Wittgenstein registrieren
Wittgenstein registrieren

Abstract

In dieser Arbeit soll zur Diskussion gestellt werden, ob es vor dem Hintergrund der Recherchemöglichkeiten, die die "Bergen Electronic Edition" (BEE) für den Wittgensteinschen Nachlass zur Verfügung stellt, sinnvoll ist, eine Art inhaltsbezogenes Sachregister zur weiteren Erschliessung und Vernetzung der Wittgensteinschen Texte zu erstellen. Nach einigen einführenden Bemerkungen über Register werden dazu die Suchmöglichkeiten erläutert, die bereits heute innerhalb der BEE bestehen, und hernach auf eine im Rahmen des Discoveryprojektes am Wittgenstein Archiv der Universität Bergen geplante Erweiterung dieses Werkzeuges eingegegangen.

Table of contents

    Das Werk des österreichischen Philosophen Ludwig Wittgenstein ist umfangreich genug, die Gedanken, die hier in MSS und TSS geäußert werden, sind bedeutend, kompliziert und verwickelt genug, um für Experten wie Laien ein Werkzeug zu fordern, das die Recherche in diesen Texten vereinfacht. Das Wittgenstein Archiv der Universität Bergen (WAB), das im Rahmen eines länderübergreifenden Projektes mit dem Namen Discovery auf der Suche nach einem solchen Werkzeug ist,1 muss diesbezüglich nicht bei null anfangen. Mit der im Jahr 2000 veröffentlichten Wittgenstein-CD-Rom ”The Bergen Electronic Edition” (BEE)2 liegen Wittgensteins Texte bereits in elektronischer Form vor. Die Möglichkeiten sich durch dieses elektronische Medium anhand seiner Texte auf die Suche nach Leben und Werk des Philosophen zu machen, sind außerordentlich.3 Mit dieser Arbeit soll zur Diskussion gestellt werden, ob es vor diesem Hintergrund sinnvoll ist eine Art inhaltsbezogenes Sachregister zur weiteren Erschließung und Vernetzung der Wittgensteinschen Texte zu erstellen. Ich werde dazu nach (1.) einigen einführenden Bemerkungen über Register, (2.) die Suchmöglichkeiten erläutern, die innerhalb der BEE bestehen, und (3.) auf die am WAB geplante Erweiterung dieser Werkzeuge zu sprechen kommen.

    1. Register

    Register sind vor allem aus Büchern bekannt. Und die Bücher über Wittgenstein stellen diesbezüglich keine Ausnahme da. Es sind dies dort die unbedeutend erscheinenden Listen mit kurzen Ausdrücken (z.B.) über Sachen (Sachregister) oder Namen (Namensregister), die am Ende der Bücher zu finden sind, und den Leser – in übersichtlicher Form und ohne Umwege – zu der Buchstelle seines Interesses führen, ohne dass er das ganze Buch gelesen haben muss. Suchwörter (Terme) zu präsentieren, die den Inhalt (die Essens) eines bestimmten Textstückes in leicht überschaubarer Form zum Ausdruck bringen, wird als das Ziel solcher Register angesehen, die Antizipation seiner Benutzer durch Auswahl und Gewichtung der angebotenen Terme als eines ihrer Qualitätsmerkmale. 4 Wenngleich diese Ausdrücke unter Hinzufügung einer Ortsangabe mitteilen, was, wo zu finden ist, also durchaus eine Angabe zum Inhalt machen, sollen sie, idealtypisch gesehen, keine Antworten auf (z. B.) philosophische Fragen geben, sondern – problemerhaltend - auf die Dokumente verweisen, denen eine Antwort auf ein philosophisches Problem zu entnehmen ist. Der Term wiederholt den Inhalt des Textes auf die ihm eigene Weise. Der ihn vergibt, muss nicht nur eine schlagkräftige und möglichst eindeutige Formulierung finden, sondern zunächst den Text, den es durch diese Formulierung zu übersetzen gilt, einer inhaltlichen Analyse unterziehen. Auf der anderen Seite macht der Gebrauch eines Registers dadurch eine Untersuchung für den Benutzer zu einem (mind.) zweistufigen Verfahren. Wer z.B. wissen will, was Wittgenstein über Frege sagt, erfährt anhand des Registers lediglich, wo Wittgenstein etwas über Frege sagt. M.a.W., das Register ist Mittel und nicht Zweck. - Unabhängig davon, ob man so eine Orientierungshilfe 1:1 übernehmen will, oder ob man in ihren Begriffen – wie ich das hier tun will - ein Leitprinzip auch zur übersichtlichen Darstellung elektronischer Texte sieht,5 ist zu bestimmen, welcher Text mit welchen Termen auf welche Weise und durch welche Art von Register präsentiert werden soll, für wen die Registrierung gedacht ist (Vorwissen und Interesse der Benutzer), wer sie durchführen kann; und schliesslich welche Ressourcen dafür zur Verfügung stehen. Ich will einigen dieser Variablen im folgenden sowohl in der BEE als auch in einer ’inhaltlich erweiterten Form’ nachgehen.

    2. The Bergen Electronic Edition.

    Mit der BEE liegt der Wittgensteinsche Nachlass den Benutzern in zwei (statischen) Versionen vor: einer Diplo- und einer Normversion. In beiden Versionen kann gesucht werden. Nach etwas einem Register Ähnlichen, fahndet man aber in dieser Ausgabe vergeblich. Eine übersichtliche Darstellung der Dokumente durch eine begrenzte Anzahl aussagekräftiger Terme zu geben, ist der Ehrgeiz dieser Ausgabe nicht. Anstelle eines Registers wird dem Benutzer hier ein avancierter Suchapparat angeboten, inklusive einer Liste aller im Text vorkommender Ausdrücke, der dazu einlädt, die ganze Vielfalt der Wittgensteinschen Schriften abzurufen. Die Volltextspeicherung gibt dem Benutzer freie Hand. Wer hier sucht, benutzt dazu immer einen selbstgewählten und von Wittgenstein gebrauchten Ausdruck (oder Teile davon) und kann direkt in die Schriften hinein vermittelt werden. Ein Hauptproblem so einer mechanischen Suche stellt sich als Relevanzproblem dar. Es besteht die Gefahr, dass infolge eines Suchbegriffes, auf zu viele (irrelevante) Stellen (Bemerkungen) verwiesen wird. Wer z.B. nach Wittgensteins Begriff vom Satzverstehen mit “Verstehen“ sucht, kann dadurch auch auf Tagebucheintragungen mit „verstehen“ verwiesen werden, die für seine Untersuchung irrelevant sind. Er kann aufgrund von Homonymien zu anderen Begriffen geführt werden, die mit seinem Thema nichts zu tun haben. Desweiteren kann es dem, der so sucht, passieren, dass dadurch nicht auf alle relevanten Stellen seines Forschungsvorhabens verwiesen wird. Bemerkungen, die Wörter enthalten mit synonymen, oder doch nahezu synonymen Bedeutungen, tauchen nicht auf. Er wird „Verstehen“ finden, „Missverstehen“, “augenblickliches Verstehen“ und “plötzliches Verstehen“ noch nicht.

    Die Methode, die Relevanz eines Textes nach der inversen Häufigkeit des Suchwortes pro Bemerkung festzustellen,6 ist aufgrund der Synonymie- und Homonymieproblematik und der Tatsache, das von der BEE nur die Bemerkungen selbst, nicht aber das Auftreten des Suchzeichens innerhalb einer Bemerkung gezählt werden, hier nur bedingt anwendbar. Diesen Nachteilen ist durch ein wenig Mehraufwand beim Suchen, einiges von ihrer Schärfe zu nehmen. Ein Benutzer kann und sollte sich der angebotenen sog. „Wildcards“ (*) bedienen, die ihm nicht nur “Verstehen“, sondern mit „Verstehen*“ alle Bemerkungen mit Wortformen liefert, die mit „verstehen“ beginnen. Der Benutzer sollte intelligente Suchmethoden verwenden, durch die er das Thema der aufzusuchenden Bemerkung (erfahrungsmäßig) eingrenzt. Wer z.B. „Regel“ mit „Befehl“ und „Blume“ im Suchfeld kombiniert, wird sehr wahrscheinlich zu einer übersichtlicheren Darstellung von Beispielen zum Sprachgebrauch kommen als mit „Regel“ alleine; usw. Der Benutzer kann sich schließlich seine Suchergebnisse im Kontext („words around hits“) darstellen und sich eigene Konkordanzen basteln, durch die er selbst die Spreu vom Weizen trennt.

    3.1 Das Registrieren

    Hinter der Idee, den Wittgensteinschen Nachlass durch ein Register mit möglichst eindeutigen und übersichtlich angeordneten Termen erschließbar zu machen, steckt der Wunsch nach Arbeitserleichterung für die, die diese Vorarbeiten aus fachlichen Gründen nicht selbst leisten können, wie auch für jene, die glauben Wichtigeres zu tun zu haben. Die Registrierung erhebt damit den Anspruch, weder ausschließlich für Laien noch für Spezialisten erstellt zu sein; sie richtet sich aber vornehmlich an philosophisch Interessierte. Überschaubare Einheiten sollen dazu Teil für Teil analysiert werden, ihnen sollen manuell voraussehbare Terme zugeteilt werden; und für diese soll schließlich ein übersichtliches, benutzerfreundliches Layout, die Form eines sog. „Registers“ gefunden werden. Dafür einzelne durch Leerzeilen getrennte Bemerkungen („sections“) als Sucheinheiten (Fundstellen) zu benutzen, bietet sich an, da es oft solche „Textblöcke“ sind, die bei Wittgenstein einen Gedankengang ausmachen, und die von ihm selbst innerhalb seines Nachlasses verschoben werden.7 Da sich zumeist mehrere Bemerkungen auf einer Seite befinden, wird dem Benutzer das Auffinden von Themen erleichtert, es wird dadurch aber auch eine Indexierungstiefe des Nachlasses vorgegeben, die das Projekt überfordern könnte. Der Indexterm, so die Theorie, soll „die Essenz von Dokumenten“ (Kaufmann 2001: 1) wiedergeben, denen er zugeordnet ist; mehrere „Essenzen“ sind denkbar. Durch die arbeitsintensive manuelle Vergabe dieser Terme haben wir gegenüber einer maschinellen Vorgehensweise den Vorteil, dass wir Relevanz- und Bedeutungsprobleme auf der Grundlage unseres Textverstehens lösen können. Wir können das besagte Textstück als philosophischen Beitrag des L. Wittgenstein innerhalb seines Gesamtwerkes würdigen, und es benutzerrelevant und registerkohärent registrieren. Die natürliche formale Grenze des Ausdrucks, der dieses Wesen offen legen soll, ist neben seiner Eindeutigkeit seine Überschauhbarkeit. Es wird also z. B. aus Wittgensteins eigenem Wortschatz extrahiert, „Sprachspiel“ bleibt „Sprachspiel“. Es wird standardisiert „des Schmerzes“ kann zu „Schmerz“ werden, und es wird paraphrasiert werden. (Phrasen mit mehr als 10 Token kommen schon in Buchregistern vor.) Definitionen sollen möglich sein. Und auch dass unser Schlagwort die Form einer These annimmt, soll hier nicht per se ausgeschlossen sein. Abgesehen von individuellen Kennzeichnungen, wie Personennamen sie darstellen und Ausdrücken, die durch ihre Schönheit und Prägnanz für den Benutzer einen hohen Wiedererkennungswert haben,8 ist die Bestimmung des Terms die Herausforderung des Registrierens. Die Frage, was Wittgenstein mit „meinen“ meint, unter „verstehen“ versteht, mit „Zeichen“ bezeichnet und mit welcher Grammatik er „Grammatik“ verwendet, usw., brauchen wir dazu nicht zu beantworten. Wir geben nur den Hinweis, welche Bemerkung sich vor allen anderen dadurch auszeichnet, dass er in ihr (und allen, die in gleicher Weise etikettiert sind), mehr als in den übrigen Bemerkungen philosophisch relevant über (z.B.) Registrieren spricht. Woran ist das zu erkennen? Die Antwort klingt für eine manuelle, d.h. eine sich auf inhaltliche (intellektuelle) Analysen stützende Registrierung ernüchternd. Meistens lässt es sich nicht umgehen, dass in der Bemerkung, deren Inhalt es darzustellen gilt, der Ausdruck oder eine seiner morphologischen Varianten, durch den er dargestellt werden soll, selbst vorkommt. Da Wittgensteins Schriften nicht gerade für einen Mangel an Subtilität bekannt sind, verbietet sich hier eine allzu forsche Verallgemeinerung. Auf der Suche nach Indextermen auf Implikationen, Präsuppositionen oder gar das Argumentationspotential einer Bemerkung zu verweisen, führt in die falsche Richtung, auf die schiefe Bahn. Es sollte z. B. eine Bemerkung mit „können“ nicht automatisch mit „verstehen“ etikettiert werden, und eine Bemerkung mit „verstehen“ nicht mit „können“. Und beide zusammen nicht nur deshalb mit „wissen“ oder „beherrschen“, weil Wittgenstein selbst behauptete, dass sie (auf grammatische Weise) zusammengehören.9 Hier liegt auch eine Herausforderung für die Fälle, in denen es ratsam erscheint, neue Ausdrücke zu entwerfen.

    Eine der Quellen von PU 504 in Wittgensteins Big Typescript aus dem Jahre 1933 kann uns als Beispiel dafür dienen, mit welchen Schwierigkeiten man hier konfrontiert wird. W. schreibt dort:

    Wenn man aber sagt ”wie soll ich wissen, was er meint, ich sehe ja nur seine Zeichen”, so sage ich: ”wie soll er wissen, was e r meint, er hat ja auch nur seine Zeichen”. (Big Typescript 4.1)

    Wittgenstein kontert durch diese Bemerkung offenbar die Vorstellung eines Opponenten, dass derjenige, der etwas meint, zum Inhalt seiner Meinung einen privilegierten Zugang hat, der Dritten durch Zeichen nicht erschlossen werden kann. Die Schlüsselwörter, die das inhaltliche Gewicht dieser Bemerkung tragen, sind zweifellos „wissen“, meint“ und „Zeichen“. “Zeichen, meinen und wissen“, “wissen und meinen“ oder „“meinen und wissen“, “wissen, was gemeint ist“ oder “das Meinen und Wissen von Zeichen“ könnte ein erster Etikettierungsversuch lauten. Wer seine Suchanfrage also unter Verwendung dieser Ausdrücke formuliert, würde (auch) auf diese Bemerkung stoßen. In den Registern zu den veröffentlichten PU, in denen ausnahmslos durch mehrere Schlagwörter auf PU 504 verwiesen wird, wird als dem “Zeichen“ untergeordneter Ausdruck auch “meinen und verstehen“ ins Spiel gebracht.10 Das Register der kritisch-genetischen Edition von Schulte hebt sich dadurch hervor, dass er mit Bezug auf PU 504 unter “Wissen“ den Term „Nur er / ich weiß, ...“ konstruiert.11 Hallet etikettiert in der Blackwell Ausgabe der PU mit der oppositionellen Phrase “’a gulf between an order and its execution’“, die er nicht nur hier, sondern auch in PU 431, 433, 503, 505 und 506 findet und unter „order“ subsumiert.12 Mit „meinen (intendieren)“ und „Befehl, befehlen(d)“ markieren, wahrscheinlich motiviert durch den Kontext der Bemerkung, ebenfalls Luckhardt und Aue in ihrem zweisprachigen Register zum Big Typescript.13 Den eindeutigsten Zugang zu PU 504 eröffnet Hallet. Unter dem Oberbegriff “mean“ führt dieser den Ausdruck “’How am I to know what he means?’’“. Mit dem selben Teilsatz registriert Schwarck in einer deutschen Fassung. Er wählt aber dazu aber nicht „meinen“, sondern „wissen“ als Oberbegriff.14 Mit „Meinen als innerer Vorgang“ oder „Grenzen der Sprache“ etikettiert aus guten Gründen niemand, obwohl dies in der Bemerkung zwischen den Zeilen vorkommt. Nimmt man diese Betrachtungen als Anregungen und ihre Vielfalt als Ermutigung, kann hier möglicherweise allgemein mit „die Problematik von Meinen und Verstehen beim Gebrauch von Zeichen“ oder etwas spezieller mit “die Problematik von ’Wissen, was gemeint ist’ in der Perspektive der 1. und 3. Pers. Sing.“ etikettiert werden, angeordnet unter “Meinen“, “Wissen“ und “Zeichen“ in einer entsprechenden Registerpräsentation.

    3.2 Das Register

    Das Register ist der Ort, an dem die Terme alphabetisch, systematisch oder vielleicht assoziativ - und dann für manchen mit heuristischem Gewinn - zusammengeführt werden, und in dem durch Angaben des Ortes auf verschiedene Bemerkungen verwiesen wird. Eine elektronische Ausgabe ist in der Lage, bei entsprechendem Input sowohl durch sehr differenzierte als auch durch vereinfachte Register einem Benutzerinteresse Rechnung zu tragen. Dass hier für Wittgensteins Begriffe Über- und Unterordnungsverhältnisse geschaffen werden, erscheint insoweit unproblematisch, als hier nicht ontologische Verhältnisse, sondern das Wiederfinden im Vordergrund steht. Eine gewisse Willkür bei der Erstellung von Termen (Nominalphrasen), die sich im Index in der Ordnung der Ausdrücke wiederholt, erscheint unvermeidbar. Ob eine Bemerkung mit „die Sprache der Gebärden“ oder „Gebärdensprache“ zu etikettieren ist, macht wohl inhaltlich keinen Unterschied, kann aber die Registeranordnung bestimmen. Wir haben bereits gesehen, wie in der Praxis mit solchen Problemen umgegangen wird. Insoweit nicht klar ist, ob (z.B.) „Regel“ unter „Sprache“ oder „Sprache“ unter „Regel“ anzuordnen ist, werden die Ausdrücke im Register einfach mehrfach genannt; sie sind dann an beiden Stellen auch als Oberbegriffe zu finden. Mit Bezug auf Etikettierungen auf einen einheitlichen, verbindlichen Standard zu kommen, dürfte ohnehin illusorisch sein; und ob diese Anstrengung lohnenswert wäre, ist auch nicht sicher. Um innerhalb unserer Arbeitsgruppe eine möglichst große Termkonsistens („Gleiches soll gleich behandelt werden“) zu gewährleisten, bewegen wir uns hier zwischen der Analyse der Bemerkung, den bereits gemeinsam teilfertiggestellten Registereintragungen als Vorgabe und einer durch die bestehenden Wittgensteinregister und Sekundärliteratur zum Ausdruck gebrachten Erwartungshaltung. Durch diese Vorgaben, so die Idee, wächst der normative Druck auf alle neu zu vergebenden Terme. Als formale äußere Eckpunkte dieser Arbeit gelten uns dabei über den in der Bemerkung ausgedrückten philosophischen Gedankengang hinaus auch Angaben zur Textgenese, philosophiegeschichtliche Hinweise, philologische Informationen und Hinweise auf von W. durchgeführte Textbearbeitungen (samt Metakommentare) als markierungswert.

    Schlussbemerkung

    Für die Schwierigkeiten, die bei der Anfertigung eines aussagekräftigen Wittgensteinregisters auftreten können, gibt es keine Patentrezepte. Der Übergang von der Bestimmung des Ortes zur Kommentierung des Textes ist, insbesondere wenn es sich um philosophische Texte handelt, fließend. Das Register ist von dem geprägt, der es anlegt. Sagt man zu wenig, befindet man sich in der Nähe von Konkordanzen (Stichwortlisten), deren Gebrauch über den Nutzen der BEE kaum hinausgeht. Sagt man zu viel, besteht die Gefahr, den Text zu stark zu filtern und zu kommentieren, anstatt den Benutzer auf relevante Textstellen aufmerksam zu machen. Die Variationsbreite, die man in den Registern zu den Schriften Wittensteins findet, deutet an, dass diese Probleme nicht die Ausnahme sind, sondern für die hier angestrebte Art der Darstellung der Wittgensteinschen Texte der Normalfall.

    Literaturangabe

    1. Kaufmann, Esther 2001 Das Indexieren von natürlichsprachlichen Dokumenten und die inverse Seitenhäufigkeit. Lizentiatsarbeit der Philosphischen Fakultät der Univ. Zürich, Inst. für Computerlinguistik, <www.ifi.unizh.ch/cl/study/lizarbeiten/lizkaufmann.pdf>
    2. Krüger, Wilhelm 1999 Wittgensteins Nachlass – The Bergen Elektronic Edition, in: “Information Philosophie“ 3, August 1999, 46-48.
    3. Wittgenstein, Ludwig 1990 Philosophische Untersuchungen (PU) In “Wittgenstein. Tractatus logico-philosophicus“, Werkausgabe Bd. 1, mit einem Register zu den PU von W. Breidert; stw 501, Frankfurt / Main: Suhrkamp.
    4. Wittgenstein, Ludwig 1997 Philosophische Untersuchungen, (eds.) G.E.M. Anscobe & R. Rhees, mit einem Register von G. Hallett u. C. Schwarck; Oxford: Blackwell.
    5. Wittgenstein, Ludwig 2000 Wittgenstein’s Nachlass – The Bergen Electronic Edition. Oxford: OUP.
    6. Wittgenstein, Ludwig 2001 Philosophische Untersuchungen, kritisch-genetische Edition (eds.) J. Schulte, Frankfurt / Main: Suhrkamp.
    7. Wittgenstein, Ludwig 2005 The Big Typescript, (eds.) G. Luckhardt & M.A.E. Aue, Oxford: Blackwell.
    Notes
    1.
    Vgl. dazu Deirdre Smith, Re-discovering Wittgenstein, in diesem Bd.
    2.
    Vgl. Wittgenstein 2000.
    3.
    Vgl. Krüger 1999: 46-48.
    4.
    Vgl. Kaufmann 2001: 69.
    5.
    Gerne im Sinne von PU 570.
    6.
    Die Idee dabei ist, dass ein Textstück für ein Untersuchungsthema dann besonders relevant ist, wenn der Term, durch den es präsentiert wird, in dieser Bemerkung viel häufiger vorkommt als in anderen Bemerkungen. (Vgl. Kaufmann 2001: 152.)
    7.
    Im Vorwort zu seinen PU I spricht Wittgenstein selbst von „Bemerkungen“.
    8.
    Vgl. „bububu“, PU S. 18.
    9.
    Zum “verstehen”, “können” und “wissen” vgl. PU 155.
    10.
    Vgl. z. B. Wittgenstein 1990: W. Breiderts Register zu den PU.
    11.
    Vgl. Wittgenstein 2001: Register 2. Spätfassung und “Teil II“.
    12.
    Vgl. Wittgenstein 1997: Hallets Index zu den PU.
    13.
    Vgl. Wittgenstein 2005: Register zum Big Typescript.
    14.
    Vgl. Wittgenstein 1997: Schwarcks Register zu den PU.
    Ich danke Alois Pichler und Deirdre Smith für hilfreiche Kommentare zu dieser Arbeit.
    Wilhelm Krüger. Date: XML TEI markup by WAB (Rune J. Falch, Heinz W. Krüger, Alois Pichler, Deirdre C.P. Smith) 2011-13. Last change 18.12.2013.
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