als
Kontrolle des
Täfelchens verwen
det wird. Aber
erstens ist das
nicht wahr wenn
wir ¿uns¿ nach einem
ganz bestimmten
Farbton richten
sollen (dann trauen
wir oft dem Täfelchen
& nicht dem Gedächt
nis) & zweitens: Wie
ist es mit der Rela
tion zwischen dem
was das Gedächtnis
mir gibt & dem
was ich als das
ihm entsprechende
in der Wirklichkeit
Ms-153a,40v


anerkenne? Trage
ich von dieser Rela
tion ein Bild
herum?
     

Alle Erklärung
scheint hier
aufzuhören. Frei
lich wir sind ja
gar nicht im Gebiete
der Erklärungen.
     

Beim Versteckenspiel
erwarte ich etwa
den Fingerhut zu
finden. Wenn ich ihn
finde gebe ich ein Zeichen
der Befriedigung
von mir, oder fühle
doch Befriedigung.
Ms-153a,41r


41
dieses Phänomen
mag ich auch er
wartet haben ˇ(oder auch nicht),
aber diese Erwar
tung ist nicht
die des Fingerhuts.
Ja Ich kann beide
Erwartungen haben
& sie sind offenbar
ganz getrennt.
     

Ich erwarte mir
eine gelbe Blume
zu finden, dabei
schwebt mir das
Bild einen gelben
Blume vor. Könnte
mir nicht dabei
das Bild einer roten
Blume vorschweben
Ms-153a,41v


— einer nicht-gelben Blu
me?
     

Es ist nicht so
daß wir ein Phäno
men beobachten
das eine Unbefriedi
gung die dann durch
finden des Fingerhu
ts aufgehoben wird
& nun sagen wir:
„also war das er
ste Phänomen die
Erwartung des Fin
gerhutes”.
Nein das er
ste Phänomen ist die
Erwartung des Fin
gerhutes so sicher
als das zweite das
Ms-153a,42r


42
finden des Fingerhutes
ist. Das Wort Finger
hut gehört zu der
Beschreibung des
ersten so notwendig
wie zur Beschreibung
des zweiten. Nur
verwechseln wir
nicht „die Bedeu
tung des Wortes Fin
gerhut” (der Ort dieses
Worts im gramm. Raume
mit der Tatsache
daß ein Fingerhut
hier ist.
     

„Ich wünsche mir eine
gelbe Blume”— „Ja,
ich gehe & suche
Dir eine gelbe Blume”
Ms-153a,42v


„Hier habe ich eine gefun
den”. — Gehört die
Bedeutung von
„gelbe Blume”
<…>
mehr zum
letzten Satz als zu
dem vorhergehenden?
     

Um die Worte die
die Erwartung be
schreiben zu recht
fertigen könnte
ich ¿nur¿ sagen: Es
muß ein Unter
schied sein, ob
ich eine gelbe Blume
erwarte oder eine
rote oder eine blaue,
oder eine gelbe Frucht
etc
Ms-153a,43r


43
     

Worin besteht das
Suchen einer gelben
Blume? Nun ich
gehe im Garten
umher sehe mir
die Blumen an und
wenn ichch eine gelbe
Blume
sehech pflücke
ich sie etwa.
     

Wir haben uns eben
außerhalb aller
Erklärung gestellt,
[außerhalb des Bereichs
---]
Wir können nur be
schreiben da uns
causale Zusammenhän
ge i.e. tatsächliches
Ms-153a,43v


in den Vorgängen
der Folge der Vorgänge
<die tats. Folge d. Vorg.>
nicht
interessiert (da wir
hierin bereit sind,
alles zu glauben)
Und die Zusammen
hänge die dann
bleiben sind formelle
die sich nicht be
schreiben lassen son-
dern sich in der Gram
matik ausdrücken.
     

Worin besteht es ˇsich eine
gelbe Blume zu wün
schen? Wesentlich
darin daß man
in dem was man
sieht eine gelbe
Blume vermißt
Also auch darin
Ms-153a,44r


44
daß man erkennt,
was in dem Satz
aus[d|g]edrückt ist
„ich sehe jetzt keine
gelbe Blume”
     

Die Bedeutung des
Wortes „gelb” ist nicht
das Bestehen [die Exis
tenz] eines gelben
Flecks: Das ist es
was ich über das
Wort Bedeutung sagen
möchte [Das ist d[er|as]
Irrtum den ich Miß
verständnis über
das Wort Bedeutung
das ich aufklären
will.]
Ms-153a,44v


     

Wie ist es hiermit¿:¿
„A” bedeutet die
Richtung →, „B”
die Richtung ←.
     

Merkwürdige Aufschrift
für ein Buch: „Dieses Buch
darf nur in diesem
Raum der Bibliothek
gelesen werden.”
(Daran ließe sich vieles
erklären.)
     

Was die Erklärung
des Pfeils betrifft
so ist es klar daß
man sagen kann:
Dieser Pfeil bedeutet
nicht daß Du dort
hin (mit der Hand zeigend)
Ms-153a,45r


45
gehen sollst sondern
dahin. Und es ist
klar daß ich diese
Erklärung ver
stehen würde
     
„Jener Satz (von mir
erfundene) Aufschrift
für ein Bibliotheks
buch & die Bemer
kung die ich einst
wirklich gelesen
habe
unter einer Zim
merordnung gele
sen habe „Diese Regeln
dürfen nicht übertreten
werden” sind ebenso
wirkungslos wie
eine Maschine die
meinem Vater einmal
Ms-153a,45v


eingefallen ist & deren
Wirkungslosigkeit
er zuerst nicht ein
gesehen hat. Es war
sollte eine Straßen
walze sein von
dieser Art. notatio153a-45v.bmp Der Zylinder
ist im Innern
an der Walze
festgemacht
befestigt
& so ist
natürlich
das Ganze
ein starres System &
kann sich
dessen Teile
sich gegeneinander nicht
hren können. Und
anderseits kann man
Ms-153a,46r


46
es hin & her rollen wie
man will & es stimmt
immer. Ich will sagen:
was immer man tut ist
mit der Walze tut
ist dem Innern dieser
Walze recht. (Und
hier liegt die Analogie.)

     

Sinnes Datum ist natür
lich auch kein Begriff,
sondern eine Form.||
     

Ich könnte der Erklä
rung des Pfeiles mit
der Vorstellung folgen.
Das wäre so als folgt
ich ihr mit einer
Zeichnung (und hier
handelt es sich
Ms-153a,46v


ja um das ‘Primäre’
der Zeichnung nicht
um das Physikalische
  Dann aber scheint
die Vorstellung
noch eine andere Rol
le zu spielen in der
sie scheinbar nicht
interpretierbar ist.
Nicht interpretier
bar weil schon
interpretiert oder
eigentlich weil schon
Zeichen & Interpreta
tion. Aber wie
interpretiert man
denn Zeichen? Doch
durch andre Zeichen
[— Doch indem man
sie mit andern Zeichen
Ms-153a,47r


47
verbindet]
     

Ich will doch sagen:
Die ganze Sprache
kann man nicht
interpretieren.
     

Man verwechselt
so leicht das
gemalte Bild
mit im physikalischen
Sinn mit dem ˇ¿ihm¿ ent
sprechenden Gesichts
bild. Dieses kann
sehr wohl statt
des Erinnerungsbil
des stehen; warum
denn nicht¿?¿ Wenn
man fühlt daß das
nicht möglich ist
Ms-153a,47v


denkt man an das
physikalische Bild.
     

Es ist also richtig:
Ich erinnere mich
„daran ↗˚” Das
Bild ist dann
in einem gewissen
Sinne gegenwärtig
& vergangen.
     

Wenn man mir
sagt „bringe <…>
eine gelbe Blume”
& ich stelle mir
vor wie ich eine
gelbe Blume hole
so habe ich bewiesen
daß ich den Befehl
verstanden habe.
Ms-153a,48r


48
Aber ebenso, wenn
ich mir male wie
ich den Befehl
ausführe.— Warum?
Wohl, weil das was
ich tue mit Wor
ten des Befehls
beschrieben werden
muß. Oder soll
ich sagen ich habe
tatsächlich einen
verwandten Befehl
ausgeführt.
     

Warum sieht man
es als Beweis an
daß ein Satz Sinn
hat daß ich mir
was er sagt vor
stellen kann?
Ms-153a,48v


Weil ich diese Vorstel
lung mit einem dem
ˇersten Satz verwandten
beschreiben müßte.
     

Ist aber daher
kein Unterschied
zwischen Bild &
Bild? Symbol &
Symbol?
     

„Ich stelle ˇes mir vor,
wie das sein wird” (
wenn ein schwarzer
Fleck dort erscheint)—
<…>Wie kann ich es
mir denn vorstellen,
wenn es nicht ist?!
Ist denn die Vorstel
lung eine Zauberei?
Ms-153a,49r


49
Nein, die Beschreibung
der Vorstellung ist
(eben) nicht die des
dieselbe wie die Be
schreibung des erwar
teten Ereignisses.
     

„Du sagtest mir ‘Geh
aus dem Zimmer’
darum tat ich
das” (und nun zeichnet
er den Vorgang auf oder
macht ihn vor). Aber
da ist ja scheinbar
gar kein Zusam
menhang!
     

Wie kann man
kalkulieren daß
3 & 2 = 5?! da doch
Ms-153a,49v


‘5’ zu ‘3 & 2’ keine in
terne Beziehung hat?
Es geht auch nur
auf einem Weg der
diese Beziehung
herstellt.
     

Der Satz ist der Tatsa
che so ähnlich wie
das Zeichen ‘5’ dem
Zeichen ‘3 &2’. Und
das gemalte Bild
der Tatsache wie
||||| dem Zeichen || + |||
     

Wenn man sagt:
[I|i]ch stelle mir die
Sonne vor wie sie
rasch über den
Himmel zieht; so
Ms-153a,50r


50
ist doch nicht die
Vorstellung damit
beschrieben daß „die
Sonne rasch
über den Himmel zieht”!
  Nun könnte ich
einerseits sagen fragen: ist
nicht, was Du vor
Dir siehst ˇetwa eine gelbe
Scheibe in Bewegung
aber doch nicht gerade
die Sonne?— andrer
seits, wenn ich sage
„ich stelle mir die
Sonne so & so vor”
so ist das nicht
dasselbe als wenn
ich — etwa kinemato
graphisch — ein solches
Bild zu sehen be-
Ms-153a,50v


käme.
  Ja es hätte [s|S]inn
von diesem Bild
zu fragen: „stellt
das die Sonne vor?”
     

Nehmen wir an es
gäbe zwei Sonnen A
& B am Himmel die
gleich aussähen &
nun sagt einer: ich
stelle mir die Sonne
A in einer solchen
Bewegung vor”. Könnte
man ihn da fragen:
woher weißt Du daß
es gerade die Sonne
A ist? Der Unter
schied kann in nichts
liegen, was an der
Ms-153a,51r


51
Vorstellung einem
gemalten Bild ver
gleichbar ist.
     

Wenn es einen Sinn
hat
Be <…>
Über das Vorstellen
als Beweis des Sinnes:
Wenn es Sinn hat
zu sagen ich kann
mir vorstellen
daß p der Fall ist,
so hat es auch
Sinn zu sagen
p ist der Fall.
     

Die Vorstellung
in dem Sinn in dem
ich früher von ihr
gesprochen habe
Ms-153a,51v


ist wie ein Bildnis
mit der Überschrift
‘Bildnis des N.N.’.
     

[Mein Gehirn wird
wohl einmal
gleichsam ˇvor Alter erblinden.
Aber nicht unbedingt
erst wenn ich viel
älter bin als jetzt.]
     

Was heißt es denn
„entdecken daß ein
Satz Sinn hat”?
Oder fragen wir
so: Wie kann man
denn die Unsinnigkeit
eines Satzes (zu etwa „dieser
Körper ist ausgedehnt”
dadurch bekräftigen
Ms-153a,52r


52
daß man sagt: „Ich
kann mir nicht
vorstellen ¿daß¿ wie
es anders wäre”.
Denn kann ich etwa
versuchen es mir
vorzustellen. Heißt
es nicht: Zu sagen
daß ich es mir vor
stelle ist sinnlos.
Wie hilft mir dann
also diese Umformung
von einem Unsinn auf
einen andern? — Und
warum sagt man
gerade: „ich kann
mir nicht vorstellen
wie es anders wäre”
& nicht — was doch
auf dasselbe hinaus
Ms-153a,52v


kommt— „ich kann
mir nicht vorstellen
wie das wäre”??
     Man anerkennt
scheinbar in dem
unsinnigen Satz etwas
wie eine Tautologie
im Gegensatz zu
einer Contradiction.
Aber das ist ja auch
falsch. Man sagt
gleichsam: „Ja, es
ist ja ausgedehnt,
aber wie könnte es
denn anders sein;
also wozu es sagen. —”
Es ist dieselbe Ten
denz die uns auf
den Satz: „dieser
Stab hat eine be-
Ms-153a,53r


53
stimmte Länge” nicht
antworten läßt: „Unsinn”,
sondern: „Freilich!”.
  Was ist aber der
Grund dieser Tendenz?
Sie könnte auch so
ausgedrückt beschrieben werden:
wenn wir die beiden
Sätze „dieser Stab hat
eine bestimmte Länge”
& seine Verneinung „dieser
Stab hat keine Länge” hören
so sind wir
parteiisch & neigen
dem ersteren Satz zu
statt beide für Unsinn
zu erklären)
Der Grund hiervon
ist aber eine Verwechs
lung: Wir sehen den
Ms-153a,53v


ersten Satz ist verifizie¿rt¿
(& den zweiten falsi
fiziert) dadurch
daß wir etwa sagen
„der Stab hat 4m”
Und man wird sagen:
„und 4m ist doch
eine Länge” und
vergißt daß man
hier einen Satz der
Grammatik meint.
     

Wenn man manch
mal sagt: man könn
te das Helle nicht
sehen wenn man
nicht das dunkle
sähe; so ist das kein
Satz der Physik oder
Psychologie — denn
Ms-153a,54r


54
hier stimmt es nicht &
ich kann sehr wohl
etwa eine ganz weiße
Flache sehen &
nichts <…> dun
kles daneben —
sondern es muß
heißen: Es hat keinen
Sinn in unserer Spra
che von Licht Helligkeit zu reden
wenn es nicht Sinn
hat von etwas
dunklem zu reden.
     

Was heißt es denn,
„entdecken daß ein
Satz keinen Sinn
hat”?
Und was heißt
das: „wenn ich etwas
Ms-153a,54v


damit meine, muß es
doch Sinn haben”?!
     

„Wenn ich etwas damit
meine …”— Wenn
ich was damit
meine?!
     

Was heißt es: „Wenn ich
mir etwas dabei vor
stellen kann, muß
es doch Sinn haben.”
     

Wenn ich mir was
dabei vorstellen
kann? Das was
ich sage? Das heißt
nichts. & Und Etwas?
Das würde heißen: Wenn
ich die Worte auf
Ms-153a,55r


55
diese Weise benützen kann,
dann haben sie
Sinn. Oder eigentlich:
Wenn ich sie zum
kalkulieren be
nütze, dann haben
sie Sinn.
     

Philosophie versteht
niemand: Entweder
er versteht nicht was
geschrieben ist oder
er versteht es, aber
nicht daß es Philoso
phie ist.
     

„Du hast mit der
Hand eine Bewegung
gemacht; hast Du
etwas damit gemeint?
Ms-153a,55v


— Ich dachte Du meintest,
ich solle zu Dir kom
men.”
     

Die Frage ist ob man
fragen kann: „was
hast Du gemeint”
Auf diese Frage ˇaber kommt
wieder ein Satz zur
Antwort. Während,
wenn man so nicht
fragen darf das
meinen — so zu sagen —
amorph ist. Und
„ich meine etwas damit mit dem Satz
has ist dann von
derselben Form wie
„der Satz ist nützlich”
     

Wenn man nun fragt
Ms-153a,56r


56
„hast Du etwas
mit dieser Handbe
wegung gemeint?”
so kann die Ant
wort sein [so ist die
Antwort manchmal]
„nein ich hab' gar
nichts damit ge
meint” oder „ja, ich
habe etwas gemeint”.
Und im zweiten Fall
wird man fragen „was?”
und die Antwort wer
den etwa Worte sein.
     

Könnte man aber ant
worten: ich habe etwas
mit dieser Bewegung
gemeint was ich nur
durch diese Bewegung
Ms-153a,56v


ausdrücken kann”?
     

Ich scheine sagen zu
wollen: Verstehen
heißt nur gewisse eine bestimmte Art von
Zeichen zu erfassen
(zu erhalten)
     
„Nein ich hab' gar
nichts mit dieser Be
wegung gemeint. Ich
hab' sie ganz un
willkürlich gemacht”
    Oder aber: „Ja
ich habe etwas gemeint,
ich wollte, daß Du
herkommst”
    Aber dann war
dieses Wollen daß
der Andre herkomm¿t¿
Ms-153a,57r


57
ein besonderer Vor
gang. Das heißt
ich habe jetzt den
ganzen Vorgang
in den Satz über
setzt „ich will
daß Du herkommst.”
Aber er war nun
doch wieder nur ein
Zeichen.

     

„Ist die Vorstellung
nur die Vorstellung
oder ist die Vorstellung
von
etwas in der
Wirklichkeit?”
     

Und von dieser Frage
könnte man auch
die Beziehung der
Ms-153a,57v


Vorstellung zum
gemalten Bild
erfassen.
     

Diese Jene Frage könnte
aber nicht heißen:
„Ist die Vorstellung
immer Vorstellung
von etwas was
in der Wirklichkeit
existiert— denn das
ist sie offenbar
nicht immer—;
sondern es müßte
heißen bezieht
sich die Vorstellung
immer, wahr oder
fälschlich auf
ˇdie Wirklichkeit.
(Denn das letztere kann
Ms-153a,58r


58
man von einem gemal
ten Bild nicht sagen. ˇ—)
     

Aber warum soll
te man dann
nicht sagen, daß
die Vorstellung
eine Vorstellung eines
Traumes ist?
     

Verhalten sich
nicht Vorstellung
& Wirklichkeit
zu einander wie
ein ebenes Bild
zum dreidimensi
onalen Raum in
dem immer etwas
existieren kann
dessen Projection
Ms-153a,58v


das ebene Bild
ist?
     

… quia plus loquitur
inquisitio<…> quam
inventio … Augustinus.
     

Haec Dicimus haec
& audimus haec; &
intelligimur, & intelli
gimus.
Manifestissi
ma
& usitatissima
sunt, & eadem ¿rursus¿
nimis latent, &
nova est inventio
eorum.
Augustinus]
     

Wenn man sagt
Vorstellungen seien
privat so ist man
Ms-153a,59r


59
wieder von einer fal
schen Analogie irre
geleitet
     
Könnte ich malen
daß es sich so ver
hält wenn der
Satz
es keinen Sinn
hätte zu sagen „es
verhält sich so”?
Freilich nicht, aber
die Beschreibung des
gemalten Bildes ent
hält doch nicht die
Beschreibung der Tat
sache die dieses Bild
darstellen soll

     

Wenn das Bild die
Krönung Napoleons
Ms-153a,59v


darstellen soll, so
müßte man das
nicht darunter
schreiben, wenn es
am in dem Bild ent-
halten wäre. Wenn
es also auch in
der bloßen Beschrei
bung des Bildes mit
beschrieben wäre.
  Und da könnte man
nun den Unterschied
[Gegensatz] zwischen Ge
danken & Bild scharf
fassen indem man
sagt daß die Beschrei
bung des Gedankens
im Gegensatz zu der
des bloßen Bildes
auch die Beschrei-
Ms-153a,60r


60
bung dessen der Realität enthalten
muß auf die sich
der Gedanke bezieht.
Aber hier liegt ein
Fehler.
     

Liegt denn der Grund
der Verschiedenheit
nicht darin daß
das gemalte Bild
an <…> sich nicht
ein Teil eines viel
umfassenderen
Bildes, <> einer Sprache
— ist. Durch die
Überschrift gliedern
wir das Bild in
das umfassendere
ein. Könnten wir es
nicht auch so
Ms-153a,60v


tun, daß wir es
in eine Serie von
gemalten Bildern
mit demselben
Effekt Erfolg ein
gliederten?
     

Das Charakteristi
sche an der Sprache
ist, daß alle Er
klärungen von vorn
herein gegeben werden
können. D.h. daß
man sie alle mußte
voraussehen können
& keine erst ad hoc
gegeben werden muß.
(Und das ist es
was die Bildhaftig
keit auszumachen
Ms-153a,61r


61
scheint)
     
Ich könnte mein Prob
lem so darstellen:
Wenn ich untersuchen
wollte ob die Krönung
Napoleons wirklich
so & so stattgefunden
hat so könnte ich
mich dabei als einer
Urkunde des Bildes
bedienen statt
einer Beschreibung.
Und es fragt sich
nun ist die ganze
Vergleichung der Ur
kunde mit der Wrik
lichkeit von der Art
wie der Vergleich der
Wirklichkeit mit dem
Ms-153a,61v


Bild, oder gibt es
dabei noch etwas
Andres von andrer
Art?

     

Aber womit soll man
die Wirklichkeit verglei
chen als mit dem Satz?
Und was soll man
man andres tun als
sie mit ihm zu ver
gleichen?
     

Oder soll ich sagen:
Solange man das
Bild mit nichts
vergleicht kann
man es mit Allem
vergleichen. Wenn, wir
aber denken so ver-
Ms-153a,62r


62
gleichen wir das Bild
schon mit der
Wirklichkeit, denn
wir wissen, z.B. das
Napoleon jetzt nicht
hier ist wohl aber
Herr N.N..
     

Das hängt mit dem
Problem von Hier &
Jetzt zusammen.
     

|| Die Fähigkeit zur
Philosophie besteht
in der Fähigkeit von
einer Tatsache der
Grammatik einen
starken ˇ(nachhaltigen) Eindruck
zu erhalten.||
Ms-153a,62v


     

In gewissem Sinne
ist die Bedeutung
der Wörter „hier”,
„jetzt” (etc.) die einzige
die ich nicht von
vornherein festlegen
kann. Aber das
ist natürlich irrefüh
rend ausgedrückt:
Die Bedeutung ist
festzulegen & fest
gelegt wenn die
Regeln bezüglich
dieser Worte festgelegt
sind & das kann
geschehen ehe sie in
einem bestimmten Fall
angewandt werden;
denn wozu auch
sonst ein Wort
Ms-153a,63r


63
in verschiedenen Fällen
gebrauchen.
     

Die Wörter „hier”
„jetzt” etc. bezeich
nen den Anfangs
punkt
eines Coordi
natensystems:
Wie der Buchstabe
‘O’ notatio153a-63r.bmp
aber sie beschrei
ben nicht seine
Lage gegenüber
Gegenständen im Raum
[sie könne nicht durch
Beschreibungen
[sie
stehen nicht für
Beschreibungen der
Lage des Punktes ‘O’
im Verhältnis zu
Ms-153a,63v


räumlichen Gegenstän
den. Sie stehen nicht
für die Beschreibung
einer räumlichen
Situation]
     
Die Bedeutung eines
Worts verstehen,
heißt seinen Gebrauch
kennen, verstehen.

     

Wenn ich sage: „[i|I]n
meinen Gedanken
tritt die gegenwärtige
Situation ein” so
heißt das nicht:
die Situation soweit
ich sie beschreiben
kann. Denn soweit
ich sie beschreiben
Ms-153a,64r


64
kann, kann ich sie
malen.
     
Hier & Jetzt sind
geometrische Begriffe
wie etwa der Mittel
punkt meines Gesichts
feldes

     

Hier & Jetzt haben
nicht eine größere
Multiplizität als
sie zu haben scheinen
Das anzunehmen
ist die große Gefahr
Ersetze sie durch
welchen Ausdruck
Du willst immer ist
es nur ein Wort —
& dabei eins so gut
Ms-153a,64v


wie das andere.
     

„Ich bin jetzt hier”
in welcher Situation
hat dies Sinn, in welcher
nicht?
     

Denken wir uns einen
Brief datiert:
   Jet Hier, Jetzt.
Aber ich glaube das
zeigt was diese Wörter
bedeuten sie stehen
für das vorgedruckte
Wort, „Datum …”
     

Unterschied zwischen
Sage & Märchen.
Märchen (& andere
Dichtungen) vom Jetzt &
Ms-153a,65r


65
Hier abgeschnitten.
     

Es ist aber ein wichti
ger Satz in der Gram
matik des Wortes
„Hier” daß es keinen
Sinn hat zu „hier”
zu schreiben wo eine
Ortsangabe stehen
soll; daß ich also
auf meinem Sessel
kein Täfelchen befesti
gen soll mit der
Aufschrift „dieser
Stuhl ist immer nur
hier zu benützen”.
     

Das Dieses ist jetzt hier”
     

Ich kann natür-
Ms-153a,65v


lich in Bezug auf
die Wörter „jetzt &
hier” etc (auch)
nur tun was ich
sonst tue, näm
lich ihren Gebrauch
beschreiben. Und Aber
diese Beschreibung
muß allgemein
sein; d.h. im Vorhinein,
vor jedem Gebrauch.
     

Statt „Bildnis des
Herrn N.N.” könnte
die Aufschrift des
Bildes auch lauten sein:
„Ein solcher Mensch
ist jetzt dort & dort
zu sehen”.
Ms-153a,66r


66
     

Und hier würde man
klarer sehen wie
sich die Überschrift
auf jetzt & hier bezieht.
     

Das Bild Gemälde,
die Krönung Napoleons
darstellend, ohne
die Überschrift
entspräche ganz einer
fictiven Beschreibung.
     

Die Landkarte & ihre
Orientierung.
     

Ich stelle mir die
Sonne vor ist Bild
& Überschrift.
     

Ich richte mich
Ms-153a,66v


nach seinen Worten
& Gebärden
.
     

Die Gebärden müssen
als Grundlage des
Kalküls dienen
wie immer dieser
Kalkül auch ausge
führt werden mag.
     

Ist nun nicht
mein Ausdruck, ¿daß¿
der Satz ein Bild ist
ein schiefer Aus
druck der eine
gewisse Analogie
zu weit treibt??
     

|| Nicht das ist wahr,
daß, was ich wir sagen,
Ms-153a,67r


67
nur für eine „ideale
Sprache” gilt; wohl
aber kann man
sagen daß wir eine
ideale Sprache
konstruieren in
die aber dann alles
übersetzbar ist was
in unidealen Sprachen
gesagt werden kann. ||
     

„Was ist denn die
¿¿gegenwärtige Situa
tion”? Nun, daß
das & das der Fall
ist. Nicht: „daß das
& das jetzt der
Fall ist.
     
„Jetzt” ist ein Wort. Wozu
Ms-153a,67v


brauche ich dieses Wort?
‘Jetzt’— im Gegensatz
wozu?— Im Gegen
satz zu ‘in einer Stun
de’, ‘vor einer halben
Stunde’ etc. etc..
   „Jetzt” bezeichnet
kein System sondern
gehört zu einem System
Es wirkt nicht
magisch; wie kein Wort.

     

Müßte ich nicht sa
gen: Die Sätze die ich
gebrauche um die
Wirklichkeit zu
beschreiben sind
genau dieselben wie
die welche in Di der
Dichtung gebraucht
Ms-153a,68r


68
werden etwa im King
Lear: [A|a]ber ich ge
brauche sie anders.
Aber wenn ich das
sagen kann ‘anders’
so müßte ich doch
auch den Unter
schied angeben
können.
     

Wenn die Sprache
sich mit dem Gelde
vergleichen läßt
das an dem an
& für sich nichts liegt
sondern das nur
indirekt von Bedeu
tung ist weil man
mit ihm <…> Gegenstän
de kaufen kann die
Ms-153a,68v


für uns Bedeutung
haben; so kann
man sagen daß
hier beim [g|G]ebrauch
der Wörter „Ich”
Hier”, „jetzt” etc.
der Tauschhandel
in den Geldhandel
eintritt
     

Es ist klar, daß
wer einen Plan macht
ein Bild macht.
     

Aber es gibt noch
etwas anderes: Wenn
er nämlich auf den
Plan & die Wirklich
keit Orientierungs
zeichen macht.
Ms-153a,69r


69
     

Erklärung der
Sprache z.B. des
Planes durch
Vormachen in einem
bestimmten Fall:
aber dieses Vormachen
interessiert uns
nicht, soweit es Ur
sache des richtigen
Nachamens ist son
dern soweit es
(nachträglich) als
Erklärung gedeutet
werden kann.
     

Das was „partcular”
ist, ist das Ereignis
Das Ereignis das
ˇdurch die Worte beschrieben wird
Ms-153a,69v


„heute hat es geregnet”
& den nächsten Tag
durch „gestern hat
es geregnet.
     

Scheinbare Consequenz
wenn einer heute
verspricht „morgen
werde ich Dich besuchen”
& dieses Versprechen
am nächsten Tag
wörtlich wiederholt.
     

Bild & Wirklichkeit
[ß|ss]en ein System
geben. Sowie das Resul
tat der Rechnung
& die ganze übrige
Rechnung.
Ms-153a,70r


70
     

Wenn wir eine Abbil
dung vormachen
so geht es uns
nicht¿s¿ an ob
dies Vormachen
die Wirkung hat
daß es richtig
nachgemacht
wird sondern uns
interessiert nur
was geschieht,
wenn das Beispiel
richtig verstanden
wird.
     

Was uns interessiert
ist nur die exacte
Beziehung des
Beispiels zum
Folgen. [Nachmachen]

Ms-153a,70v


     

Es wird aus dem Bei
spiel heraus wieder
kalkuliert.
     

Beispiele sind orden
tliche Zeichen nicht
Abfall, nicht Beein
flussung.
     

Denn uns interessiert
nur die Geometrie
des Mechanismus
(Das heißt doch die
Grammatik seiner
Beschreibung)
     

Die Bedeutung ist
eine Festsetzung nicht
Erfahrung. Da Und
Ms-153a,71r


71
damit nicht Causali
tät.
     

Das Exacte ist die
interne Beziehung.
     

Das Zeichen soweit
es suggeriert also
soweit es wirkt
interessiert uns
gar nicht
Es interessiert
uns nur als Zug
in einem Spiel: Glied
in einem System
das selbstständig
ist.
     

Die Differenz der
Unterschied der
Ms-153a,71v


Wortarten ist immer
wie der Unterschied
der Spielfiguren oder
wie der noch
größere einer Spielfig.
& des Schachbrettes.
     

Der Name „Napoleon”
hat nur Sinn
als Zeichen eines
Kalküls (wie jeder
andre [n|N]ame)
     

Das System ist hier
z.B. das, daß dieser
Name über einem
Bild steht &
über verschiedenen
andern Bildern stehen könnte
& über einem <…> steht.
Ms-153a,72r


72
     

Was das Zeichen
suggeriert findet
man durch Erfah
rung: Es ist die
Erfahrung die uns
lehrt welchen
Zeichen am wenigsten
leicht [am seltensten]
mißverstanden werden.
     

Es muß uns klar
sein daß der Zusam
menhang unseres
Gedankens mit Napoleon
nur durch diesen selbst
& durch kein Bild
(Vorstellung etc.) &
sei es noch so ähnlich
gemacht werden kann
Ms-153a,72v


Anderseits aber
ist Napoleon ˇfür uns in
seiner Abwesenheit
nicht weniger ent
halten als in seiner
Anwesenheit.
     

„Aber der Gedanke an Napoleon
muß doch mit
Napoleon etwas zu
tun haben”. Gewiß
& er muß das enthal
ten, dessen Existenz
nicht zweifelhaft ist.
     

Und das muß den
Wörtern entsprechen,
dessen existenz nicht
zweifelhaft ist.

Ms-153a,73r


73
     

Wer Grün einen Gegenstand
nennt muß sagen,
daß dieser Gegenstand
im Symbolismus vor
kommt. Denn sonst
wäre der Sinn des
Symbolismus, also
daß es ein Symbolis
mus ist nicht gewähr
leistet
.
   Das stößt na
türlich den ganzen
Begriff vom Gegen
stand um! Und
mit Recht. Gegen
stand darf nicht
Rot, links & viel
sein sondern nur
der rote Fleck, der
Tisch etc. Will man
Ms-153a,73v


sich mit diesen G
Gegenständen Dingen nicht
abgeben so ist es
wohl besser man
gebraucht das Wort
„Gegenstand” nicht
     

Die Ungeschicklich
keit
Unbeholfenheit mit der das
Zeichen wie ein Stum
mer durch allerlei
suggestive Gebärden
sich verständlich
zu machen sucht,
verschwindet, wenn
wir erkennen, daß
das Wesentliche am
Zeichen nur das System
ist, dem es zugehört
& sein übriger Inhalt
Ms-153a,74r


74
wegfällt.
     

Denken ist Pläne
machen.
Wenn Du Pläne
machst, so machst
Du einen Plan im
Gegensatz zu [zum Unter
schied] von] andern
Plänen.
     

Du machst ¿diesen¿
zum Unterschied
von P anderen.
   Und so charak
terisiert das Zeichen
das Vorstellungs
bild, den Plan.
   Im Gegensatz nämlich
zu anderen Zeichen &
Ms-153a,74v


Vorstellungsbildern.
     

Der Gedanke kann ˇfür uns
nur das sein, was
gebraucht wird.
     

Wir sind nicht im Berei
che der Erklärungen &
jede Erklärung klingt
für uns trivial.
     

Aber dieser Verzicht
auf die jede Erklärung
macht es so ¿schwer¿
zu fassen sagen was der
Gedanke eigentlich
leistet.
     

Man kann sagen: Er
rechnet auf Grund
Ms-153a,75r


75
von Gegebenem &
endet in einer Hand
lung
     

Die Berechnung der
Wandstärke eines
Kessels & der ent
sprechenden Verfer
tigung ist ein
sicheres Beispiel
des Denkens [muß
ein Beispiel des
Denkens sein]
     

Der Schritt der von
der Berechnung
auf dem Papier
zur Handlung
führt ist noch
ein Schritt der Rech-
Ms-153a,75v


nung.
     

Wenn man sagt:
„es muß der für die Mathe
matik wesentlich
sein, daß sie ange
wandt werden
kann” so meint
man daß diese
Anwendbarkeit
nicht die eines
Stücks Holz ist von
dem ich sage; das
werde ich zu dem &
dem verwenden könne.
     

Wenn das Denken
nicht in gewissem Sinne
mechanisch — zwangs
läufig — wäre, so wäre
Ms-153a,76r


76
es nichts nütze
     

„Der Plan besteht
darin, daß ich mich
seh das & das
tun sehe.” Aber
woher weiß ich
es bin daß ich es
bin.— Nun ich bin
es ja nicht was
ich sehe sondern
etwa ein Bild. Wa
rum aber nenne ich es
mein Bild? Nicht
etwa, weil es mir
ähnlich sieht.
     

[¿Im¿ Christentum
sagt ˇder liebe Gott gleichsam zu
den Menschen: Spielt
Ms-153a,76v


nicht Tragödie
das heißt Himmel
& Hölle auf Erden,
Himmel & Hölle habe
ich mir vorbehalten.]
     

W Es ist wahr:
Namen können
Dinge vertreten; aber
sie vertreten nicht
ihre Bedeutungen
& die Dinge (etwa
räumliche Gegenstän
de) die Bedeutungen
de[s|r] Wörter zu nennen
ist absurd.
     

Hieße das nicht:
Der Träger des Na
mens ist nicht
Ms-153a,77r


77
seine Bedeutung?
     

Aber ist nicht L.W.
der Träger des Namens
„L.W.”? Und ist nicht
L.W. die Bedeutung
von „L.W.”?
     

Ist nicht „L.W. ist tot”
der selbe Satz wie
„der Träger des Namens
‘L.W.’ ist tot”?
     

Ist es aber nicht
Unsinn zu sagen,
L.W. sei die Bedeu
tung des Namens
„L.W.”?! Das hieße
doch wohl daß
ich statt des Namens
Ms-153a,77v


Wortes „L.W.” in meiner
Sprache die Worte
„die Bedeutung von
‘L.W.’” substituieren
könnte. Und das
ist jede<n>falls ganz
gegen den normalen
Gebrauch dieses
Ausdrucks.
     

Man kann sagen
daß die Worte „der
Träger des Namens
‘L.W.’ dieselbe Bedeu
tung haben wie
der Name „L.W.”— also
für einander eingesetzt
werden können.
     

Aber heißt es nicht
Ms-153a,78r


78
dasselbe zu sagen
„zwei Namen haben
einen Träger” & „zwei
Namen haben ein &
dieselbe Bedeutung”?
(Morgenstern, Abendstern,
Venus)
     

Wenn mit dem Satz
„‘a’ & ‘b’ haben denselben
Träger” gemeint ist:
„der Träger von ‘a’” bedeu
tet dasselbe wie
„der Träger von ‘b’”, so
ist alles in Ordnung
weil das dasselbe
heißt <…> wie A a = b.
Ist aber mit dem
Träger von ‘a’ etwa
der Mensch gemeint
Ms-153a,78v


von dem es sich fest
stellen läßt daß
er auf den Namen
‘a’ getauft ist;
oder der Mensch
der das Täfelchen
mit dem Namen
‘a’ um den Hals
trägt; etc., so ist
es gar nicht gesagt
daß ich mit a
diesen Menschen
meine, & daß die Namen
die den gleichen Träger
haben dasselbe
bedeuten.
     

Die Frage: „Woher
weiß ich, daß das
ich das bin” oder
Ms-153a,79r


79
richtiger „… daß das
mich vertritt” , ist
Unsinn, denn, daß
es mich vertritt ist
meine ˇeigene Bestimmung.
Ja ich könnte
ebensogut fragen:
„woher weiß ich daß
das Wort ‘ich’ mich
vertritt” denn dieses
Wort
meine Figur
im Bild war nur
ein anderes Wort
‘ich’.
     

Wohl aber könnte
man fragen „Was hat
den¿n¿ der Name ‘a’
mit diesem Menschen
zu tun?”. Und als die
Ms-153a,79v


Antwort wäre: Nun,
das ist a.
     

Aber zeigen wir
nicht zur [e|E]rklä
rung der Bedeu
tung auf den Gegen
stand den der
Name vertritt? Ja;
aber dieser Gegenstand
ist nicht die Bedeu
tung, obwohl sie
durch das Zeigen
auf diesen Gegenstand
bestimmt wird
     

„Diese Figur des Bildes
bin ich” ist ein Über
einkommen.
Ms-153a,80r


80
     

Ja, aber worin
kommen wir über
ein? Welche Bezie
hung zwischen Namen
Zeichen & mir stellen
wir her? Nun, nur
die, die etwa durch
das Zeigen mit
der Hand oder
das Umhängen eines
Täfelchens besteht,
denn diese Relation
ist nur durch das
System bedeutungs
voll dem sie ange
hört.
     

Wenn ich also auf
einen Fleck zeige & als
Worterklärung sage
Ms-153a,80v


„das ist rot” so hätte
ich nicht sagen dürfen
„das ist die Bedeu
tung von des Wortes
‘rot’”
     

Die Zuordnung von
Gegenstand & Namen
ist keine andere als
die durch die Worte
„das ist …” oder
eine Tabelle notatio153a-80v.bmp erzeugte
etc. Sie ist ein
Teil des
Symbolismus. Es ist
daher Unsinn unsinnig zu
sagen die Zuordnung Beziehung
von Name & Gegenstand
sei eine psychologische.
Ms-153a,81r


81
     

Das Denken ist eine
fortlaufende Kal
kulation
     

Induktion.
     
Das mich das Feuer
brennen wird wenn
ich die Hand hinein
stecke das<…> ist
Sicherheit.

     

„Ich habe das voraus
gesehen”— Wie ist
das möglich da
es doch damals
¿nicht¿ nicht (& vielleicht
auch später nie
mals) geschehen
ist?!
Ms-153a,81v


     

Wozu denkt der
Mensch? Wozu ist
es nütze? Wozu
berechnet er Dampf
kessel & über
läßt es nicht
dem Zufall wie
stark er die Wand
des Dampfkessels
macht? Es ist doch
nur Erfahrungs
tatsache das Kessel
die so berechnet
wurden nicht so
oft explodieren
Aber so wie er
alles ˇeher täte als die
Hand in's Feuer
stecken das ihn
Ms-153a,82r


82
früher gebrannt hat,
so wird er alles
eher tun als den
Kessel nicht be
rechnen. Da uns
aber Ursachen
nicht interessieren
so können wir nur
sagen: die Menschen
denken tatsächlich:
sie gehen z.B.
auf diese Weise vor
wenn sie einen Dampf
kessel machen.
Kann nun ein so
erzeugter Kessel
nicht explodieren?
Oh ja.—
     

Augustinus: Wann
Ms-153a,82v


messe ich einen Zeit
raum.